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Drei Tore schoss Hrgota bei seinem Startelfdebüt für Mönchengladbach. Durch die Leistung des Jungstars ergibt sich die Frage: Warum versuchte es Favre so lange mit de Jong?

Mönchengladbach. Als der Abpfiff in Mainz ertönte, war die Freude bei den Gladbach-Fans riesig. Nach zwei Niederlagen in Serie konnte Borussia Mönchengladbach mit dem 4:2 wieder einen Sieg einfahren. Doch neben allem Jubel über den "Dreier" lag auch ein Gefühl der Wehmut in der Luft: Die „Fohlen“ liegen drei Punkte hinter dem Tabellensechsten Eintracht Frankfurt, vor dem finalen Duell mit dem FC Bayern München sind die Chancen auf die Qualifikation für die Europa League minimal.

Dass Gladbach überhaupt noch eine Möglichkeit hat, ist Branimir Hrgota zu verdanken, dem dreifachen Torschützen, den bis vor wenigen Wochen nur die größten Fußball-Experten kannten.

Der 20-jährige Stürmer, der neben der schwedischen auch die kroatische Nationalität besitzt und für Schwedens U21 spielt, war im vergangenen Sommer für etwa 400.000 Euro vom schwedischen Zweitligisten Jönköping Södra zu den Borussen gewechselt. Seine Lieblingsposition: hängende Spitze. Welche Qualitäten er mitbringt, konnte er bis zum Mainz-Spiel nur selten beweisen.

Hrgotas Durchbruch

Zu Saisonbeginn war Hrgota mehrfach eingewechselt, dann aber auf die Tribüne verbannt worden. Nach einem Außenbandriss im Februar feierte er am 30. Spieltag beim 1:0 gegen den FC Augsburg sein Comeback, als er eingewechselt wurde. In Mainz durfte er nun zum ersten Mal überhaupt von Beginn an ran – und schlug voll ein.

Nicht nur seine fußballerische Leistung beeindruckte, sondern auch sein Selbstbewusstsein: Als die Borussia einen Strafstoß zugesprochen bekam, bat Hrgota den etatmäßigen Elfmeterschützen Martin Stranzl, die Aufgabe übernehmen zu dürfen. Er, dessen Vorbild anders als naheliegend nicht Zlatan Ibrahimovic, sondern Cristiano Ronaldo ist, traf ganz cool.

Einen Dreierpack von einem Schweden bekamen die Gladbach-Fans schon einmal zu sehen. Am 5. November 1995 erzielte Ex-Bundesliga-Star Martin Dahlin, heute 45, drei Treffer beim 4:1-Sieg auf Schalke.

"Das war richtig abgezockt"

Jener Dahlin sagte nun gegenüber der Bild: "Natürlich verfolge ich die Bundesliga. Ich habe Hrgotas Tore in Mainz gesehen. Das war richtig abgezockt, wie er die Dinger gemacht hat. Auch, wie er sich frech den Ball vor dem Elfer geschnappt hat. Wenn er weiter hart an sich arbeitet, kann er in Gladbach so erfolgreich werden wie ich."

Es steckten viele Vorschusslorbeeren in diesen Worten, aber Hrgota hat in Mainz tatsächlich gezeigt, dass er das Potenzial hat, in der Bundesliga den Durchbruch zu schaffen. Er hat einen harten, platzierten Schuss und arbeitet effektiv mit nach hinten. Trainer Lucien Favre wird den Spieler vermutlich auch beim letzten Heimspiel gegen den FC Bayern aufstellen.

Für den Schweizer war Hrgotas Klasse-Leistung indes auch eine Niederlage. Er hat monatelang auf Luuk de Jong gebaut, der zwar zwölf Millionen Euro gekostet hat, aber in dieser Saison nie gezeigt hat, dass er tatsächlich so viel wert ist. Andere Kandidaten für Gladbachs Offensivreihe blieben derweil draußen. Man behauptet nicht zuviel, wenn man sagt, dass auch diese Personalpolitik Schuld daran sein könnte, falls der Klub das internationale Geschäft tatsächlich verpasst.

EURE MEINUNG: Auf welchen Positionen muss sich Gladbach verbessern?

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