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Thomas Müller selbstbewusst: „Kein großes Wunder, dass wir das Spiel gewonnen haben“

Der Nationalspieler hat nach dieser Leistung mit einem Sieg gerechnet, nur die Höhe war für ihn überraschend. Ein Österreicher will erst einmal das Rückspiel abwarten.

München. Alles Bayern, oder was? Nach dem famosen 4:0 in der Allianz Arena gegen den FC Barcelona sah man strahlende Gesichter, wo man nur hinblickte. Nach dem Spiel waren die Bayern rundum zufrieden, doch nicht jeder wollte plaudern. Thomas Müller erzielte zwei Treffer und war der Inbegriff der Münchner Einstellung an diesem Abend. Philipp Lahm und David Alaba blieben diplomatisch. Die Schiedsrichter-Leistung war allerdings nicht Champions-League-würdig.

Ein Highlight

Im Vergleich zum Viertelfinale gegen Juventus Turin boten die Fans in der ausverkauften Allianz Arena ein wahres Fußballfest, die Stimmung erreichte den Saisonhöhepunkt. Natürlich spielte auch das Ergebnis eine Rolle, denn man traute seinen Augen nicht, als man nach dem Spiel auf die Anzeigentafel blickte – FC Bayern 4:0 FC Barcelona – ist das die Realität? „Wenn man Barcelona 4:0 schlägt, und das verdient, war es ein schöner Abend“, befand Philipp Lahm den Sieg auch in der Höhe gerechtfertigt.

„Das ist ein sehr schöner Abend, den wir alle genießen können. Aber wir wissen, dass es nächste Woche weitergeht. Barcelona wird auf uns warten und wir wissen, dass es dort nicht einfach wird“, dachte Alaba bereits an das Rückspiel im Camp Nou. Und der Schlüssel zum Erfolg? „Wir wussten, dass sie immer gefährlich werden können. Wir haben 90 Minuten konzentriert gespielt und nichts anbrennen lassen. Wir haben uns viel vorgenommen und viel richtig gemacht“, fügte der Linksverteidiger hinzu.

Für Alaba war es bis dato das wohl größte Spiel seiner noch jungen Karriere: „Das war ein Highlight und ein großes Erlebnis für so einen jungen Spieler wie mich. Ich versuche das zu genießen, aber viel Zeit bleibt mir nicht, denn nächste Woche kommt es wieder drauf an.“



Kein Zufall

Thomas Müller lief über 13 Kilometer und steuerte noch zwei Tore bei. Für ihn war der Sieg keine wirkliche Überraschung: „Es war nicht unbedingt ein Zufall, wenn man das ganze Spiel betrachtet. Man weiß nie, wie die Tagesform ist. Wir haben gegen Juventus gezeigt, dass wir da sind, wenn es drauf ankommt. Am Wochenende in den Ligaspielen sieht man: Wir sind sogar da, wenn es nicht drauf ankommt“, analysierte er in typischer Müller-Manier.

„Das ist im Moment eine gute Phase. Die ganze Mannschaft funktioniert von eins bis 25. Das ist kein großes Wunder, dass wir das Spiel gewonnen haben. Die Höhe war nicht zu erwarten. Ich freue mich am meisten darüber, dass wir fast keine Torchance und kein Gegentor zugelassen haben“, sprach er noch einmal ein Lob an den gesamten Kader aus.

Das Tor zum Finale ist weit aufgestoßen, doch Müller mahnt mit einer eigenartigen Rechnung: „Fußball ist immer noch Fußball, das hat man in Dortmund gesehen, die machen in der 90. zwei Tore. Also kann man theoretisch 180 Tore schießen, oder?“, scherzte er.



Fader Beigeschmack

Anscheinend kannte Viktor Kassai an diesem Abend weder das Handspiel, noch konnte er diverse Fouls voneinander unterscheiden. Jupp Heynckes riskierte nach der Gelben Karte für Javi Martinez fast einen Verweis auf die Tribüne. Rundum verweigerte er den Bayern mindestens einen Elfmeter, ließ das Abseitstor von Mario Gomez zählen und schloss die Augen, als dem Tor von Robben ein klares Foul von Müller vorangegangen war. „Das war internationale Härte. Das muss man nicht pfeifen, und wenn ich schonmal 'ne clevere Aktion im Spiel hab, dann kann man das auch laufen lassen“, scherzte der Doppeltorschütze am Schluss.

Götze ein Thema

Bei der guten Laune konnte man auch ein paar Statements zum Götze-Transfer einfangen: „Wir können uns auf einen klasse Spieler freuen“, lieferte Manuel Neuer ein kurzes Statement zum Transfer-Hammer ab. Philipp Lahm erzählte etwas mehr: „Uns stehen noch schöne Jahre bevor. Wir haben einen super Kader, eine super Mannschaft und tolle Spielertypen, die länger an den Verein gebunden sind. Und wir haben die finanziellen Mittel, immer wieder Top-Spieler zu verpflichten“, so der Kapitän.

Geschichte wurde geschrieben

Am Dienstagabend ereignete sich etwas Historisches. Ein 4:0 in einem Halbfinale gab es in der Königsklasse noch nie – und dass der FC Barcelona die Mannschaft ist, die kein Tor dabei erzielt, ist ebenso verwunderlich wie die klare Machtdemonstration der Bayern. Die letzte Saison hat die Münchner gezeichnet. Die Bayern sind so giftig und bissig wie seit Jahren nicht. Diese unbegrenzte Lust, sich zu behaupten, zu kämpfen, zu grätschen – das könnte in diesem Jahr entscheidend sein. Ein Lionel Messi war heute ein Schatten seiner selbst, doch ist das die komplette Entschuldigung? Für viele geht das durch, und das zurecht. Aber wie kommt es, dass sich nach Juventus Turin auch der FC Barcelona in der Allianz Arena so schlecht präsentierte? Vielleicht gibt es in knapp einer Woche die Antwort darauf.

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