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Fortuna Düsseldorf hat seit zehn Spielen nicht mehr gewonnen, steckt tief im Abstiegskampf. Spielerisch muss das Team keine Highlights abliefern - aber zumindest alles geben.

Düsseldorf. Als Düsseldorfer Fußball-Fan musste man sich schon vor der Saison mit dem Gedanken anfreunden, möglicherweise erst einmal nur ein Jahr Bundesliga-Fußball erleben zu dürfen. Der Umbruch war riesig, die finanziellen Mittel knapp, Wunderdinge konnte nach 15 Jahren Erstliga-Abstinenz niemand von der Fortuna erwarten.

Und auch dass es nach der guten Hinrunde mit 21 Punkten und einem Dasein fernab von allen Sorgen in der Rückserie eventuell nicht derart positiv weitergehen würde, war allen direkt Beteiligten und Außenstehenden klar. Immerhin ist das, was bei den Rot-Weißen an fußballerischer Qualität vorhanden ist, nicht mit dem zu vergleichen, was einige der direkten Konkurrenten im Abstiegskampf wie 1899 Hoffenheim und Werder Bremen anbieten können.

Die Euphorie ist längst weg

Dieses Minus an Klasse hat Düsseldorf bis zum Beginn der Krise vor zehn Spieltagen mit mannschaftlicher Geschlossenheit, Leidenschaft und dem Glauben an eine große Überraschung, den Klassenerhalt, wettgemacht. Deutlich wurde aber auch: Geht das Team in Sachen Einsatz nicht an seine Grenzen, wird es schwer werden mit dem Verbleib im Oberhaus.

Dieser unwahrscheinliche Fall ist nun tatsächlich eingetreten. Wer die jüngsten Auftritte der Fortuna begutachtete, runzelte zwangsläufig ratlos mit der Stirn. Ist das noch die Mannschaft, die in der Hinrunde für Furore gesorgt und die Aufstiegseuphorie in die darauffolgende Saison getragen hat? Man kann es kaum glauben.



Spielern wie Axel Bellinghausen und Andreas Lambertz wird hinsichtlich der Leidenschaft vermutlich in 100 Jahren kein Vorwurf gemacht werden können. Andere Akteure hingegen müssen sich aktuell fragen, ob sie wirklich alles dafür tun, ihren Arbeitgeber vor dem Absturz in die zweite Liga zu bewahren. Ob sie wie im Fall Robbie Kruse nicht schon in Gedanken bei ihrem neuen Arbeitgeber sind. Offensiv-Allrounder Kruse wechselt nach Leverkusen, Torhüter Fabian Giefer, der neuerdings regelmäßig patzt, will ebenfalls weg, Außenverteidiger Johannes van den Bergh steht vor einem Wechsel zu Hertha BSC Berlin.

Da kann es gut sein, dass die Konzentration und der maximale Wille abhanden gekommen sind. Vielleicht auch, weil einige angesichts der Misserfolge zuletzt gar nicht mehr so recht daran glauben, gut genug für die Bundesliga zu sein.

Das Feuer muss entfacht werden

Einige Kritiker haben diese Entwicklung kommen sehen, aber die Entscheidungsträger haben sie verkannt. Trainer Norbert Meier spricht seit Monaten von einem andauernden Lernprozess, Manager Wolf Werner redet miese Auftritte schön. Derlei Äußerungen sind kontraproduktiv, wenn es darum geht, der Mannschaft Feuer zu machen.

Zweimal muss Fortuna noch ran, erst gegen Nürnberg, dann in Hannover. Ein Sieg könnte reichen, um Platz 15 zu verteidigen. Bevorstehende Transfers, Zweifel an der eigenen Klasse - all das darf jetzt nicht mehr zählen. Trainer Meier muss es schaffen, dass seine Spieler wieder ans Limit gehen. So wie in der Hinrunde, als die zweite Liga ganz weit weg war.

Gelingt es Meier nicht, sein Team richtig einzustellen, muss auch seine Rolle bei Fortuna Düsseldorf hinterfragt werden. Alte Verdienste sind kein Erfolgsgarant.

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