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Götze geht, Lewandowski wird gehen - doch Sahin verdeutlicht, BVB-Stars sollten genau überlegen

Eine Vielzahl von Spielern von Borussia Dortmund werden mit anderen europäischen Klubs in Verbindung gebracht. Nuri Sahin beweist, dass ein Wechsel nicht immer gut ist.

Dortmund. Als es Nuri Sahin von Borussia Dortmund zu Real Madrid zog, hätte man nicht zwangsweise davon ausgehen müssen, dass dieser Wechsel ein Fehler in der Karriere des jungen Türken ist. Sahin wechselte als einer der besten Spieler der Bundesliga nach Spanien. Als frischgebackener deutscher Meister wollte er das große Abenteuer bei Real Madrid angehen, den nächsten Karriereschritt wagen und die Nachfolge von Xabi Alonso anvisieren.

Etwas weniger als zwei Jahre später ist er zurück im Signal Iduna Park, dort wo er vor seinem Wechsel nach Madrid erfolgreich aufspielte. Seine Ausleihe zum FC Liverpool scheiterte ebenfalls und so landete Sahin schließlich wieder bei Borussia Dortmund.

Sahin kehrte zurück, doch so richtig hatte man ihn nie gehen lassen - in den Herzen der Dortmunder war er noch immer ein Dortmunder. Der türkische Nationalspieler hat noch immer seine Genialität, doch seine Abwesenheit von der Borussia scheint seinem Spielrhythmus nicht gut getan zu haben - sein Vertrauen in sich selbst scheint erst langsam wieder zurückzukehren.


Willkommen zurück| Sahin ist wieder dort, wo er auch vor knapp 18 Monaten glücklich und zufrieden war.

Und jetzt ergeht es einigen Teamkollegen ähnlich - sie stehen vor dem Abschied aus Dortmund oder haben ihren Wechsel bereits verkündet. Mario Götzes Wechsel zum FC Bayern München ist bestätigt, mit Robert Lewandowski steht ein weiterer Spieler bereit, der ihm wohl folgen wird - wenn nicht nach München, dann wahrscheinlich zu Manchester United.

Auch um den Namen Mats Hummels ranken sich zahlreiche Wechselspekulationen. Der FC Barcelona soll ein Auge auf den BVB-Verteidiger geworfen haben, ebenso wie auf Mittelfeldspieler Ilkay Gundogan, der sich in den vergangenen zwölf Bundesliga-Monaten zu einem der besten Mittelfeldspieler der Liga entwickelt hat. Gut möglich, dass seine Zukunft in England oder Spanien liegt.

Nach seinem Wechsel von Borussia Mönchengladbach zum BVB, steht auch Marco Reus in den Notizblöcken zahlreicher anderer europäischer Spitzenklubs. Angeblich beinhalte sein Vertrag eine 30 Millionen-Euro-Ausstiegsklausel. Längst hat sich der BVB im europäischen Fußball wieder einen Namen gemacht, doch wenn die ganz Großen anklopfen, dann muss auch die Borussia nachgeben - so wie zuletzt bei Mario Götze und dem FC Bayern München, als man aufgrund einer Ausstiegsklausel handlungsunfähig war.

"Welcher Spieler, der uns verlassen hat, ist nun glücklicher? Sahin? Kagawa? Barrios? Niemand!"

- Hans-Joachim Watzke

Doch die Spieler, wie Hummels und Gündogan, sollten sich einen Abschied  von Borussia Dortmund lieber zweimal überlegen. Ohne Zweifel, ihr Talent ist riesig, ihre Karriere wurde aber beim BVB geprägt und nicht zu vergessen, BVB-Coach Jürgen Klopp, der zusammen mit Sportdirektor Michael Zorc eine starke Mannschaft geformt hat, ist in seiner Zusammenarbeit mit jungen Spielern nahezu perfekt.

Klopps Einfluss auf das Geschehen auf dem Spielfeld ist kaum in Worte zu fassen. Den Fußball, den die Borussia spielt, ist seine Handschrift. Doch seine größte Stärke liegt darin, den richtigen Umgang mit seinen Spielern zu finden, aus einzelnen Profis ein großes, starkes Team zu formen.

Shinji Kagawa, der vor einem Jahr zu Manchester United wechselte, soll sich, so wird es berichtet, fast 20 Minuten mit Tränen in den Augen von seinem Trainer verabschiedet haben. Hans-Joachim Watzke weiß genau:

"Welcher Spieler, der uns verlassen hat, ist jetzt glücklicher?", fragte er im Dezember. "Kagawa? Sahin? [Lucas] Barrios? Niemand."

"Ich kann nur 100 Prozent Leistung bringen, wenn ich glücklich bin. In Madrid und Liverpool war das nicht der Fall", erklärte Nuri Sahin treffend bei seiner Rückkehr nach Dortmund.
"Ich kann nur 100 Prozent geben, wenn ich auch glücklich bin. Deshalb wollte ich nach Dortmund zurück. Ich weiß, wo ich sein will und dort bin ich nun auch!"


"Deshalb wollte ich nach Dortmund zurück. Ich hoffe, dass es nun für eine lange, lange Zeit ist. Ich weiß jetzt, wo ich sein möchte und ich nun dort."

Kagawa konnte seine starke Form, die er bei Borussia Dortmund hatte, bisher nicht zeigen. Bei Manchester United spielt er zwar gut, doch so wie beim BVB hat man ihn dort noch nicht erlebt (oder nur sehr selten).

Und es gibt keine Garantie, dass es bei Götze und/oder Lewandowski anders laufen wird, wenn sie nicht mehr beim BVB spielen.

Götze, der schon in Dortmund spielt, seitdem er acht Jahre alt ist, wird in München ein ganz anderes Umfeld vorfinden. Dort müssen sich auch die großen Namen oftmals mit einem Platz auf der Bank abfinden. Und auch bei Robert Lewandowski sollte man nicht vergessen, dass er bis zur Verletzung von Lucas Barrios bestenfalls als Einwechselspieler beim BVB auftauchte, ehe er sich einen Stammplatz erkämpfen konnte.

Es ist ein Effekt, den man auch schon bei anderen Vereinen beobachten konnte. Arsenal London hat beispielsweise Spieler, wie Nicolas Anelka, Emmanuel Petit, Cesc Fabregas und Samir Nasri verloren. Mit Ausnahme von Robin van Persie fanden diese Spieler nicht mehr ihre gute Form, die sie einst bei den Gunners hatten.

Und so sollten Hummels und Co das Champions-League-Halbfinalrückspiel bei Real Madrid nutzen, um einmal einen Moment innezuhalten und auf den Platz zu blicken, wo Nuri Sahin nach seinem Wechsel von Dortmund nach Madrid Platz nehmen musste - auf der Reservebank.

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