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Bundesliga-Blues in Blau: Nach dem 1:4 gegen den HSV sind Hoffenheims Chancen auf den Klassenerhalt nur noch minimal. Dabei hätte ein Sieg den Befreiungsschlag gebracht.

Sinsheim. Nach Abpfiff ließ auch Maskottchen Hoffi seinen Elchskopf hängen und mischte sich unter die Spieler in den blauen Trikots, die sich in der Südkurve der Wirsol Arena von den Fans verabschiedeten. Zu klar war die 1:4-Niederlage seiner TSG Hoffenheim gegen den HSV (zumindest vom Ergebnis her) ausgefallen; zu gering und theoretisch sind vor dem letzten Spiel in Dortmund die Chancen auf die Relegation und den Klassenerhalt.

Letzte Chance vertan?

Dabei, so dämmerte es den meisten nach Abpfiff, hätte ein Sieg gegen den HSV die Wende bringen können. „Die anderen haben eigentlich alle für uns gespielt. Wir waren heute einfach zu blöd heute, dass zu nutzen“, fasste Tobias Weis seine Enttäuschung in Worte. Weil Fortuna Düsseldorf und Augsburg zeitgleich verloren, hätte ein Heimsieg den große Befreiungsschlag gebracht und die TSG auf einen Nichtabstiegsplatz befördert.

So bleibe noch eine „ganz ganz kleine Chance“ in Dortmund, wo Hoffenheim in der kommenden Woche zum Siegen verdammt ist. Gleichzeitig bräuchte die TSG Schützenhilfe aus Fürth, das in Augsburg zu Gast ist, und Hannover. Die 96er empfangen dann die Fortuna aus Düsseldorf. Zumindest vom Papier her lösbarere Aufgaben als der BVB. Zudem spricht das Torverhältnis gegen Hoffenheim: Sollten einer der beiden direkten Konkurrenten punkten, müsste die TSG im Signal Iduna mit mindestens sechs Toren Unterschied gewinnen.
 


„Eine Mammutaufgabe“, so Andreas Beck, der den verbleibenden Aussichten in einem Anflug von Optimismus auch Positives abgewinnen konnte: „Das Schönste ist, das wir noch eine Gelegenheit haben.“ Vor der soeben verpassten „Riesenchance“ konnte aber auch der Kapitän die Augen nicht verschließen. Ein Vorstoß von Diekmeier auf der rechten Flanke und ein hoher Ball aus dem Mittelfeld nach Ballverlust hatten die engagiert aufspielende TSG schnell auf die Verliererstraße gebracht. „Hamburg hat bei beiden Toren eigentlich unser Spiel gespielt: Ball abfangen und in die Spitze spielen“, ärgerte sich Beck über den Spielverlauf.

Zwischen Bundesliga-Blues und Restoptimismus

„Wir waren im Umschalten nicht mehr so konsequent wie zuletzt. Und Hamburg hat eiskalt gekontert“, analysierte auch Torschütze Kevin Volland. Dass die Männer in Blau nach dem 0:3 postwendend den Anschluss schafften und kämpferisch zu überzeugen wussten, kann durchaus als Beleg für die Aufbruchstimmung gesehen werden, die Trainer Markus Gisdol im Kraichgau wecken konnte. Ob sie aber auch für ein 'Wunder in Westfalen' beim Champions League-Finalisten reicht?

"Wir verarbeiten jetzt dieses Spiel und dann fahren wir voller Zuversicht nach Dortmund – die Saison ist noch nicht zu Ende", gab Gidsol auf der Pressekonferenz die Richtung vor. "Wie realistisch das ist?", wiederholte Sven Schipplock in der Mixed Zone die Frage eines Journalisten: "Wir können natürlich auch zuhause bleiben und sagen: Gut ist. Wir werden aber versuchen, das Bestmögliche rauszuholen. Was am Ende bei rausspringt..., das sehen wir dann."

So pendeln die TSG-Profis vor dem Saisonfinale zwischen Bundesliga-Blues und Restoptimismus: Während ein sichtlich geknickter Roberto Firmino fast wortlos aus dem Stadion ging ("Das nimmt mich mit") und Tobias Weis mentale Ursachenforschung betrieb („Vielleicht hat der Kopf heute eine größere Rolle gespielt als anderes“), kündigte Mittelfeldabräumer Sebastian Rudy für das Duell gegen Dortmund schon mal "Krieg" an.

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