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Schalke-Interesse an Effenberg wirft Fragen auf

Dieser Tage sprießen die Gerüchte wie das Unkraut im eigenen Garten, und sie vergehen nicht. Nach der Götze-Mania und dem Lewandowski-Trubel ist nun Schalke wieder dran.

Gelsenkirchen. Pünktlich mit dem Schlusspfiff des Spieles zwischen dem FC Schalke 04 und dem Hamburger SV (4:1) veröffentlichte die Bild-Zeitung, dass Ex-Profi Stefan Effenberg der Topkandidat auf den vakanten Trainerposten auf Schalke sei.

Keine Bestätigung, kein Dementi

Klubboss Clemens Tönnies und Manager Horst Heldt sollen sich bereits intensiv mit dem "Tiger" ausgetauscht haben. Angesprochen darauf entgegnete Heldt bei Sky90: "Wir werden zu Spekulationen nichts sagen. Ich kann sagen, dass es noch nicht entschieden ist. Es bleibt spannend." Stefan Effenberg äußerte sich etwas vielsagender: "Natürlich ist es das Ziel von mir, als Trainer erfolgsorientiert zu arbeiten. Die Möglichkeiten dafür sind auf Schalke natürlich gegeben. Aber auch woanders." Beide Parteien geben also keine Bestätigung aber auch kein Dementi ab.

Das lässt für windige Beobachter natürlich jede Menge Raum, um fleißig zu spekulieren. Die Situation ist verzwickt. Jens Keller ist zum Erfolg verdammt, die Qualifikation zur Champions League muss erreicht werden. Mehr ist für den Revierklub nicht drin. Der Interimstrainer übernahm Schalke 04 nach dem 17. Spieltag. Tabellarisch lag der Verein auf Platz sieben und hatte fünf Punkte Rückstand auf das Minimalziel – Platz vier. Drei Spiele vor Toreschluss rangiert die Keller-Elf hinter Bayer Leverkusen an ersehnter vierter Stelle und besitzt ein kleines Punktepolster.

Ist Stefan Effenberg nötig?

Was allerdings an der Personalie "Effenberg" nicht überrascht, ist die Vehemenz der Medienmeldungen. Doch kann der Champions-League-Sieger von 2001, der seit gut einem Jahr die Trainerlizenz besitzt, diesen lebhaften und wilden Verein zähmen, ihm Ruhe und Erfolg geben? Angesichts der fehlenden Erfahrung als Trainer darf dies bezweifelt werden. Dennoch wäre die Tatsache, dass ein Stefan Effenberg mit diesem ruhmreichen Namen den FC Schalke 04 trainiert, reizvoll. Medial würde die Arbeit des gebürtigen Hamburger mit großer Aufmerksamkeit begleitet werden. Dass der 44-Jährige auch mit einem nervösen Umfeld umzugehen weiß, zeigte er bereits als Spieler.

Was jedoch niemand zu beurteilen vermag, ist seine Menschenführung. Wie geht ein Stefan Effenberg mit der Mannschaft um, gerade in schwierigen aber auch in einfachen Situationen? Als eventuell neuer Verein fehlt die Möglichkeit auf geleistete Arbeit zurückzublicken, da die Trainer-Vita des Blondschopfs noch völlig unbefleckt ist. Horst Heldt kann keinen Rat eines anderen Managers einholen, da niemand aus der Bundesliga mit Signore Effenberg zusammengearbeitet hat. Doch auf Schalke sind auch schon erfahrene Trainer wie Huub Stevens (im zweiten Anlauf), Jupp Heynckes oder Felix Magath gescheitert. Es stellt sich außerdem die Frage, wie der Schalke-Fan auf ein Engagement des Ex-Bayer reagieren wird.

Was für Stefan Effenberg als Protagonisten auf der Schalker Trainerbank sprechen würde, ist seine Erfolgsbesessenheit. Diese sollte und wird ein jeder Trainer in sich tragen, aber "Effe" verkörpert dieses, wie kaum ein Zweiter in der Branche. Seine Gier nach Erfolg trägt er offen nach außen. Eine nötige Spur an Egozentrik, ein Wir-Gefühl und Durchsetzungsvermögen täte dem Klub gut. Vor allem jemand, der der breiten Masse seine Vorstellungen "verkaufen" kann und eine Aufbruchstimmung erzeugt, denn auf Schalke ist es wichtig "die Fans mitzunehmen". Eine wiederkehrende Form der Zufriedenheit nach ein, zwei gewonnenen Spielen wäre mit einem Stefan Effenberg nicht zu machen. Ein Mann, der alles will und vorangeht, vielleicht genau das, was dem S04 fehlt. Allerdings kommt bei dieser Art der Gedankenspiele eine bestimmte Frage zu kurz.

Was passiert mit Jens Keller?

Jens Keller hat die Schalker Truppe wieder ins Lot gebracht und der Erfolg gibt ihm Recht. Der 42-Jährige wird gelobt, von der Mannschaft und von höchster Stelle des Vereins. Zudem ist Keller ein ausgewiesener Fachmann, kennt die Strukturen und das Publikum auf Schalke. Sein Draht zum Team ist vorhanden. Was würde es bezwecken, wenn man Stefan Effenberg holt und Keller aus dem Traineramt für das Profiteam herausnimmt? Es klingt unverständlich.

Da Jens Keller grundsätzlich über wenig Lobby und Rückhalt, außer öffentlichkeitswirksam vom S04 selbst, verfügt, wäre auch ein neuer Vertrag für den Stuttgarter ein gewisses Risiko. Angesichts des unbeschriebenen Trainerblattes von Stefan Effenberg jedoch das kleinere …

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EURE MEINUNG: Wäre Stefan Effenberg der richtige Trainer für Schalke 04???

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