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Der Abgang von Mario Götze erschütterte das schwarz-gelbe Herz und Robert Lewandowski verlässt den BVB vielleicht auch: Was wird im Sommer bei der Borussia passieren?

Dortmund. Borussia Dortmund stehen in den kommenden Monaten turbulente Wochen bevor. Noch ist die laufende Bundesliga-Saison nicht beendet und schon jetzt werden sicherlich am Schreibtisch von Sportdirektor Michael Zorc zahlreiche wichtige Gespräche geführt. Ob im persönlichen Dialog oder per Telefon, Dortmunds Sportdirektor wird mit Hochdruck daran arbeiten, auch in der kommenden Spielzeit eine schlagkräftige Mannschaft für Trainer Jürgen Klopp zusammenzustellen.

Sahin, Kagawa und Barrios mussten auch ersetzt werden

Nach der Bekanntgabe, dass Mario Götze den aktuellen Doublesieger im Sommer in Richtung FC Bayern München verlassen wird, erhöht sich der Druck noch mehr. Doch damit kennt sich sich Michael Zorc bestens aus, denn schon in den vergangenen Jahren musste er Abgänge wichtiger Spieler kompensieren.

Im Sommer 2011 feierte die Borussia gerade die Meisterschaft, als bekannt wurde, dass Nuri Sahin den Verein in Richtung Real Madrid verlassen wird. Ein Jahr später waren es Shinji Kagawa und Lucas Barrios, die die Borussia verließen. Drei wichtige Erfolgssäulen, die mit gezielten Neuverpflichtungen und der gleichzeitigen Weiterentwicklung von bereits vorhandenen Spielern kompensiert wurden.


„Es wird unsere Strategie bleiben, vorwiegend junge Spieler zu verpflichten, die wir weiterentwickeln können und die noch nicht am Ende ihres Leistungsniveaus angelangt sind.“

- Michael Zorc


Götze, Lewandowski und Santana weg?

Auch in diesem Sommer wird Borussia Dortmund nicht davon verschont, dass Erfolgsgaranten den Klub verlassen. Mit Mario Götze steht der erste Abgang bereits fest. Ein Abschied von Top-Torjäger Robert Lewandowski kündigt sich ebenso an, wie der vom zuverlässigen Ersatz-Innenverteidiger Felipe Santana. Und damit nicht genug, auch rund um den Namen von Mats Hummels ranken sich zahlreiche Transfergerüchte, auch wenn dessen Abschied von der Borussia als eher unwahrscheinlich einzustufen ist.

Sommer-Investitionen in Millionenhöhe

Egal, wie sich auch der Transferpoker rund um Lewandowski entwickeln wird, mit dem Erlös aus dem Verkauf von Mario Götze kann Borussia Dortmund in diesem Sommer Investitionen in Millionenhöhe tätigen.  Die Suche nach geeigneten Nachfolgern kann beginnen. In den kommenden Wochen und Monaten wird der BVB auf dem Transfermarkt wohl entscheidend mitbestimmen und beteiligt sein. Auch wenn sich die „Schwarz-Gelben“ bei der Personalie Lewandowski noch bedeckt halten, ist es längst kein allzu großes Geheimnis mehr, dass der Pole, dessen Vertrag im Sommer 2014 ausläuft, bei einer passenden Ablöse schon in diesem Sommer wechseln dürfte - zumal Lewandowski selbst wohl keine Gedanken daran verschwendet, seinen Kontrakt in Dortmund zu verlängern. Dem Champions-League-Halbfinalisten winkt dann eine Investitionssumme in fast dreistelliger Millionenhöhe.

„Wir werden einen oder sogar mehrere Jungs verpflichten“

2005 stand der BVB noch kurz vor der Insolvenz, jetzt kann der Klub eine gesunde finanzielle Shopping-Tour starten. „Wir wollen nächstes Jahr eine starke Mannschaft haben und werden auch eine starke Mannschaft haben. Wir können Mario nicht eins zu eins ersetzen. Aber wir werden einen oder sogar mehrere Jungs verpflichten, die sich dahin entwickeln können“, so Dortmunds Trainer Jürgen Klopp im ZDF. Das Transferkarussell kann sich also schon bald beginnen zu drehen.
MICHAEL ZORC IM BLICKPUNKT


Im Mai 1998 beendete der Fußballer Zorc, Spitzname Susi, nach 463 Bundesliga-Spielen und 20 Jahren im gelb-schwarzen Trikot seine aktive Fußball-Karriere. Zorc wurde Sportmanager von Borussia Dortmund. Mittlerweile sind fast 15 Jahre vergangen und Michael Zorc ist noch immer Manager beim BVB. Seit dem Rücktritt von Bayerns Uli Hoeneß ist er der dienstälteste Manager der Bundesliga und aktuell wohl auch der erfolgreichste! In seiner 15-Jährigen Amtszeit gewann Zorc bereits drei Meisterschaften (2002, 2011 und 2012) und einmal den Pokal (2012).

Der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönigs Edin Dzeko, aktuell bei Manchester City unter Vertrag, wird ebenso mit der Borussia in Verbindung gebracht, wie Nationalstürmer Mario Gomez, der beim FC Bayern München seinen Stammplatz an Mario Mandzukic verloren hat. „Dzeko ist ein guter Spieler, aber liegt leider außerhalb unserer Möglichkeiten“, kommentierte Klopp die Dzeko-Gerüchte noch vor wenigen Wochen. Ein Beispiel dafür, dass sich die finanziellen BVB-Vorzeichen geändert haben dürften. Bereits in diesen Tagen werden zahlreiche Neuverpflichtung bei Borussia Dortmund gehandelt. Mit Sportdirektor Michael Zorc, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Coach Jürgen Klopp verfügen die „Gelb-Schwarzen“ über ein Trio, das seit 2008 erfolgreich zusammenarbeitet und schon erfolgreich den einen oder anderen Abgang kompensiert haben.

Sportdirektor Zorc im Fokus

Und genau da rückt wieder Michael Zorc in den Fokus. Die Arbeit von Dortmunds Sportdirektor ist eine wahre Erfolgsgeschichte. Dass es nach der Bekanntgabe des Götze-Transfers und den Gerüchten rund um Robert Lewandowski einen Dortmunder Auseinanderbruch geben wird, ist auszuschließen, ebenso wie die Bezeichnung „Umbruch“.Vielmehr geht es darum, die Abgänge mit gezielten Neu-Investitionen zu ersetzen und genau das ist der Job von Michael Zorc.

Konzept beinhaltet hauptsächlich junge Spieler

Auf dem Transfermarkt bediente sich Borussia Dortmund in den letzten Jahren fast ausschließlich bei jungen, talentierten Spielern, die dann im Trikot des BVB den Feinschliff erhielten. Eine Vorgehensweise, die bislang stets erfolgreich war und auch in Zukunft weitergeführt werden soll. Manager Michael Zorc im März im Interview mit den Ruhr Nachrichten: „Es wird unsere Strategie bleiben, vorwiegend junge Spieler zu verpflichten, die wir weiterentwickeln können und die noch nicht am Ende ihres Leistungsniveaus angelangt sind.“ Man solle aber „nicht dogmatisch sein und bei jedem Transfer schauen, ob der Spieler exakt den Stil von Borussia Dortmund trifft.“ Zorc weiß genau: „Wenn wir es für sinnvoll erachten, werden wir auch mal einen fertigen Spieler verpflichten“ und dabei „immer die sportlich und wirtschaftlich beste Entscheidung für Borussia Dortmund“ treffen.

Vom kritisierten Manager zum Architekten

Zorc wird längst als einer der Architekten des derzeitigen Erfolgs des BVB angesehen und geschätzt. Zusammen mit Trainer Jürgen Klopp und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke verbindet ihn ein großes Vertrauensverhältnis. 20 Jahre lang trug Zorc das Trikot der Dortmunder, fast 15 Jahre ist er als gelb-schwarzer Manager im Amt - mehr Identifikation mit einem Verein geht wohl nicht. Doch seine Zeit als Manager war nicht immer mit viel Lob und Schulterklopfen verbunden. Fehleinkäufe und falsche Trainerentscheidungen bringen ihn 2007 ins Abseits und schließlich fast auch zur Entlassung. Hans-Joachim Watzke stärkt ihm schließlich den Rücken und spätestens seit der Verpflichtung von Jürgen Klopp ist die Dortmunder Erfolgsgeschichte bekannt.

TOP-TRANSFERS BEIM BVB | Die wertvollsten Spieler der letzten Jahre


KAUFPREIS SPIELER / GEKOMMEN
VERKAUFSPREIS/MARKTWERT
aus der Jugend Mario Götze / 2010 37 Millionen Euro
17 Millionen Euro Marco Reus / 2012 30 Millionen Euro
4,75 Millionen Euro Robert Lewandowski / 2010
28 Millionen Euro
4,2 Millionen Euro Mats Hummels / 2009 24 Millionen Euro
5,5 Millionen Euro Ilkay Gündogan / 2011
20 Millionen Euro
4,5 Millionen Euro Neven Subotic / 2008
18 Millionen Euro
350.000 Euro Shinji Kagawa / 2010 16 Millionen Euro
1,5 Millionen Euro Sven Bender/ 2009 14 Millionen Euro
ablösefrei Lukasz Piszcek / 2010
12,5 Millionen Euro
aus der Jugend Nuri Sahin / 2005
10 Millionen Euro
ablösefrei Marcell Schmelzer / 2008
9 Millionen Euro
4,2 Millionen Euro Lucas Barrios / 2009
8,5 Millionen Euro
5,5 Millionen Euro Ivan Perisic / 2011
7,5 Millionen Euro
ablösefrei Kevin Großkreutz / 2009
6,5 Millionen Euro
2,1 Millionen Euro Felipe Santana / 2008
5 Millionen Euro

Vom „Transfer-Depp“ zum „Top-Shopper“

Die gute Einkaufspolitik, die sich seit 2008 bei Borussia Dortmund bemerkbar gemacht hat, ist die Grundlage für die jüngsten Dortmunder Erfolge. Zahlreiche Volltreffer wurden verpflichtet, Flops blieben hingegen die Ausnahme. Bei den Transfers setzen die Verantwortlichen auf die interne Dreierrunde mit Zorc, Klopp und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Auch wenn die Borussia nun den Abgang von Mario Götze und womöglich auch noch von Robert Lewandowski verkraften muss, die schwarz-gelben Anhänger brauchen wohl keine allzu großen Sorgen haben. Michael Zorc hat sich vom „Transfer-Depp“ zum „Top-Shopper“ entwickelt, landete in den vergangenen Jahren zahlreiche Transfer-Volltreffer und wird wohl auch im kommenden Jahr dafür sorgen, dass der BVB die möglichen Abgänge bestmöglichst kompensieren wird.

EURE MEINUNG: Was haltet ihr von der Dortmunder Einkaufspolitik?

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