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Die Verpflichtung des Supertalents bietet eine Menge Spielraum für interessante Szenarien. Mit dem Dortmunder Juwel hat Pep Guardiola viele Möglichkeiten.

München. Die Bekanntgabe des Transfers von Mario Götze von Borussia Dortmund zum FC Bayern München ist nun drei Tage alt. Durch den Wechsel kommt Bewegung in den Kader der Münchner, denn nun könnte es für den einen oder anderen Star eng werden. Gibt es unter Pep Guardiola die komplette Umstellung oder wird Götze nahtlos in das Bayern-System eingefügt? Wir haben uns ein paar Gedanken über die möglichen Änderungen gemacht und wollen zum Diskutieren anregen.

Bayern-System mit Götze als Spielmacher

Neuer
Lahm, Dante, Badstuber, Alaba
Schweinsteiger, Martinez
Müller/Robben, Götze, Ribery
Mandzukic

Bei dieser Variante müssen sich beide Parteien kaum umstellen. Götze kann auf seiner Lieblingsposition zaubern, während Ribery und Müller auf den Flügeln wirbeln. Die großen Verlierer wären in dem Fall Arjen Robben und Toni Kroos. Unter Heynckes hatte Kroos den Stammplatz mehr als sicher, und das zurecht. Im offensiven Mittelfeld übernimmt er die Rolle des Stabilisators, seine außerordentliche Schusstechnik und Zweikampfstärke ist ein weiteres Plus.

Kroos ist aber nicht so variabel wie Götze. Situativ kann man Kroos nur schwer auf den Flügel stellen, im zentralen Mittelfeld wird er nicht an Schweinsteiger und Javi Martinez vorbeikommen. Götze versprüht auf der Spielmacher-Position mehr Spielwitz, ist um einiges schneller und kann eher für Überraschungsmomente sorgen, was die Bayern im Angriff unberechenbarer macht.

Ein Fragezeichen gibt es dennoch auf der Flügelposition. Hier ist die Frage: Müller oder Robben? Thomas Müller wird immer mehr zum Sinnbild des FC Bayern. In 40 Pflichtspielen war Müller an 33 Toren direkt beteiligt, eine beeindruckende Quote. Müller kämpft, beißt und lässt sich nie unterkriegen. Arjen Robben ist derzeit wieder in Top-Form, doch seine Spielweise ist bekanntermaßen zu eintönig, was Guardiola nicht gefallen könnte. Es gibt so viel Qualität auf diesen Positionen, doch für Kroos oder Robben könnte es bei dieser Variante in der nächsten Saison eng werden. Ob der Niederländer eine weitere Spielzeit mehr oder weniger auf der Bank verbringen will, ist äußerst fraglich.

Bayern im Barca-Style

Neuer
Lahm, Dante, Badstuber, Alaba
Schweinsteiger, Martinez, Götze
Müller/Robben, Mandzukic, Ribery

Die Bayern im 4-3-3 – eine abenteuerliche Vorstellung, um das vorwegzunehmen. Hier herrscht der Barcelona-Style. Bei den Katalanen ließ Pep nur mit einem defensiven Mittelfeldspieler spielen, den hätte er in dem Fall mit Javi Martinez. Schweinsteiger wird auf der Xavi-Position die Schaltzentrale im Bayern-Spiel, während Götze wie Iniesta auf der linken Seite wirbelt.

Vorne wird es mit Müller, Mandzukic und Ribery so richtig offensiv. Alle drei agieren fast auf einer Linie, auf den Außen wäre auch Robben als Alternative möglich. Wenn Müller seine derzeitige Form in der kommenden Saison nicht bestätigen kann und Robben den Kampf annimmt, könnte er diese Chance nutzen. Es wäre das „ideale“ System für Pep Guardiola. Vielleicht sind die Spieler für diese Taktik sogar geeinigt, gewagt wäre diese Umstellung dennoch.

Aber: Die Bayern-Verantwortlichen beteuerten, Pep würde nichts an der Philosophie der Bayern ändern, davon abgesehen wäre es eine Riesen-Umstellung, die viel Zeit benötigen würde. Selbst in dieser Saison sind noch Spuren von Van Gaal zu erkennen, der Niederländer prägte die Spielweise der Bayern immens. Wenn der Spanier die Taktik nun über den Haufen wirft, wird ein kurzfristiger Erfolg sehr schwierig - der ist in München Pflicht.

Flügelzange mit Götze und Ribery


 Neuer
Lahm, Dante, Badstuber, Alaba
Schweinsteiger, Martinez
Götze, Müller/Kroos, Ribery
Mandzukic

In der dritten und letzten Variante bilden Götze und Ribery eine Flügelzange, die es in Europa kaum gibt. Beide Zauberfüße tauschen öfter die Positionen und bringen mit ihrer individuellen Klasse und Schnelligkeit die Defensiv-Reihen zum Verzweifeln. Hier wird die Position im zentralen offensiven Mittelfeld interessant.

Kroos als Balance-Faktor

Toni Kroos wäre dafür prädestiniert, für die nötige Balance zu sorgen – dann müsste ein Thomas Müller auf die Bank, auch für Robben bliebe die Ersatzbank. Es wird eine Frage der aktuellen Form sein, taktisch gesehen hätte Kroos hier leichte Vorteile. Thomas Müller hat dennoch gezeigt, dass er mit der richtigen Einstellung und Laufarbeit auch auf dieser Position glänzen kann, dazu ist er in der Offensive enorm wichtig und steht auch meistens da, wo ein Angreifer zu stehen hat. Er könnte Mandzukic in der Sturmspitze unterstützen, während Kroos eher durch Distanzschüsse gefährlich werden kann.

Insgesamt könnte es also besonders für Arjen Robben und Toni Kroos eng werden. Ein Xherdan Shaqiri verhält sich für sein Alter unglaublich professionell und könnte auch in der kommenden Saison mit der Rolle des Ersatzspielers leben, auch wenn er durchaus das Potenzial hat, in Zukunft eine feste Rolle bei den Bayern zu spielen. Die Bayern zeigen seit Monaten eindrucksvoll, dass man auch eine Ersatzbank voller Edelreservisten bei Laune halten kann, ohne Spannungen zu verursachen.

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