thumbnail Hallo,

Bayern München: Mario Gomez und sein Schlüsselspiel gegen den FC Barcelona

Vor dem Halbfinalduell zwischen Bayern und Barca sind auf Münchner Seite viele Augen auf Mario Gomez gerichtet. Für den Stürmer könnt das Spiel entscheidend für seine Zukunft sein.

München. Das Fehlen des gelbgesperrten Mario Mandzukic im Hinspiel des Champions-League-Halbfinale wird als große Chance für den Edelreservisten Mario Gomez interpretiert. Dabei scheint für Gomez in dieser Saison der Zug abgefahren zu sein. Für ihn gilt es, sich mittelfristig bei Pep Guardiola und Jogi Löw zu empfehlen.

„Casting“ für den Platz als Mittelstürmer

Der Münchener Boulevard sprach zuletzt gar von einem Casting, dem sich Claudio Pizarro und Mario Gomez stellen mussten, um den vermutlich einzigen Stürmerplatz in der Offensive der Bayern gegen Barcelona zu belegen. Seit der zeitgenössische Fußball mit seinen Charakteristika Kurzpassspiel, Pressing und einer gestiegenen Bedeutung der offensiven Außenspieler nur noch eine bis derweil gar keine Sturmspitze erfordert, gilt es in diesem Auswahlverfahren mit verschiedensten Qualitäten zu überzeugen. Nur Tore schießen reicht nicht mehr.

Dass eine hohe Trefferquote längst keine Stammplatzgarantie mehr ist, musste in dieser Saison auch Mario Gomez erfahren, der zuvor in zwei Spielzeiten 26 beziehungsweise 28 Tore in der Bundesliga erzielt hatte und auch in der Champions League zweimal hinter Lionel Messi erfolgsreichster Torschütze war. Nach einer Sprunggelenkverletzung, die ihn große Teile der Hinrunde verpassen lies, hatte sich Mandzukic in der Stammelf festgespielt.

Gomez nicht mehr der bequeme Mittelstürmer wie noch vor ein paar Jahren

Der Kroate gilt durch das Stören des gegnerischen Spielaufbaus als fleißigerer Mannschaftsspieler. Wobei man Mandzukic hier fairerweise nicht mit dem bequemen Mittelstürmer vor ein paar Jahren vergleichen sollte, der Gomez durchaus einmal war. Auch der Ex-Stuttgarter kann Pressing spielen und dies durchaus gegen europäische Spitzenteams, wie zuletzt Trainer Jupp Heynckes mit Verweis auf Gomez‘ starke Leistung beim letztjährigen Auswärtsspiel gegen Real Madrid betonte.

Auch wenn ein anderer Eindruck herrschen mag: Mandzukic läuft statistisch nicht mehr als Gomez. Allerdings gilt ersterer Mittelstürmer als aggressiver im Zweikampf. Da man von einer Rückkehr Carles Puyols in die Abwehr von Barcelona für das Rückspiel ausgehen kann, wird dann also sicherlich wieder Mandzukic in der Startformation stehen. Also scheint es für den 27-jährigen Gomez kurzfristig egal zu sein, wie gut oder schlecht er am Dienstagabend spielt. Der Zug der Startelf scheint für den Schwaben für die letzten wichtigen Saisonspiele abgefahren zu sein.

Gomez spielt für sein Standing bei den Bayern, nicht für einen Einsatz im Rückspiel

Oder könnte angesichts Barcas Offensivspiel und der weitaufrückenden Abwehrreihe nicht gerade der bessere Konterspieler Gomez den Bayern nutzen? Es ist schwierig anhand der individuellen Merkmale die Spielverläufe der Duelle gegen Barcelona vorherzusehen. Fest steht allerdings, dass es für Gomez, der zuletzt von allen Seiten für seine starke Trainingsleistung gelobt wurde, um sein Standing beim FC Bayern und ferner auch in der Nationalmannschaft geht. Ein Hattrick gegen Wolfsburg oder vier Treffer gegen den FC Basel in der Champions League blenden hier nur. Gomez muss seinem zukünftigem Trainer Pep Guardiola und auch Jogi Löw beweisen, dass er gegen Spitzenmannschaften spielentscheidend sein kann – vielleicht auch ohne eigenen Treffer.



Cleveres Schweigen von Gomez - kluge Worte von Sammer

Und was ist wenn plötzlich doch der Routinier Claudio Pizarro aufläuft, der schließlich als kombinationsstärkerer Halbstürmer gilt? Mario Gomez war zuletzt so clever, keine Interviews zu geben. Mit Aussagen über seine persönlichen Spielaussichten oder jene Leistungen seiner Konkurrenten, hätte er nur die positive Stimmung der Münchener Mannschaft gestört. Dafür sprach Matthias Sammer zuletzt kluge Worte über das vermeintliche Casting vor dem Barca-Spiel: „Es wird nur einer spielen, aber vielleicht entscheidet der andere das Spiel“, so der Sportvorstand, der damit die Bedeutung des gesamten Kaders in seiner Rolle als potentielle Einwechselspieler unterstrich.

Für Mario Gomez geht es am Dienstag also durchaus um einiges, vor allem in Hinblick auf die kommende Spielzeit die schließlich mit der Weltmeisterschaft in Brasilien gekrönt wird. Wenn er mit diesem persönlichen Antrieb seiner Mannschaft beim Erreichen des Endspiels behilflich ist, könnten auch alle Wechselgerüchte ganz schnell wieder verstummen und das Münchener Casting ginge in der nächsten Saison in eine neue Runde.

EURE MEINUNG: Welcher Stürmer wird sich bei Bayern als Stammspieler durchsetzen?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig