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Masterplan aus der Gruppenphase: So kann Borussia Dortmund erneut gegen Real Madrid triumphieren

Bereits in der Gruppenphase gab es diese Paarung - und Klopps Plan ging auf. Ein ähnlicher Aufwand und eine ebensolche Leistung ist vonnöten, um Real erneut den Zahn zu ziehen.

Dortmund/Madrid. Im Halbfinale der Champions League treffen Borussia Dortmund und Real Madrid erneut aufeinander - wie schon in der Todesgruppe D. Aufgrund einer taktischen Meisterleistung von Jürgen Klopp wurde der BVB von den „Königlichen“ in zwei Partien nicht bezwungen. Dabei genossen Xabi Alonso und Cristiano Ronaldo eine besondere Beachtung der Dortmunder. Goal.com blickt auf die Gruppenbegegnungen zurück und analysiert die Gründe für die positiven Resultate. 

Schwächen in der Verteidigung

Zwar verfügen die Madrilenen mit Pepe und Sergio Ramos über namenhafte und international erfahrene Verteidiger, doch bei beiden Begegnungen wackelte die Defensive bedenklich. Beim Heimspiel ließ sich Real klassisch auskontern. Ein langer Ball in die Spitze genügte, um die Verteidigung in Verlegenheit zu bringen. Die meist hochstehende Abwehrkette war mit der Schnelligkeit des Dortmunder Konterspiels überfordert.

Zweimal hatten Pepe und Varane das Nachsehen im Luftkampf gegen Robert Lewandowski in Höhe des Mittelkreises, sodass die Dortmunder sich schließlich einer Dreierkette gegenübersahen. Trotz Unterzahl im letzten Spielfelddrittel konnten Mario Götze und Marco Reus ihre Schnelligkeit und technische Qualität gegen Alvaro Arbeloa ausspielen, und so schlussendlich ins Tor einzunetzen.



Im Rückspiel im Signal Iduna Park waren es vor allem individuelle Fehler, die zu den Gegentoren führten. Der BVB stellte die Gegenspieler bereits im Mittelfeld zu und übte Druck auf den ballführenden Spieler aus. Pepe wurde vom fleißigen Lewandowski früh attackiert und so zu einem Fehlpass gezwungen. Nach der Balleroberung wurde der Ball prompt in die Spitze gespielt, sodass der Pole die Führung erzielte.

Dem zweiten Treffer durch Schmelzer ging ein Missverständnis zwischen Torhüter Casillas und Verteidiger Varane voraus. Nach Götzes Flanke faustete Reals Schlussmann den Ball vor die Füße von Schmelzer, der per Volley-Direktabnahme von der Strafraumgrenze traf. Trotz Überzahlsituation waren die Königlichen nicht imstande den Ball zu klären, obwohl sie die Möglichkeit dazu hatten. Besonders in der Defensive offenbarten die Madrilenen Schwächen, die der BVB in der Gruppenphase zu nutzen wusste.

Der Kopf des Real-Spiels

Nach den beiden Partien brachte Jürgen Klopp die Spielausrichtung der „Königlichen“ auf eine Formel: „Unser Plan ist es gewesen, Xabi Alonso aus dem Spiel zu nehmen. Denn wenn Alonso spielen kann wie er will, ist es unmöglich, gegen Madrid zu verteidigen.“
XABI ALONSO
Spiele
Spielminuten
Laufstrecke
Zweikämpfe (gew.)
Pässe (angekomm.)
8
714
91542 m
98 (63%)
541 (79%)

Zweifelsfrei ist der spanische Mittelfeldspieler der Dreh- und Angelpunkt des Real-Spiels. Er fungiert als Bindeglied zwischen Defensive und Offensive. Der 31-Jährige lenkt und organisiert das Spiel, was über die Statistik belegbar ist: Alonso spielt die meisten Pässe bei Real.

Komplett kann der Welt- und Europameister nicht aus dem Spiel genommen werden. Doch die Dortmunder haben in den beiden Begegnungen den richtigen Ansatz gewählt, um den Spanier einigermaßen in den Griff zu bekommen. Der Spielorganisator wurde ständig unter Druck gesetzt und konnte sich kaum entfalten. „Wenn man Xabi blockt, hat dies zur Folge, dass Pepe meist den Ball hat. Das ist ein großer Unterschied“, so Klopp. Dies wurde auch beim Führungstreffer des BVB im Rückspiel der Gruppenphase deutlich. Die Dortmunder standen Alonso praktisch auf den Füßen und zwangen so Verteidiger Pepe den Ballverteiler zu mimen. Dies gehört jedoch nicht zu den Stärken des portugiesischen Verteidigers, sodass dieser den entscheidenden Fehlpass spielte, der zur Führung führte.

Trotz Sonderbewachung für Alonso war die Präsenz des Ex-Liverpoolers enorm. Besonders seine Zweikampfwerte und Passquote – Bestwert in Reals Mittelfeld – sowie seine Laufleistungen (nur Cristiano Ronaldo lief mehr) sprechen für sich. Kann Alonso wie schon in den beiden Gruppenspielen kontrolliert werden, könnte der BVB Real erneut den Zahn ziehen.

Alle Augen auf ihn

Wenn man über die „Galaktischen“ spricht, wird man früher oder später auf die Offensive kommen und dort besonders auf einen Akteur: Cristiano Ronaldo. Der Portugiese ist der Star des Teams. Nicht umsonst führt er die Torschützenliste der Champions League mit elf Toren an und ist Reals Offensiv-Waffe. Stets muss ein Auge auf den Edeltechniker gelegt werden, der kleinste Fehler wird meist bestraft. Dies mussten die Borussen beim zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich im Rückspiel schmerzlich erfahren. Alles, was für Alonso gilt, zählt bei „CR7“ erst recht.

CHAMPIONS-LEAGUE-DATEN

28 Alter 24
10 (10) Einsätze (Startelf)
10 (9)
0 Einwechslungen
1
0 Auswechslungen
0
900 Spielminuten
823
101426 m Laufstrecke 101428 m
11 Tore 6
49 Torschüsse 16
1 Vorlage
2

Der BVB konnte und kann Ronaldo zwar nie komplett aus dem Spiel nehmen, doch kann ihm die Lust am Fußballspielen genommen werden. Ein enormer Aufwand muss betrieben werden, um den Weltfußballer von 2008 in die Schranken zu weisen. Klopp betonte: „Wir wissen, wohin sie ihre Pässe spielen, wie sie Cristiano suchen.“

Der laufstarke Flügelflitzer wurde oft von seinen Mitspielern gesucht und ließ sich weit ins Mittelfeld zurückfallen, um angespielt zu werden. Dies gestattete der BVB ihm auch, doch sobald der 28-Jährige im letzten Drittel des Spielfeldes war, wurde stets Druck ausgeübt. Die Borussen störten den Top-Torjäger der „Königsklasse“ schon bei der Ballannahme und oftmals wurde er sogar gedoppelt, sodass ihm tatsächlich die Lust am Spiel geraubt wurde. Trotz Ronaldos Treffer glückte dies dem BVB in beiden Begegnungen in der Gruppenphase durchaus ordentlich – Wiederholung dringendst erwünscht. Natürlich wird aber auch Jose Mourinho mit dem Wissen der früheren Spiele reagieren. Zumal Real bewiesen hat, dass sie imstande sind, die Borussen aufgrund ihrer Offensivstärke in die eigenen Hälfte zu drängen.

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