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Mit 25 Treffern sicherte sich Leverkusens Angreifer Stefan Kießling die Torjägerkanone in der abgelaufenen Saison. Goal.com hat sich den 29-Jährigen mal genauer angeschaut...

Leverkusen. Die Freude nach dem 1:0-Sieg beim Hamburger SV am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga war groß. Nicht nur, dass Bayer 04 Leverkusen das sechste Ligaspiel in Folge gewinnen konnte - man verhalf seinem Angreifer Stefan Kießling auch noch in letzter Sekunde zur Torjägerkanone.

Mannschaftsdienlich

"Für Kieß freut es uns natürlich besonders. Er ist nicht nur eiskalt vor dem Tor, sondern spielt auch absolut mannschaftsdienlich", äußerte sich Leverkusens Coach Sascha Lewandowski nach dem Spiel über seinen Schützling. Dies beweist auch die Statistik: Neben 25 Treffern legte Kießling auch zehn Tore auf seine Mannschaftskameraden auf.

Ausgerechnet Sidney Sam

In Hamburg legte ihm Sidney Sam den entscheidenden Treffer in Minute 90 auf. "Ausgerechnet Sidney Sam", werden viele Leverkusen-Fans nach dem Tor gesagt haben. Vor einer Woche klaute dieser Sam Kießling noch einen Elfmeter, verschoss und wurde zum Deppen der Nation. Jetzt machte er alles wieder gut und sorgte dafür, dass Kießling doch nochmal jubeln durfte.

Lob von Seeler

Nach dem Spiel bekam Kießling dann auch die begehrte Torjägerkanone überreicht - von einem, der weiß wie man Tore schießt. Uwe Seeler höchstpersönlich überreichte dem 29-Jährigen die Kanone und hatte noch ein großes Lob parat: "Dank seiner Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, hat er diese Trophäe auf jeden Fall verdient", so das HSV-Idol.

Heldenstatus

Ulf Kirsten! So hieß der letzte und bisher einzige Torschützenkönig in den Diensten von Bayer 04 Leverkusen. 1993, 1997 und 1998 konnte sich "Der Schwatte", wie er liebevoll genannt wurde, die Torjägerkanone schnappen und ist spätestens seitdem eine echte Bayer-Legende. Doch auch Kießling hat das Zeug dazu, sich in Leverkusen zur Legende zu entwickeln. Schon oft deutete der Blondschopf an, seine Karriere in Leverkusen beenden zu wollen - bei den Anhängern hat "Kieß" schon längst den Heldenstatus erreicht.

Knackt Kieß bald die 100?

98 Tore erzielte Kießling bisher für Leverkusen in der Liga. Nächste Saison wird er wohl in den dreistelligen Bereich schießen und damit den exklusiven Kreis um Ulf Kirsten erweitern. Mit seinen 29 Jahren gehört Kießling auch noch längst nicht zu den Opas unterm Bayerkreuz und hat sicherlich noch einige gute Jahre vor sich.

Bayer 04 Leverkusen
STEFAN KIESSLING
TORSCHÜTZENKÖNIG | BAYER 04 LEVERKUSEN
Stefan Kießling
BUNDESLIGA 2012/13
Einsätze 34
Tore 25
Vorlagen 10
SONSTIGES
Im Team seit... 2006
Spiele/ Tore Bundesliga gesamt 279/ 111
Erster Bayer-Torkönig seit... Ulf Kirsten

2006 aus Nürnberg

2006 kam Kießling aus Nürnberg ins Rheinland. "Der Schritt nach Leverkusen fiel mir nicht leicht, da ich in Nürnberg eine tolle Zeit hatte. Aber unterm Strich war es eine der besten Entscheidungen meines Lebens", sagt der Angreifer heute. Bevor Keßling nach Nürnberg kam, sammelte er als Jungspund bei Eintracht Bamberg die ersten Erfahrungen auf dem Fußballplatz. 

Karrierestart in Hamburg

Sein erstes Bundesligaspiel absolvierte Kießling im April 2003 - in Hamburg! Da, wo er jetzt den größten Erfolg seiner Karriere feiern durfte. In der 80. Minute wurde Kießling für Kai Michalke eingewechselt und durfte die ersten Minuten Bundesligaluft schnuppern. Das Spiel lief allerdings alles andere als optimal: Der Club verlor mit 0:4 und musste am Ende der Saison den bitteren Gang in die 2. Liga antreten.

Tordebüt in Fürth

Dort durfte Kießling dann seine ersten Erfahrungen als regelmäßiger Einwechselspieler machen. Und am 23. Spieltag war es dann soweit: Ausgerechnet beim Derby in Fürth, erzielte Kießling sein erstes Tor in der Profilaufbahn und sicherte den Nürnbergern noch ein 2:2-Unentschieden.

"Vielleicht mal von der Nationalmannschaft sprechen"

2006 lotste ihn dann der damalige Bayer-Trainer Michael Skibbe an den Rhein. "Wenn ich mich da durchsetze, dann kann ich vielleicht auch mal von der Nationalmannschaft sprechen. Noch wäre das ziemlich vermessen", sagte der junge Kießling 2006 in einem Interview mit Spiegel Online. Ganz schön ironisch, wenn man an Kießlings Situation heute denkt.

Keine Chance bei Löw

Durchgesetzt hat er sich definitiv, das Thema Nationalmannschaft bleibt jedoch ein wunder Punkt. Man hat das Gefühl, Kießling könne treffen wie er wolle, Joachim Löw will den Torjäger einfach nicht mitnehmen. Sechs Mal spielte Kießling für das DFB-Team, zuletzt bei der WM 2010 im Spiel um den dritten Platz gegen Uruguay. Doch ausgerechnet jetzt - wo er vielleicht an seinem Leistungshöhepunkt steht - berücksichtigt Löw ihn nicht mehr.

"Das Thema nervt"

"Das Thema nervt nur noch", sagt Kießling, der wohl schon längst mir der Sache abgeschlossen hat. Die ganze Geschichte um die Nichtnominierung des Angreifers gab es so in der Vergangenheit schon öfters. Martin Max, Olaf Marschall, Kevin Kuranyi - ihnen allen wurden, trotz Toren am Fließband, große Nationalmannschaftskarrieren verwehrt.

25 Küsschen an die Kids

Wie auch immer: Kießling nimmt die Sache gelassen hin und will sich in Zukunft voll und ganz auf seinen Klub konzentrieren. Obligatorisch für Kießling-Tore sind die Küsse auf den Unterarm. Dort hat sich "Kieß" die Namen seiner beiden Kinder tätowieren lassen - in dieser Saison gab es 25 Küsschen an die Kids.

Kießlings "Erfolgsrezepte"

Mit seiner Familie wohnt Kießling im beschaulichen Monheim am Rhein, einer Stadt direkt bei Leverkusen. Dort fühlt er sich pudelwohl und geht mit seiner Frau Norina seinen Lieblingshobbys nach. Dazu zählt unter anderem das Kochen. Sein Kochbuch "Erfolgsrezepte" wurde zum Verkaufsschlager unter Leverkusen-Anhängern und beweist, dass Kießling auch woanders, als auf dem Fußballplatz, eine gute Figur macht.

Endlich wieder Champions League

In der kommenden Saison spielt Kießling mit der "Werkself" endlich wieder in der Champions League. Dann winken große Namen und weitere Spiele für Kieß, um sein Torkonto erneut aufzustocken. Der 1,91-Meter-Hühne bleibt aber ganz bescheiden: "Man fängt immer wieder bei Null an. Wenn die Vorbereitung wieder losgeht, muss ich mich erneut beweisen. Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich alles dafür tun werde, um mit meiner Mannschaft erfolgreich zu sein."

 

EURE MEINUNG: Kann Kießling seinen Titel in der nächsten Saison verteidigen?

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