thumbnail Hallo,

Werder Bremen: Ein Verein im Schatten von Thomas Schaaf

Sportlich war das letzte Saisonspiel für Werder Bremen bedeutungslos. Doch in puncto Symbolik sorgten die Bremer Fans für eine ganz besondere Atmosphäre.

Nürnberg. Ein Happy End lässt sich das, was sich bei Werder Bremen in den letzten Tagen ereignet hat, bei Weitem nicht nennen. In höchster Not rettete sich der Traditionsverein am vorletzten Spieltag vor dem Abstieg und trennte sich nur wenige Tage später von Trainer Thomas Schaaf. Wie es weitergeht, ist völlig ungewiss.

„Niemals geht man so ganz“

Die Ära des Thomas Schaaf ist vorbei, es lebe? Thomas Schaaf, genau. Diesen Eindruck konnte man zumindest gewinnen, wenn man den Werder-Tross an diesem sonnigen Samstag Nachmittag in Nürnberg beobachtete. Die Spieler wärmten sich in T-Shirts mit seinem Namen auf, schenkten diese anschließend den weit mitgereisten Fans, die an diesem Tag nur ein Ansinnen hatten: dem Trainer, der 14 Jahre das Team betreute, zu huldigen. „Niemals geht man so ganz. Danke Thomas“, hieß es auf den Shirts.

Die komplette erste Halbzeit widmeten die Werder-Fans ihre Gesänge nur Schaaf, nicht der Mannschaft. Es schien, als ob das Spielgeschehen auf dem Platz  zur Nebensache wurde. Kein Wunder, es spielten schließlich zwei Teams, für die es um nichts mehr ging. So entstand ein schöner Sommerkick mit einem Schuss Gänsehautfeeling – dank dem zuletzt bereits gelobten Anhang der Bremer.

„Wir sind zu Beginn richtig gut ins Spiel gekommen, haben frühzeitig gestört und dann verdient das 1:0 erzielt. Wir hätten in dieser Phase auch das zweite Tor machen können“, sagte Interimstrainer Wolfgang Rolff nach der Partie gegenüber Goal.com. Mitentscheidend sei der nicht gegebene Elfmeter gewesen, führte Rolff weiter aus. Es dürfte sein erstes und letztes Bundesliga-Spiel gewesen sein. Bremen sucht nach einer anderen Lösung.

Eichin: Neuanfang war nötig

„Die Gespräche mit Thomas Schaaf waren zu Beginn ergebnisoffen. Die Geschäftsführung ist zum Entschluss gekommen,  sich zu trennen“, schilderte Thomas Eichin. Dem Wunsch von Schaaf, das letzte Spiel in Nürnberg nicht mehr zu machen, habe der Verein lediglich entsprochen. Ein Neuanfang sei nun geplant. Nicht mehr durchhaltbar wäre es für den langjährigen Trainer gewesen, neu in eine Saison zu starten, so ganz ohne jeglichen Kredit. „Ein hervorragender Trainer“ sei Schaaf, merkte Eichin an, doch die Trennung war unvermeidlich. „Es war der richtige Schritt“, bekräftigte der Werder-Boss erneut.

De Bruyne gibt ein letztes Bewerbungsschreiben ab

Wohl auch zum letzten Mal im Werder-Dress aufgelaufen ist in Nürnberg Kevin de Bruyne. Und der Belgier gab eine Visitenkarte ab, die sich gewaschen hatte: Wie schon in den letzten Partien war de Bruyne omnipräsent, technisch stark und immer anspielbar. Auch seine Torgefahr stellte er wieder unter Beweis, er lupfte den Ball mit viel Gefühl und noch mehr Technik zur 1:0-Führung für die Gäste aus Bremen und zeichnete auch für den späten zweiten Treffer der Werderaner verantwortlich.

Zu seiner Zukunft sagt der Belgier seit Wochen nur wenig, so auch in Nürnberg. Er werde Bremen verlassen, bestätigte er gegenüber Goal.com das, was zuvor bereits schon klar erschien. Wohin es allerdings geht, dafür gibt es noch immer einige Optionen, Werder gehört wohl nicht dazu. So wird de Bruyne formell erstmal zum amtierenden Champions-League- und Europa-League-Sieger Chelsea zurückkehren. Interessiert sein sollen unter anderem Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen. Doch die „Blues“ möchten das Talent nur verleihen, nicht verkaufen. Der Poker dürfte sich also auch im Sommer noch etwas hinziehen. Werder Bremen wird ihn aus den Köpfen bekommen müssen – genauso wie Thomas Schaaf.


EURE MEINUNG: Wie geht es weiter bei Werder Bremen?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig