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David Moyes, neuer Trainer von Manchester United, wird mit Wayne Rooney auf einen Spieler treffen, den er als 18-Jähriger für viel Geld verkaufte. Kreuzen sich die Wege wirklich?

SPECIAL REPORT
Von Wayne Veysey & Liam Twomey

Premier-League-Klub FC Everton bestätigte am Donnerstag, dass David Moyes zur kommenden Saison das Amt des Cheftrainers bei Manchester United antreten wird. Der Schotte beerbt Uniteds langjährigen Coach Sir Alex Ferguson, der nach 26 Spielzeiten seinen Rückzug angekündigt hatte. Goal.com hatte bereits am Mittwochmorgen exklusiv berichtet, dass er Manchesters Wunschkandidat sei und die erzielte Einigung schnell verkündet werden sollte.

In Manchester kommt somit zum Aufeinandertreffen zwischen Moyes und Wayne Rooney - eine Verbindung mit Geschichte. Ob es wirklich zum Aufeinandtreffen kommt, ist aber fraglich. Der FC Arsenal und der FC Chelsea haben sich offensichtlich in das Gerangel um Wayne Rooney von Manchester United eingeschaltet und wollen den Starstürmer unter Vertrag nehmen (zum Artikel).

Nach Informationen von Goal.com ist Rooney entschlossen, das Old Trafford zu verlassen. Der Grund dafür liegt in der Verpflichtung von David Moyes, der als Nachfolger von Sir Alex Ferguson am Donnerstagnachmittag bestätigt wurde.

Der Stürmer, der mit Moyes in der Vergangenheit so seine Differenzen hatte, sei nicht bereit, unter seinem ehemaligen Chef zu arbeiten. Rooney sagte Ferguson vor zwei Wochen, dass er einen Transfer am Ende der Saison wolle. Der Schotte machte daraufhin deutlich, dass der Verein nicht bereit wäre, ihn zu verkaufen.

Rooney zeigte sich zunehmend frustriert über die Herabstufung seiner Rolle unter Ferguson, die darin gipfelte, dass er im Spiel der Saison – dem Rückspiel gegen Real Madrid im Achtelfinale der Champions League – nicht auflaufen durfte.

Neu-Trainer Moyes wird hingegen wohl ebenfalls betonen, dass Rooney nicht zum Verkauf steht. Rooney wird einer der Schlüsselspieler für die kommende Saison sein, das muss Uniteds neuer Coach schon alleine deshalb betonen, weil Wayne Rooney bei den eigenen Fans einen hohen Stellenwert genießt.

CHELSEA & ARSENAL WOLLEN ROONEY
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Der 27-Jährige und seine Vertreter werden nun jedoch darauf drängen Manchester United am Saisonende verlassen zu dürfen. Der Kampf um die Dienste des englischen Nationalspielers dürfte in England für viel Aufsehen sorgen, denn immerhin sind Englands größte Klubs in den Poker involviert.

Moyes wird sicherlich schon gut informiert sein über das, was sich in Manchester aktuell bei der Personalie Rooney abspielt. Nicht ohne Plan wird er vorgehen, um den Nationalspieler vielleicht doch halten zu können oder für ihn ein passendes Angebot zu erhalten.

In Manchester hat Rooney noch einen Zwei-Jahres-Vertrag, daher muss sich der Klub intensiv mit einem Verkauf auseinandersetzen, denn das Preisschild des Stürmers dürfte somit nicht mehr allzu lange allzu hoch sein.

Schon im Oktober 2010 gab es Spekulationen über einen Abschied von Wayne Rooney. Wäre der Stürmer damals aus dem Old Trafford verschwunden, wäre die Situation deutlich schwieriger gewesen, als jetzt. Die Tore von Robin van Persie haben den Stellenwert von Uniteds Nummer zehn in dieser Saison verändert. Rooney ist ersetzbar und nicht mehr der alleinige Garant für Tore und Punkte.

In Europa wird die Entwicklung von Rooney daher genauer beäugt, denn in den kommenden Wochen könnte sich somit ein großer Spieler auf dem Transfermarkt verfügbar machen, der bei einigen Klubs für Interesse sorgen dürfte.

Ein Blick in die Vergangenheit von Rooney und Moyes hilft, um die Problematik zu verstehen:

Der dreimalige englische Trainer des Jahres Moyes mag mit Everton außer einem vierten Platz 2005 und dem Einzug ins FA-Cup-Finale 2009 nichts Zählbares erreicht haben. Doch in England wird er auch dafür geachtet, mit geringen finanziellen Mitteln recht viel herausgeholt zu haben. Zudem wird ihm ein gewisser Mut und ein Blick für Talente zugeschrieben. Er war es, der einst einem 16-jährigen Flegel namens Wayne Rooney zum Profidebüt verhalf.

Rooney und der designierte Ferguson-Nachfolger Moyes kennen sich daher sehr gut. 2002 hatte der Angreifer, damals noch für Everton, sein Premier-League-Debüt unter Moyes gefeiert. Zwei Jahre später ging er für 37 Millionen Euro nach Manchester. Später hatte Rooney mit einigen Passagen in seiner Biografie Moyes allerdings verärgert.

Vom Talent formte Moyes ihn zum besten Stürmer Englands. Rooney lastete Moyes in seiner Biografie unter anderem an, er habe dafür gesorgt, dass Rooney Everton verlassen und zu United wechseln musste. Eine Lüge, sagte Moyes, und klagte sogar vor Gericht. "Kein Trainer will seine besten Spieler verlieren", sagte sein Anwalt damals.

Rooney klagte den Schotten öffentlich an, er habe damals Gespräch-Details an das Liverpool Echo durchsickern lassen. Moyes zog vor Gericht und siegte. Obwohl beide mittlerweile wieder ein entspannteres Verhältnis haben sollen, soll es hinter den Kulissen weiterhin Ärger geben.

Die Zeit als Heiler, so könnte man es wohl formulieren. Im Februar 2010 näherten sich beide wieder an. Moyes startete eine Charm-Offensive und erklärte, dass er Rooney bei Everton jederzeit wieder willkommen heißen würde. Im vergangenen Oktober legte er nach: "Ich habe immer daran geglaubt, dass mir Wayne [Rooney] auf meinem Trainerweg geholfen hat. Ich werde immer dankbar sein, dass er hier in Everton war."



Diese Aussagen können nun so interpretiert werden, dass sie von einem Mann kamen, der schon zu diesem Zeitpunkt ganz genau wusste, was in Zukunft passieren könnte oder wird. Doch der alte Streit, so scheint es jetzt, ist noch immer nicht beigelegt, auch wenn es so scheint.

Für beide Seiten stehen nun interessante und spannende Wochen bevor. Ein Verkauf von Rooney würde weitere Probleme mit sich ziehen, denn beispielsweise auch der Sportausstatter Nike hat ein großes Interesse daran, dass Rooney weiterhin bei Manchester United spielt.

Viele Faktoren kommen zusammen. Vielleicht ist es für beide Seiten das Beste, wenn Rooney in den United-Geschichtsbücher einen Platz findet und die Zukunft von anderen Protagonisten gestalten lässt...

EURE MEINUNG: Was meint ihr  - Moyes und Rooney zusammen, geht das?

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