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Viele stellen sich vor dem Duell eine Frage: Wie stoppen die Bayern Messi? Die wichtigen Duelle könnte es eher auf den Flügeln geben.

ANALYSE
von Fabio Porta

Am Abend ist es endlich soweit: Der FC Bayern darf sich mit dem FC Barcelona messen und nun den letzten Kritikern zeigen, dass man mit dem bestem Verein der letzten Jahre auf Augenhöhe ist. Vor dem Kracher gibt es viele Aspekte, auf die man in der Allianz Arena gespannt blicken wird. Mitentscheidend werden die Duelle auf den Flügeln sein, die offensichtliche Schwäche der Katalanen in dieser Saison. In dieser Analyse geht es um die Szenarien, die sich auf den Flügelpositionen entwickeln können und wie der Deutsche Meister das zu seinem Gunsten nutzen kann.

Pünktlich zum absoluten Knaller in der Königsklasse ist die Flügelzange „Robbery“ zurück - aus taktischer Sicht durchaus prickelnd, denn der FC Barcelona ist seit dem Ausfall von Eric Abidal auf den Flügeln und bei Kontern anfällig. Es geht es vor allen Dingen um die beiden Außenverteidiger, die in dieser Saison eher als Flügelflitzer durchgehen. Mit Jordi Alba und Dani Alves hat Barca zwei extrem offensiv ausgerichtete Außenverteidiger, die eher in der gegnerischen Hälfte zu finden sind.

Alves als Flügelspieler

Dani Alves' taktische Ausrichtung ist unumstritten, seine Vorstöße in die Spitze bringen Barca Flexibilität im Angriff und eine gewisse Unberechenbarkeit. Zudem sorgt der brasilianische Nationalspieler immer wieder für Überzahl im Mittelfeld. Allerdings war es in der Vergangenheit so, dass man mit Eric Abidal eher einen dritten Innenverteidiger hatte, der hinten absicherte. So durfte Alves unbekümmert auf die Reise geschickt werden. Seit dieser Saison haben die Katalanen mit Jordi Alba einen Linksverteidiger, der wie Dani Alves nach vorne stürmt.

Nicht selten wurde Barca besonders bei Kontern eiskalt überrascht, weil die Verteidiger zu weit nach vorne rücken. Bei der Qualität des FC Bayern auf den Flügeln bietet sich die große Chance, diese „Schwächen“ auszunutzen. Alves' Passquote liegt bei knapp 91 Prozent, seine Zweikampfwerte hingegen bei 50 Prozent. Ähnlich sieht es bei Alba aus, der eine herausragende Passquote hat, doch im Zweikampf Schwächen offenbart. Zum Vergleich: Bayerns Rechtsverteidiger Philipp Lahm gewinnt 65,6 Prozent seiner Duelle.

Es wird besonders darum gehen, auf den Flügeln doppelt besetzt und sehr präsent in den Zweikämpfen zu sein, um zunächst die Ausflüge von Alves und Alba so zu unterbinden, dass sich keine Anspielstationen auf den Außen für die Katalanen bieten. Dann werden sie eher auszurechnen sein, selbst wenn mit Xavi, Iniesta und Messi drei Spieler in der Mitte wirbeln, die ein Spiel alleine entscheiden können.

Auch die Rolle von Busquets wird von grundlegender Bedeutung sein, ist er doch der Stabilisator und von vielen unterschätzte Spieler im Barca-System. Der zentrale Mittelfeldspieler kann das Spiel situativ zusammen mit Xavi in Sekundenschnelle verlagern und eine andere Baustelle bei den Münchnern eröffnen.

Bayern-Zange beeindruckt

Mit Alaba/Ribery und Lahm/Robben verfügen die Bayern über vorzügliche Mittel, Barca auf den Außen vor Probleme zu stellen. Werden Barcas Außenverteidiger unter Druck gesetzt und in die Defensive gedrängt, so werden die Münchner zu Chancen kommen, denn Alba ist defensiv beispielsweise nicht so stark, wie es ein Eric Abidal ist. Aus dem Spiel heraus kann Bayern doppeln und mit Pressing und schnellem Umschaltspiel auf den Flügeln für Überzahl sorgen.

Dies wird ebenfalls interessant bei Kontern sein, denn da ist Barca in der aktuellen Spielzeit anfällig. Die Elf von Jupp Heynckes hat in dieser Spielzeit schon mehrmals bewiesen, wie es aussehen kann, wenn Ribery und Co. ins Rollen kommen und besonders bei Kontern blitzschnell vor dem gegnerischen Tor landen.

Seit einigen Wochen konnte man beobachten, dass Alba sich etwas zurückfallen lässt und nur in bestimmten Situationen mit nach vorne geht. Das brachte den Katalanen wie erwartet mehr Stabilität in der Defensive, Barca agierte ein Stück flexibler, da man nicht immer damit rechnen konnte, dass Alba mit in die Offensive drängt. Es ist auch gut möglich, dass der Franzose anstelle von Alba in der Startaufstellung sein wird, um der Stärke der Bayern auf den Flügeln entgegenzuwirken.



Defensive nicht vernachlässigen

Zudem kommt es auch auf Arjen Robben und Franck Ribery als Einzelspieler an. Beide müssen Iniesta, Pedro und Villa auf den Außen früh stören, damit es hier gar nicht erst zur Überzahl kommt, dazu werden Lahm und Alaba hoch stehen, um die beiden Flügelflitzer zu unterstützen und die Räume eng zu machen. Gelingt das Umschaltspiel auf den Flügeln wie bisher, werden Lahm und Alaba die Chance bekommen, immer wieder in die Offensive zu stoßen.

Es wird ohne Frage eine Königsaufgabe, diese Offensive zu bremsen und die Angriffe im Keim zu ersticken. Über die Flügel besteht eine Chance für Bayern und selbst wenn Barca das Spiel dominiert und Bayern kaum Luft zum Atmen gibt - durch Konter werden die Münchner zu Chancen und gegebenenfalls auch zu Toren kommen.

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