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Nach der Niederlage in Leverkusen rückt die Werder-Familie zusammen und beschwört den Glauben an sich, gleichzeitig ist die spielerische Einfallslosigkeit kaum wegzudiskutieren.

Leverkusen. Es war bereits eine halbe Stunde nach Abpfiff, und noch immer war der Gesang aus der Gästekurve kaum zu überhören: Die mitgereisten Fans von Werder Bremen hatten beschlossen, trotz des 0:1 bei Bayer Leverkusen ihr Team zu feiern und dementsprechend Vollgas gegeben.

Clemens Fritz war in der Mixed Zone noch immer tief beeindruckt: "Die Fans haben ja schon die ganze zweite Halbzeit durchgesungen, und sie singen immer noch, bis jetzt – deshalb sind wir auch nochmal rausgegangen. Tolle Unterstützung, unglaublich."

"Haben uns bemüht"

Zum Spiel selbst gab es wenig Selbstkritisches zu hören, die kämpferische Leistung habe diesmal gestimmt: "Wir haben mit Leidenschaft agiert, das wird natürlich auch von unseren Fans honoriert. Wir haben uns bemüht und sind durch einen fragwürdigen Elfmeter in Rückstand geraten", sprach der Kapitän die letztlich spielentscheidende Szene an, die für Kopfschütteln bei allen Werderanern sorgte, auch wenn, von der ungeahndeten Abseitsstellung Sams im Vorfeld abgesehen, letztlich wohl regelkonform entschieden worden war.

Zlatko Junuzovic hatte nicht nur an der Entscheidung, sondern auch am Ton von Schiedsrichter Aytekin einiges auszusetzen: "Er hat zu mir gesagt, ich soll mich schleichen, weil ich da nichts zu suchen habe, auch sehr aggressiv hat er sich gemeldet, und wir dürfen ja nichts machen, nichts sagen, sonst kriegen wir sofort eine Gelbe oder sogar Rote Karte. Da muss sich jeder auch mal hinterfragen, wer da was machen und sagen darf, weil so, wie die mit uns reden, das gehört sich auch nicht."

Nun "Finale" gegen Hoffenheim - Punkten ist Pflicht

Doch all dies war letztlich unerheblich, da Vergangenheit und nicht mehr zu ändern. Durch die Siege Hoffenheims und Augsburgs ist der Abgrund wieder einen Schritt näher für Grün-Weiß; zwei Punkte trennen sie vom Relegationsplatz, und nun kommt Hoffenheim ins Weserstadion, "ein richtiges Finalspiel", wie Junuzovic wusste.

Clemens Fritz schickte Kampfansagen an die Keller-Konkurrenz: "Alle reden immer: 'Die punkten, die punkten', aber wir sind noch zwei Punkte vor, und wir müssen punkten. Wir müssen uns nicht auf jemand anderen verlassen, die müssen uns erstmal überholen, und darüber hinaus bin ich sehr optimistisch, dass wir auch punkten werden."

Dazu muss vermutlich auch mal wieder ein Treffer und an sich zwingend ein Dreier her, nur zwei Tore gelangen in den letzten vier Partien, von der Sieglos-Serie in zehn Spielen hintereinander ganz zu schweigen. Das kommt nicht von ungefähr, sieht man bei allem kämpferischen Aufwand in Leverkusen auf die  Offensivleistung. Bremen gelang wenig Zwingendes aus dem Mittelfeld heraus, die größte Chance durch Junuzovic entsprang einem Patzer von Wollscheid.

Probleme nach vorne

Gegen einen Champions-League-Aspiranten war das sicher ordentlich, aber in der jetzigen Situation zu wenig, was die Bremer an Angriffsstärke anboten, anbieten konnten. Ohne De Bruyne und den suspendierten Arnautovic, für die es praktisch keine Alternativen gibt, kann man den Gegner kaum gefährden, was für die nächste Saison, sollte der Klassenerhalt gelingen, wohl die Verantwortlichen beschäftigen wird.

Thomas Schaaf soll wohl in jedem Fall nicht nur gegen Hoffenheim, sondern bis Saisonende auf der Bank sitzen, wie Eichin bestätigte: "Ein Trainerwechsel zu diesem Zeitpunkt wäre meiner Meinung nach absoluter Nonsens." Die Arbeit der Woche mit vielen Gesprächen hatte sich zumindest positiv auf die Moral der Truppe ausgewirkt.

Eine weitere Erkenntnis brachte das Spiel in Leverkusen zudem, auch wenn das Erfolgserlebnis ausblieb, Junuzovic jedenfalls war sich vor dem kommenden Heimspiel gegen Hoffenheim sicher, dass die Fans weiter zu ihnen halten werden: "Ich denke, dass nächstes Wochenende das Stadion kochen wird."


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