thumbnail Hallo,

Hamburgs Achterbahnsaison – Aogo erneut nur Zuschauer

Der dienstälteste Profi des Hamburger SV erlebt auch persönlich eine Spielzeit mit vielen Höhen und Tiefen. Am Samstag darf Dennis Aogo nur zuschauen.

Hamburg. Die einzige Konstante in der Saison des Hamburger SV ist die Unkonstanz. Die Rothosen erleben ein ständiges auf und ab, liefern außergewöhnliche Leistungen (4:1 in Dortmund), lassen jedoch regelmäßig wichtige Punkte im Schneckenrennen um Europa liegen. Gegen die vermeintlich kleinen Gegner gab es zuletzt nur einen Punkt aus drei Spielen. Gegen Düsseldorf soll vor heimischem Publikum diesmal alles anders laufen – Thorsten Fink vertraut seiner Sieger-Elf aus Mainz.

Mentales Tief im Herbst

Ein leidtragender der häufigen Wechsel in der Startaufstellung ist Dennis Aogo. Der 26-jährige startete schlecht in die Saison, ließ sich anschließend mehrere Wochen intensiv medizinisch betreuen. „Wenn der Körper nicht mehr funktioniert, beschäftigt sich auch der Kopf damit. Dann ist man auch mal mental niedergeschlagen. Die Ursache war bei mir aber der Körper“, sagte Aogo damals. Das mentale Tief war eine Folge einer verschleppten Viruserkrankung und entsprechend schlechten Blutwerten und Leistungen auf dem Platz. „Ich war nicht ich selbst. Es ist ein ganz komisches Gefühl, wenn irgendetwas nicht stimmt und man nicht das machen kann, was man eigentlich will“, erklärte er.

Sechs Torvorlagen - So gut wie Aogo noch nie beim HSV

Zwischenzeitlich bester Torvorbereiter

Nach seiner einmonatigen Abstinenz meldete sich der zehnfache Nationalspieler wieder zurück. Seinen Platz in der Stammelf hatte er währenddessen an Marcell Jansen verloren, der fortan auf der linken Verteidigerposition souveräne Leistungen ablieferte. Aogo kommt nur als Einwechselspieler zum Zuge, rutscht erst am 13. Spieltag bei der 0:2-Niederlage zurück in die Startelf. Im darauf folgenden Heimspiel gegen den FC Schalke 04 ändert Thorsten Fink das System und spielt vorerst mit einer Raute im Mittelfeld. Der Plan geht auf: Aogo glänzt auf der linken Seite als Torvorbereiter und zeigt seine beste Leistung seit langem. Auch im neuen Jahr bestätigt der 26-jährige seine Form, erzielt im Derby gegen Werder Bremen sogar sein erstes Bundesligator für den HSV und bereitet daraufhin fünf weitere Treffer vor.

Jiracek vor Aogo

Im Frühjahr folgt dann der nächste, zumindest mentale Tiefschlag: Während Kollege Jansen das Problem der deutschen Nationalmannschaft erkannt und sich mit guten Leistungen wieder in den Fokus des Bundestrainers gespielt hat, wird Dennis Aogo nicht berücksichtigt. „Ich hatte meine Chancen in der Nationalelf. Und ich habe sie nicht gut genutzt“, reflektiert er selbstkritisch. Beim HSV läuft es ebenfalls nicht gut: Nach drei Niederlagen in Folge (unter anderem 9:2 in München) fliegt Aogo gegen Mainz aus der Startelf. Seine Vertretung Petr Jiracek löst die Aufgabe für den Chefcoach zufriedenstellend. Am Samstag wird Jiracek erneut eine Chance erhalten, während Aogo zum Zuschauen verdammt ist. Zudem ist eine Rückkehr des langwierig verletzten Ivo Ilicevic in den nächsten Wochen durchaus möglich – ein weiterer Konkurrent für den dienstältesten Hamburger.

EURE MEINUNG: Wem würdet ihr auf der linken Seite beim HSV eine Chance geben?

Folge HSV-Reporter Daniel Jovanov auf und erhalte Live-Tweets aus dem Volkspark!

 

Dazugehörig