thumbnail Hallo,

Der 1. FC Nürnberg hat wie in den vergangenen beiden Jahren frühzeitig den Klassenerhalt perfekt gemacht. Deshalb ist noch lange nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen.

Nürnberg. Es ist noch gar nicht so lange her, da war beim 1. FC Nürnberg die Welt noch in Ordnung. Die Spieler feiern mit ihren Anhängern gemeinsam fast eine halbe Stunde den glücklichen Heimsieg gegen den FSV Mainz Anfang April. Europa-Träume werden wach, Abstiegs-Sorgen ausgewischt. Es ist der Saisongipfel 2012/2013. Vier Wochen später herrscht Tristesse. Der FCN hat deutlich Kredit verspielt - und bekommt dies noch deutlicher zu spüren.

Störungen zwischen Team und Fans

„Für uns und unsere Familien ist es aktuell besser, wenn wir dazu erst einmal keine Stellung beziehen“, sagte Antreiber Hanno Balitsch und brachte damit in einem Satz ganz gut auf den Punkt, was sich beim neunmaligen Deutschen Meister aufgestaut hat.

Die Fanseite hingegen beklagt, dass die Spieler die Anliegen der Anhänger nicht ernst genug nehmen würden. Kapitän Schäfer hatte die Derbypleite zuletzt runtergespielt und direkt nach dem 0:1 noch gestichelt, man würde doch „im Gegensatz zu Fürth in der nächsten Saison erstklassig spielen.“ Nicht gerade das, was die rot-schwarzen Seelen in der Nordkurve hören wollten.

Die Folgen waren freilich auch nicht schön. Drohanrufe gab es für Raphael Schäfer und Hanno Balitsch auf deren Privattelefonen. In den Umlauf waren die Nummern durch einen peinlichen Fauxpas gekommen: Ein Fan fotografierte im Innenraum eine Telefonliste mit Durchwahlen der FCN-Spieler. Dies sollte sich rächen.

Offener Trainerstuhl

Das Positive vorweg: Der Klassenerhalt ist nun perfekt, das Saisonziel damit erreicht. „Wir haben uns den Klassenerhalt und die 38 Punkte hart erarbeitet und erkämpft. Es gibt viele Mannschaften, die heute gerne 38 Punkte hätten“, so Balitsch im Gespräch mit Goal.com. Womit er recht hat. Die vier Pleiten haben über einige Hochphase hinweggetäuscht, wie auch Sportvorstand Martin Bader weiß. „Die vier Niederlagen in Folge trüben die positive Bilanz der Rückrunde, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir vorher neun Spiele in Folge ohne Niederlage geblieben sind“, resümierte der FCN-Boss.

In seiner Hand wird es liegen, wer in der kommenden Saison das Trainerzepter in der Hand hält. Zugegeben, es spricht trotz der jüngsten Misserfolge viel dafür, dass Michael Wiesinger und sein Assistent Armin Reutershahn eine weitere Chance bekommen und ihre ohnehin gültigen Verträge beim FCN auch in der Bundesliga erfülllen dürfen. „Aller Ehren wert“ sei es, dass die Franken zum zweiten Mal in ihrer Bundesliga-Geschichte „fünf Saisons nacheinander im Oberhaus spielen“, schob Bader nach.



Wichtiger Saisonabschluss

Auch wenn es tabellarisch nun um nichts mehr geht, sind die beiden bleibenden Spiele gegen die Abstiegsanwärter aus Düsseldorf und Bremen von enormer Bedeutung. Der 1. FC Nürnberg hat sich mit vier Pleiten in Serie selbst verloren, Störgeräusche haben veranlasst, dass sich der Verein selbst zerfleischt, ohne berechtigten Grund dazu zu haben. Nun gilt es, Wiedergutmachung für die Fans zu betreiben. „Spielverderber im Abstiegskampf“ möchte Timm Klose werden, wie er gegenüber Goal.com bekannte - auch eine Verbesserung in der Tabelle könne nicht schaden.

„Jetzt wollen wir nochmals alles mobilisieren, den Schalter umlegen und die Saison gut zu Ende zu spielen“, ergänzte Hanno Balitsch. Und dann ist auch für die Fans genug Zeit, um im Sommer über das große Ganze nachzudenken und zu reflektieren, ob eine solche Reaktion nach solch einer Spielzeit wirklich angebracht ist.



EURE MEINUNG: Wie seht ihr die Rückrunde des FCN?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig