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Den Hamburgern droht im laufenden Geschäftsjahr ein Minus von 24 Millionen Euro. Spielerverkäufe oder die Teilnahme am internationalen Wettbewerb könnten für Entspannung sorgen.

Hamburg. Der Hambuger SV hat ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten. Medienberichten zufolge beläuft sich der Fehlbetrag im laufenden Geschäftsjahr auf 24 Millionen Euro. Bereits in den beiden vorherigen Geschäftsjahren verzeichneten die Rothosen ein Minus von insgesamt über zehn Millionen. Die Lizenz ohne Auflagen für die kommende Spielzeit sicherte sich der HSV durch den Nachweis seiner Liquidität: Über die Fan-Anleihe im Herbst 2012 nahm der Verein 17,5 Millionen Euro ein, die zum Bau eines neuen Nachwuchsleistungszentrums verwendet werden. Einzig der Verkauf seiner Stars oder die Teilnahme am internationalen Wettbewerb können den Bundesligadino vor einem Kollaps bewahren.

Auf Schützenhilfe angewiesen

Um den Einzug ins internationale Geschäft wahr zu machen, ist der HSV auf die Hilfe des VfL Wolfsburg angewiesen. Das Team von Dieter Hecking trifft in Frankfurt auf den direkten Konkurrenten der Rothosen um das letzte Ticket für Europa. Mit Bayer 04 Leverkusen hat der HSV jedoch die weitaus schwierigere Aufgabe vor der Brust – nur eines ihrer letzten fünf Spiele gewannen die Hamburger vor heimischem Publikum. Zudem gab es in den letzten sieben Begegnungen der beiden Teams keine einzige Niederlage für den Werksclub. Nichtsdestotrotz wird Thorsten Fink mit seiner Mannschaft alles daran setzen, um diese Serie zu brechen. Es geht um weitaus mehr als Europa.

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Kein Geldregen zu erwarten

Mit dem Traum von der Europa League lebt auch der Traum von zusätzlichen Einnahmen, auf die der Verein dringend angewiesen ist. Das ganz große Geld lässt sich mit dem kleinen Bruder der Champions League jedoch nicht verdienen. Die Unterschiede zwischen den beiden Wettbewerben sind gravierend. Während der Einzug in die Gruppenphase der Königsklasse mit 8,6 Millionen Euro belohnt wird, gibt es in der Europa League nur 1,3 Millionen. Alle in der Runde der letzten 32 teilnehmenden Vereine bekamen in dieser Saison 200.000 Euro, Achtelfinalisten strichen eine Zahlung von 350.000 Euro ein.

PRÄMIEN IN DEN EUROPÄISCHEN WETTBEWERBEN
 
WETTBEWERB CHAMPIONS LEAGUE
EUROPA LEAGUE
ERREICHEN DER GRUPPENPHASE
8,6 Mio € 1,3 Mio €
LEISTUNGSPRÄMIE SIEG 1 Mio € 0,2 Mio €
LEISTUNGSPRÄMIE REMIS
0,5 Mio € 0,1 Mio €
MAXIMALE PRÄMIENAUSSCHÜTTUNG FÜR SIEGER DES WETTBEWERBS (EXKLUSIVE ZAHLUNGEN AUS MARKT-POOL) 60 Mio € 9,9 Mio €
AUSSCHÜTTUNG PRÄMIEN INSGESAMT (EXK. MARKT-POOL)
530 Mio € 208 Mio €

Für den Einzug ins Viertelfinale bekam jeder Verein in der Europa League 450.000 Euro, das Halbfinale wird mit einer Million Euro vergütet. Der Sieger der Europa League erhält fünf Millionen Euro, der Finalist streicht 2,5 Millionen Euro ein. Insgesamt lassen sich somit 9,9 Millionen Euro durch Prämien verdienen, in der Champions League ist es das Sechsfache. Zu den Prämien kommen die Gelder aus dem Markt-Pool, dessen Höhe sich nach den Fernsehgelderlösen in den jeweiligen Ländern richtet.

Ticketverkäufe von größerer Bedeutung

Doch nicht für jeden Verein lohnt sich die Teilnahme an der Europa League. Abzüglich aller Kosten für Reisen, Unterkünfte und die Ausschüttung von Prämien an Spieler und Verantwortliche, bleibt beispielsweise Bayer 04 Leverkusen oder dem VfB Stuttgart unterm Strich nicht viel über, weil die Einnahmen aus Ticketverkäufen auf niedrigem Niveau geblieben sind. Über ein mangelndes Interesse am Europapokal wird man sich in Hamburg jedoch nach dreijähriger Abstinenz nicht beklagen. Bis zu einer Million Euro könnte der HSV pro Heimspiel in der Europa League durch Zuschauereinnahmen dazuverdienen. Um wirtschaftlich auf gesunden Beinen zu stehen, müssen sich die Hamburger in den kommenden Jahren für die europäischen Wettbewerbe qualifizieren – andernfalls droht irgendwann die Insolvenz.

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