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"Seien wir mal ehrlich, es geht ums Finale" – Der FC Bayern mit dem Kopf in London, aber mit den Beinen noch in Gladbach

Es war so typisch für den FC Bayern in der 50. Bundesliga-Saison, dass sie selbst nach einer verkorksten Anfangsphase das Spiel immer noch mit Bravour drehten.

Aus Mönchengladbach berichtet Christoph Vogel

Da musste man sich schon die Augen reiben, als Borussia Mönchengladbach das tat, was dem FC Barcelona und vielen anderen überhaupt nicht vergönnt war – gegen den FC Bayern München zu treffen. Schon nach zehn Minuten stand es 3:1 für die Hausherren, die sich am Ende dennoch der gewaltig breiten Brust des Rekordmeisters geschlagen geben mussten.

Stranzl (4.) und Hanke (5.) brachten den Borussia-Park früh zum Beben. Die in Bestbesetzung angetretenen Bayern mussten sich gehörig schütteln und durften sich bei Javi Martinez bedanken, der früh den Anschlusstreffer markierte. Ausgerechnet Rückkehrer Dante sorgte mit seinem Fehler vor dem zweiten Gegentor für Unruhe. „Es ist immer auch eine Frage der Konzentration“, sagte der Brasilianer nach der Partie schuldbewusst. „Danach hat mir die Reaktion der Mannschaft gut gefallen“. Rückendeckung bekam er auch vom Torschützen zum 3:4, Arjen Robben: „Dante macht seinen einzigen Fehler in dieser Saison. Sonst hat er eine überragende Saison gespielt. Heute durfte er das mal machen.“

"Wir haben für den Trainer gewonnen"

Denn trotz des frühen Rückschlages wirkten die Bayern nicht verzweifelt. Man konnte sehr gut erkennen, dass diese Mannschaft mit allen Situationen zurechtkommt und vor Selbstvertrauen strotzt. Fragezeichen nach dieser Anfangsviertelstunde? Kaum. Besonders Franck Ribery spielte wie von einem anderen Stern und war von den Borussen nicht in den Griff zu kriegen. "Wir haben in der Pause in der Kabine gut gesprochen und gut reagiert in der zweiten Halbzeit", so der Franzose, der zwei Treffer erzielte. "Es ist immer gut, wenn wir gewinnen. Wir haben auch für den Trainer gewonnen, für Jupp."

Der Franzose zeigte sich in der Offensive genauso spiellaunig wie sein Gegenüber Robben, der genau wusste, dass das Spiel trotz aller Mahnungen im Schatten des kommenden Endspiels stand. "Es sind glaube ich immer diese Spiele am Ende der Saison“, so der Niederländer. "Vor dem Spiel sagt man, dass man sich auf das Spiel konzentrieren muss. Aber seien wir mal ehrlich, es geht ums Finale. Daran kommt man einfach nicht vorbei."

Als Mannschaft zusammengerückt

Dennoch ist der erste Titel endlich unter Dach und Fach. Vom ersten Tag an gab es intern keine Zweifel daran, wer in diesem Jahr die Schale holen würde: "Wir haben uns entwickelt und sind vielleicht noch ein bisschen weiter zusammengerückt als Mannschaft. Dabei haben wir natürlich Qualität gewonnen im Kader. Diese Kombination hat uns den Titel gebracht". Für Neuzugang Xherdan Shaqiri, der nach dem FC Basel nun auch mit den Bayern zum Titeljäger wird,  steht die Krönung dieser Saison noch aus: "Wir sind Meister und das wollten wir unbedingt dieses Jahr. Den ersten Titel haben wir im Sack und jetzt wollen wir natürlich die zwei anderen Titel auch gewinnen. Dann haben wir glaube ich ein perfektes Jahr hinter uns."

EURE MEINUNG: Sind den Bayern in dieser Form die anderen Titel überhaupt noch streitig zu machen?

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