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SSC Neapel: Cavani ein zweiter Maradona - oder doch lieber der Wechsel zu einem europäischen Riesen?

Edinson Cavani kann am Mittwoch die Rückkehr Neapels in die Champions League feiern. Im Sommer ist er das Transfer-Ziel Nummer eins in Italien.

KOMMENTAR
Von Kris Voakes

Neapel. Siegt Neapel am Mittwochabend gegen Bologna, dann kehrt der SSC in die Champions League zurück. Einen großen Anteil daran hat Edinson Cavani. Seine 36 Tore in den 42 Spielen der laufenden Saison wecken Begehrlichkeiten auch bei den großen Klubs in Europa.

Cavani ist bereits jetzt eine Legende in Neapel. Er steht für den Erfolg, doch eben dieser macht den Uruguayer auch interessant für die großen Klubs. Im Sommer wird sich die Frage stellen, ob er mit dem Klub den Weg weiter geht und ihn zu noch größeren Erfolgen führt oder sich einen neuen Arbeitgeber sucht. Wird er auf Diego Maradonas Spuren wandeln oder nicht?

Eines ist in Neapel so sicher wie das Amen in der Kirche. Es gibt keinen Größeren als Diego Maradona. Der Argentinier ist das Idol, Cavani hat aber die Chance mit Maradona gleichzuziehen und die Süditaliener zu Titeln in der Serie A zu führen oder in der Champions League für Furore zu sorgen. Dafür müssen sich die Verantwortlichen des Klubs und der Spieler in den kommenden vier Monaten zusammensetzen, um ein deutliches Zeichen für mögliche Interessenten zu setzen.

Der Torerekord des 26-Jährigen ist beeindruckend. Zwei Spielzeiten mit 33 Treffern und bereits bis heute hat er 35 Tore für die Napoli erzielt. Je mehr er trifft, desto heftiger buhlen Klubs wie Manchester City, Paris Saint-Germain oder Real Madrid um ihn.

CAVANIS LEISTUNG BEI NAPOLI

Saison
Serie A
Tore Europa Tore Pokal Tore
2010-11 Dritter 26 von 59 (44%) (EL) Achtelfinale 7 von 12 (58%) Viertelfinale 0 von 2 (0%)
2011-12 Fünfter 23 von 66 (35%) (CL) Achtelfinale
5 von 14 (36%) Sieger 5 von 9 (56%)
2012-13 Zweiter 26 von 67 (39%) (EL) Sechzehntelfinale
7 von 12 (58%)  Achtelfinale
2 von 3 (67%)

Die "Citizens" scheinen sehr viel daranzusetzen, Cavani zu verpflichten, haben aber mit Radamel Falcao, Luis Suarez, Zlatan Ibrahimovic, Robert Lewandowski und Stevan Jovetic auch noch andere Namen auf ihrer Liste, sollte Neapel nicht von der festgeschriebenen Ablöse von 63 Millionen Euro abrücken. Die Namen sind allesamt nicht ohne, doch keiner zeigt einen annähernd so immensen Torhunger wie der Uruguayer. Die entthronten Englischen Meister haben sogar Edin Dzeko zum Tausch dargeboten, um den Preis zu drücken. Der Bosnier wird, glaubt man den Gerüchten, seinem Herzen zurück in die Bundesliga folgen. Hier soll Borussia Dortmund ein Abnehmer sein.

Cavani hat sich nicht konkret geäußert, ob er denn nun gehen wird oder nicht. Der Klub muss nun daran denken, dass Cavani bald weg sein könnte, kommen seine beste Jahre doch erst noch. Sein Agent Claudio Anellucci sagte nach Cavanis Hattrick gegen Inter: "Cavani ist ein Außerirdischer und zeigt seine Hingabe jedes Mal, wenn er das Spielfeld betritt."

"Ich war aufgeregt, da mir bewusst wurde, dass ich der Agent des zweitbesten Spielers gleich nach Maradona in San Paolo bin. Der gestrige Abend war denkwürdig. Wir waren Zeugen eines gewaltigen Spiels. Edi war unglaublich. Jeder hat von ihm gesprochen, als sei er ein Außerirdischer", so der Berater weiter und wie jeder gute Agent weiß auch er um den Wert seines Klienten.

Die Süditaliener haben aber wohl nicht das Geld, das ihm große Klubs bieten könnten. Sie haben aber die Leidenschaft, die in anderen Klubs nicht mehr existent ist. Und sie haben mit nur einem weiteren Sieg die Champions League sicher. Mit Platz zwei könnten sie sich nicht nur die Königsklasse, sondern auch die Dienste ihres Stürmers sichern.

Die finanziellen Möglichkeiten, die die Champions League eröffnet, müssen vernünftig in den Kader gesteckt werden. Es scheint so, als ob die Verantwortlichen blind auf Cavani vertrauen. Das dies nicht immer optimal ist, zeigte sein Tief im Februar und März, als man den Kampf um den Scudetto endgültig verlor. Das Geld sollte in die Abwehr von Napoli fließen.

Mit Platz zwei sichern sie sich nicht nur die Königsklasse, sondern auch die Dienste ihres Stürmers.

Klubboss De Laurentiis weiß, dass er und sein Coach Walter Mazzarri den Kader verbessern müssen, um Cavani das zu bieten, was er als Fußballer braucht. Cavani kann als lebende Legende in Neapel einiges voranbringen, die Vereinsoberen müssen sich zusammenraufen, denn eines ist sicher: Verlässt Cavani den Klub, dann sind die Träume, den SSC dauerhaft an die Tabellenspitze zu führen, dahin.

Viele sahen in Ezequiel Lavezzi den nächsten Maradona, doch er verließ den Klub in Richtung Paris. Geht auch Cavani, wäre es für den Verein, die Stadt und die Liga eine Katastrophe.

Milan kann auch ohne Champions League große Fußballer anlocken, Neapel kann dies nicht. Cavani ist der begehrteste Spieler in der Serie A. Sein Abgang könnte die Liga in die Bedeutungslosigkeit fallen lassen. Für alle ist es das Beste, wenn Maradonas Nachfolger genau dort bleibt, wo er jetzt ist.

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