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Mario Götze wechselt von Borussia Dortmund zum FC Bayern München - Pro und Contra

Die Schlagzeile des Jahres - Götzes Wechsel spaltet die Massen. Bei uns diskutieren zwei Redakteure die Punkte, die für und gegen den Wechsel sprechen, aus Sicht von FCB und BVB.

Dortmund/München. Der heute bekanntgewordene Wechsel von Mario Götze zum FC Bayern München ist eines der heftigsten Transfer-Erdbeben der jüngeren Vergangenheit in der Bundesliga. Bei Borussia Dortmund ist man verständlicherweise verbittert.

Gleichzeitig spaltet diese Nachricht die Republik: Die Fans der beiden derzeit erfolgreichsten Klubs in Deutschland sind naturgemäß nicht einer Meinung, gerade viele Dortmunder sprechen sogar von Verrat. Bayernfans frohlocken, bekommen sie doch plötzlich einen der besten, wenn nicht den besten Mittelfeldspieler seiner Generation in ihr Team.

Wir wollen in einer Pro- und Kontradebatte die Situation beleuchten und haben dazu zwei Goal.com-Redakteure, die Fans der jeweiligen Vereine sind, um ihre Meinung zu den wohl schlagensten Thesen befragt, die bewusst etwas zugespitzt formuliert sind.


PRO GÖTZE-WECHSEL

VS
CONTRA GÖTZE-WECHSEL


1. These: „Götze wechselt nur wegen des Geldes“
Viktor Coco: Nein! Denn dann hätte er noch eher zu Manchester United oder City wechseln können. Götze stammt aus einem guten Elternhaus – hier wurde rational entschieden und man hat sich nicht von ein paar Scheinen mehr blenden lassen. Beim FC Bayern sieht er mittel- und langfristig höhere Titelchancen. Dass er dieses Vertrauen trotz rosiger jüngster Vergangenheit und Gegenwart nicht auch in den BVB hat, müssen sich die Dortmunder vielleicht selbst ankreiden.
Arthur Makiela: Ja! Beim BVB gehört er zu den Topverdienern. Für ihn ist der Verein – zum damaligen Zeitpunkt – an seine finanziellen Grenzen hinsichtlich des Gehalts gegangen. Damit wurde Götze zum Maßstab in Sachen Gehaltsgefüge und ein Faktor bei Vertragsverhandlungen, sei es bei Vertragsverlängerungen oder bei Neuverpflichtungen. Er selbst betonte oftmals, dass in Dortmund etwas Großes wachse und er gerne ein Teil davon wäre. Nun die plötzliche Kehrtwende: von wegen „echte Liebe“. 

2. These: „Götze ist feige - warum geht er nicht ins Ausland?“
 
Nein! Früher entsprach ein Wechsel zu einem europäischen Topteam meist der letzten Stufe der Karriereleiter. Heute nicht mehr! Der FC Bayern (und bisweilen durchaus auch der BVB) gehören zu den sportlich besten und finanzstärksten Klubs Europas. Die Bundesliga holt gegenüber den anderen drei Topligen Europas auf und Pep Guardiola versetzt dem FC Bayern den Ritterschlag. Aus Dortmund war eine Steigerung für Götze nur in München möglich. Nein. Götze hat einfach das Potenzial der Bayern erkannt, die sich für eine glorreiche Zukunft wappnen. Zudem ist da noch der Faktor Pep Guardiola, der den Offensivmann wohl ganz oben auf seiner Wunschliste gehabt haben soll. Womöglich wollte Götze die Chance unter dem zukünftigen Bayern-Coach zu trainieren und eine neue Entwicklungsstufe zu erreichen nicht verstreichen lassen. 

3. These: „Götze verlässt den BVB -wie Sahin- viel zu früh“

Jein! Eigentlich hat Mario Götze in zahlreichen Spielen für Dortmund bewiesen, dass er selbst im jüngsten Alter eine Schlüsselrolle übernehmen kann. Allerdings blickt er vor allem in der Champions League auf eine miserable Chancenauswertung zurück. Hier fehlt ihm Routine – und bei den Bayern startet er nicht als Publikumsliebling, dem alles verziehen wird. Vielleicht ist dieses Merkmal das einzige, was bei Götze in Dortmund noch nicht ausgereift war.   Definitiv! Mit gerade einmal 20 Jahren hatte er noch alle Zeit der Welt, um zu einem europäischen Topverein zu wechseln – wobei der BVB zumindest auf dem Wege dorthin ist. Angesichts der enormen Konkurrenz im Kader des Rekordmeisters muss sich auch ein Götze erst einmal beweisen und durchbeißen. Wenn es ähnlich wie bei Sahin läuft, könnte er sich schneller auf der Bank wieder finden, als es ihm lieb ist.

4. These: „Bayern will mit dem Götze-Transfer auch den direkten Konkurrenten gezielt schwächen“


Ja! Dieser Monopoly-Spielzug ist sicherlich ein bedachter Nebeneffekt. Dennoch stand diesmal wohl wirklich im Vordergrund, die eigene Mannschaft zu stärken und nicht einen Konkurrenten zu schwächen. Aber alle Dortmunder sollten sich folgendes bewusst machen: Mario Götze ist nicht zum FC Schalke 04 gewechselt. Zum FC Bayern besteht zwar eine lebhafte und sportliche Rivalität, aber dass sich die Bayern in der Bundesliga das beste Team zusammenkaufen, war auch in den letzten 30 Jahren so. Und die Dortmunder Führungsriege muss gleichzeitig einsehen, dass man immer noch zu den „Verkäufer-Klubs“ gehört.
  Ein dickes Ja! Mit der Götze-Verpflichtung setzt der FCB ein gehöriges Ausrufezeichen. Dies ist ein probates Mittel im Fußballgeschäft, dessen sich die Bayern gerne bedienen. Man denke nur an frühere Konkurrenten wie Bayer Leverkusen (Michael Ballack), Werder Bremen (Miroslav Klose) oder BVB (Torsten Frings). Mit dem Transfer untermauert Bayern seine Machtstellung nicht nur im deutschen Fußball, sondern auch gegenüber der europäischen Konkurrenz.

5. These: „Der Wechsel bringt Unruhe ins Umfeld der deutschen Nationalelf“

Ja! Durchaus vorstellbar. Die in den letzten Jahren in der DFB-Elf entstandene Situation mit jeweils einem Dortmunder und einem Münchener Block wird nun aus dem Gleichgewicht gebracht. Man muss vor allem hoffen, dass Götzes Verhältnis zu einem Dortmunder Buben wie Marco Reus nicht unter dem Wechsel leidet. Mats Hummels und Phillip Lahm sollten hier als Führungsspieler das gemeinsame Ziel WM-Titel 2014 in den Mittelpunkt stellen. Auch über die Vereinsfarben hinweg. Allerdings: Die Bayern könnten bis zu sieben Stammspieler stellen – was wiederum ein sportlicher Vorteil sein könnte.   Ich finde nicht. Es verändert sich nur eins: Der Bayern-Block wird dadurch wieder größer, zuungunsten der Schwarz-Gelben. Zumal bereits jetzt schon eine Münchner Dominanz in der DFB-Elf vorherrscht. Doch im Nationalteam ziehen alle an einem Strang, um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Unruhen zwischen Spieler aus verschiedenen Vereinen gehören der Vergangenheit an.


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