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Der Goal-Check: So lief die Saison für Borussia Mönchengladbach

Eine spannende Saison ist vorüber. Wir schauen ganz genau, was bei Borussia Mönchengladbach gut lief und wo noch Luft nach oben ist!

ANALYSE
Von Gregor Becker

Verein: Borussia Mönchengladbach
Bundesliga: Platz 8
DFB-Pokal: 2. Runde
Europa League: Runde der letzten 32

Zielsetzung: Nach einer herausragenden Spielzeit 2011/2012, die Borussia Mönchengladbach mit dem vierten Rang abschließen konnte, galt es zunächst den Abgang der Stützen Dante, Marco Reus und Roman Neustädter zu kompensieren. Sportdirektor Max Eberl investierte zwar kräftig in den Kader, doch mussten die Neuzugänge zunächst integriert werden und so rief man am Niederrhein eine "Übergangssaison" aus, die man mit einem eistelligen Tabellenplatz abschließen wollte.

LIGA & POKAL

Die Zeit des Zitterns ist vorbei! Nachdem Gladbach viele Jahre lang in unteren Tabellenregionen rumkrebste und in der Saison 2006/2007 sogar den zweiten Abstieg der Vereinsgeschichte hinnehmen musste, scheint es unter Trainer Lucien Favre inzwischen gelungen, sich im vorderen Mittelfeld der 1. Bundesliga zu etablieren. Dennoch kann man allenfalls von einer durchwachsenen Spielzeit der Fohlen sprechen. Die Mannschaft wirkte bis zum letzten Spieltag nicht eingespielt, offenbarte Defizite im technischen und taktischen Bereich und ließ einige Big Points liegen. Es fehlte vor allem an Konstanz und so gelang es Borussia Mönchengladbach nicht ein einziges Mal, zwei Siege infolge einzufahren.

Der DFB-Pokal brachte Gladbach zwei Derbys. Während man zum Auftakt locker mit 2:0 bei Alemannia Aachen gewann, musste man sich in der zweiten Runde beim Aufsteiger Fortuna Düsseldorf nach 120 Minuten mit 0:1 geschlagen geben. Somit ist man früh aus dem lukrativen Wettbewerb ausgeschieden, in dem man zuvor noch im Halbfinale gegen Bayern stand.

In der Europa League zahlte man anfangs zwar Lehrgeld, gewann aber in der Gruppenphase schließlich gegen Limassol, Marseille und Fenerbahce jeweils die direkten Duelle und überwinterte in diesem Wettbewerb sogar. Trotz des Ausscheidens gegen Lazio Rom darf man Borussias lang ersehnte Rückkehr auf die europäische Bühne als gelungen bezeichnen.

Goal-Fazit: Immerhin wurde das vorsichtig gesteckte Ziel erreicht, und der achte Tabellenrang in der höchsten deutschen Spielklasse bedeutete für die Fohlenelf immerhin die zweitbeste Platzierung der letzten 16 Jahre. Auf der anderen Seite war die Chance auf den neuerlichen Einzug in den Europapokal bis zum letzten Spieltag vorhanden und konnte letztlich nicht genutzt werden.



UNTERHALTUNG

Das ganz große Feuerwerk konnte die Borussia nicht abbrennen. Nach der eindrucksvollen Vorsaison mit sechs Punkten gegen den FC Bayern München und einigen tollen Tiki-Taka-Auftritten lieferte man häufig nur Magerkost ab. Gerade bei den Auswärtsspielen waren andere Mannschaften für das Spektakel zuständig und so setzte es in der Hinrunde gegen Werder Bremen und Borussia Dortmund deftige Klatschen.  Insgesamt verlor man sieben Mal auf fremden Plätzen, trennte sich sechs Mal Unentschieden und fuhr vier Siege ein, was am Ende Rang zehn in der Auswärtstabelle bedeutete.

Den BORUSSIA-PARK verließ man bei vier Niederlagen und fünf Remis acht Mal als Sieger. In Erinnerung wird den Fans sicher das 3:3 gegen Bayer Leverkusen und die aufsehenerregende 3:4-Niederlage gegen den neuen deutschen Meister am letzten Spieltag bleiben.

Goal-Fazit: Das überfallartige Umschaltspiel aus dem Vorjahr konnte Gladbach in dieser Spielzeit nicht mehr zeigen. Bei eigenem Ballbesitz fehlten häufig Geduld und Sicherheit, weshalb wenige Chancen kreiert und nur 45 Tore erzielt wurden – ein durchschnittlicher Wert, der nicht für die ganz große Unterhaltung sorgte.

TRANSFERMARKT

Da die Borussia in der Hinrunde auf Kurs lag und keine Verletzungsmisere zu beklagen hatte, ließ es Sportdirektor Max Eberl in der Wintertransferperiode ruhig angehen. Mit Sven Michel verpflichtete er lediglich einen jungen Stürmer vom Viertligisten Sportfreunde Siegen, der sich zunächst bei den Amateuren für höhere Aufgaben empfehlen soll. Für die neue Spielzeit wurde mit Freiburgs Max Kruse vor einigen Wochen bereits ein gestandener Bundesligaspieler verpflichtet. Mike Hanke muss den Verein verlassen, dafür wurde mit Amin Younes ein hoffnungsvolles Talent gebunden.

Goal-Fazit: Das Bilanzergebnis aus dem Jahr 2012 ließ die Vereinsmitglieder von Borussia Mönchengladbach bei der Jahreshauptversammlung jubeln. Mit dem Rekordumsatz von mehr als 122 Millionen Euro und einem Gewinn von 15 Millionen Euro nach Steuern steigt der Traditionsklub finanziell in die Beletage der Bundesliga auf. Das bietet der sportlichen Leitung für den Sommer einigen Handlungsspielraum und die Möglichkeit, den einen oder anderen Hochkaräter an den Niederrhein zu locken.



TRAINER & UMFELD

Lucien Favre bleibt zwar der gefeierte Held in Gladbach, sorgte bei einigen Anhängern jedoch auch für Stirnrunzeln. Einige personelle Entscheidungen und der Verzicht auf eine signifikante Umstellung des Spielsystems könnten das internationale Geschäft gekostet haben. So ließ der Trainer den millionenschweren Neuzugang Luuk de Jong außen vor, als dieser gerade in Fahrt kam, und baute plötzlich wieder auf Mike Hanke, dessen Weiterbeschäftigung über die abgelaufene Saison hinaus er allerdings ablehnt. Auf eine taktische Veränderung, die dem Potenzial des niederländischen Nationalspielers de Jong mehr entgegenkommen könnte, verzichtete der Schweizer hingegen.

Goal-Fazit: Im Umfeld von Borussia Mönchengladbach herrscht absolute Ruhe. Sportdirektor Max Eberl arbeitet unaufgeregt im Hintergrund, die Vereinsführung verfügt mit Hans Meyer und Rainer Bonhof über geballte Fachkompetenz und mischt sich nicht öffentlich in sportliche Belange ein. Kleinerer Zwistigkeiten zum Trotz sitzt auch Trainer Lucien Favre fest im Sattel. Die Fans sind schon allein durch Gladbachs Rückkehr auf die europäische Bühne euphorisiert und bewiesen dies unter anderem in der Europa League bei Lazio, als 10.000 mitgereiste Anhänger die "Spanische Treppe" in Rom besetzen.

DER LEADER
DER SPÄTZÜNDER
DER ENTTÄUSCHTE


GOAL-FAZIT

Hinter Borussia Mönchengladbach liegt eine "Übergangssaison" mit Höhen und Tiefen. Letztlich hat man den anvisierten einstelligen Tabellenplatz erreicht. Zwar konnte man die Abgänge einiger Stars nicht in Gänze kompensieren und auch die Chance auf das internationale Geschäft nicht nutzen, doch mit dem finanziellen Background und dem Potenzial der Mannschaft lässt sich positiv in die Zukunft blicken. Die kommende Transferperiode bietet der sportlichen Leitung die Möglichkeit, den Kader gezielt zu verstärken, und den nächsten Schritt in Richtung Spitzenmannschaft zu machen.

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