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Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Aber wie geht es den Profis, die nun im Ausland auf Torejagd gehen? Sind sie aufgeblüht oder nur noch Bankdrücker? Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal.com im Rahmen von „Was macht eigentlich“ drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen an anderer Wirkungsstätte ergeht.

Mladen Petric
In der Bundesliga: Von 2007 bis 2012

Vereine in Deutschland: Borussia Dortmund, Hamburger SV

Einsätze:
128

Tore:
51

Erfolge: 
DFB-Pokalfinalist 2008
Der Bogenschütze

Mladen Petric ist für seine linke Klebe bekannt. Wenn er den Ball richtig traf, dann blieb dem Torwart nur eins zu tun: den Ball aus dem Netz zu fischen. Doch auch im Strafraum machte er seine Buden und dies meist spektakulär, nicht nur einmal per Fallrückzieher. Was dann folgte, war immer dasselbe: der Bogenschützen-Jubel.


Petric‘ Profi-Karriere begann beim FC Baden, wo er auch in der Jugend spielte. Nach nur einem Jahr wechselte er zur Saison 1999/2000 zum Grasshopper Club Zürich. Dort gewann er 2001 und 2003 die Schweizer Meisterschaft,  bevor er 2004 dann zum FC Basel ging. Mit den Baselern wurde er Meister (2005) und Pokalsieger (2007).

Der Stürmer bleibt wegen eines bestimmten Ereignisses im Gedächtnis der Vereinshistorie: Im UEFA-Pokal-Spiel gegen AS Nancy beim Stand von 2:2 in der zweiten Minute der Nachspielzeit hielt Petric einen Elfmeter, da er nach einer Roten Karte gegen Torhüter Franco Costanzo für die letzten Sekunden der Partie ins Tor gehen musste. Trotz einer langwierigen Knöchelverletzung wurde er in derselben Saison mit 19 Treffern Torschützenkönig in der Schweiz – bemerkenswert dabei: Aufgrund der Verletzung bestritt er nur 25 Ligaspiele.

Im Sommer 2007 wechselte er zu Borussia Dortmund. Beim BVB avancierte der Kroate, der in den U-Mannschaften für die Schweiz spielte, zum Leistungsträger. Trotz einer schwachen Bundesligasaison des Vereins stach der Mittelstürmer heraus. Er war mit 13 Toren Toptorjäger der Dortmunder. Im DFB-Pokalfinale unterlag der BVB dem FC Bayern München mit 1:2 nach Verlängerung. Kurz vor Schluss der regulären Spielzeit traf Petric zum Ausgleich.

Aufgrund finanzieller Sorgen musste der BVB den Stürmer bereits nach einer Saison wieder verkaufen und so wechselte er nach Hamburg. In 99 Bundesligapartien für den HSV erzielte er 38 Tore. Bei den „Rothosen“ wurde Petric Stammspieler und Leistungsträger. Der zum Saisonende 2012 auslaufende Vertrag wurde vom HSV nicht verlängert. Trotz guter Leistungen und vieler Treffer entschied sich der Verein, getrennte Wege zu gehen, da die Hanseaten eine Verjüngungskur anstrebten und Petric nicht mehr in die Gehaltsstruktur passte.

Im Sommer wechselte der Kroate auf die Insel zum FC Fulham. Bei den Cottagers hat er derzeit keinen guten Stand. Die Konkurrenz im Sturm ist groß, für Petric bleibt in dieser Spielzeit meist nur die Joker-Rolle. Er erzielte in 19 Spielen 5 Tore und bereitete zwei weitere vor. Zwar läuft der Vertrag des Stürmers im Sommer aus, doch Trainer Martin Jol signalisierte bereits sein Interesse an einer Verlängerung.  

Mohamed Zidan
In der Bundesliga: Von 2005 bis 2012

Vereine in Deutschland: Werder Bremen, 1.FSV Mainz 05, Hamburger SV, Borussia Dortmund

Einsätze:
155

Tore:
47

Erfolge:
Deutscher Meister 2011, Ligapokalsieger 2007, UI-Cup-Sieger 2008
Er kann es nicht überall

Der 1,72m-Mann lebt von seiner Geschwindigkeit und seinen technischen Fähigkeiten. Besonders das Konterspiel liegt dem Ägypter. Doch für seine Dribbelqualitäten wird er nicht nur geschätzt. Egoismus-Vorwürfe wurden immer wieder laut. Und nicht bei jedem Verein konnte er sich als Knipser beweisen.


Mohamed Zidan kann als Wandervogel bezeichnet werden. Innerhalb der Bundesliga wechselte er einige Male. Nach zehn Jahren bei seinem Heimatverein Al-Masry Port Said wagte der Angreifer den Sprung nach Europa. Zunächst landete er in Dänemark, wo unter anderem bei Akademisk BK Kopenhagen und FC Midtjylland spielte. In der dänischen SAS-Liga wurde er in der Saison 2003/04 mit 19 Treffern Torschützenkönig. Im Nachbarland Deutschland wurde man hellhörig.

Werder Bremen sicherte sich die Dienste des ägyptischen Nationalspielers. Mit dem Wechsel begann für ihn eine turbulente Zeit. Bereits nach der Hinrunde wurde er weiter an Mainz verliehen, und unter Jürgen Klopp knipste Zidan wieder. Im Sommer ging es erst zurück nach Bremen, bevor die 05er ihn im Winter 2007 fest verpflichteten. In der Rückrunde trumpfte der Stürmer gewaltig auf: In 15 Spielen erzielte er 13 Tore.

Diese Leistungen waren es, die ihn wieder in den Norden Deutschlands führten. Der Hamburger SV verpflichtete den Angreifer im drauffolgenden Sommer. Abermals nach einem Jahr wechselte er im Zuge des Petric-Deals zu Borussia Dortmund. Damit fanden Klopp und sein „Ziehsohn“ wieder zusammen. Der zweifache Afrikameister (2008 und 2010) gehörte zu den tragenden Säulen beim BVB. Doch in der Meistersaison war Zidan meist nur Zuschauer und fand sich meist auf der Bank wieder.

Im Winter 2012 wechselte er an die alte Wirkungsstätte. Es schien, als ob er nie weg gewesen wäre. Zidan traf jeweils einmal in den ersten sechs Partien für die Mainzer. Nach der Leistungsexplosion sank seine Formkurve und nach der Saison ging man wieder getrennte Wege. Ab dem nächsten Sommer kickte der Stürmer bei Baniyas Sport Club in den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo er einen Zweijahresvertrag erhielt. Beim derzeitigen Tabellenzweiten der UAE Pro-League erzielte er in neun Spielen drei Treffer.

Theofanis Gekas
In der Bundesliga: Von 2006 bis 2011

Vereine in Deutschland: VfL Bochum, Bayer 04 Leverkusen, Hertha BSC, Eintracht Frankfurt

Einsätze:
133

Tore:
55

Erfolge:
DFB-Pokalfinalist 2009
Entweder Torflut oder Torflaute

Was haben „Pippo“ Inzaghi und Theofanis Gekas gemeinsam? Den Spielstil. Denn beide spielten gerne am Rande des Abseits. Der Grieche hatte eher wenig Ballkontakte, doch sein Torinstinkt machte ihn begehrlich. Er konnte in Serie treffen, aber auch längere Durststrecken haben.  

Seine ersten fußballerischen Schritte machte Gekas in seiner Geburtsstadt Larisa beim dort ansässigen Zweitligisten AE Larisa. Über den Athener Verein Kallithea FC gelangte er zum griechischen Spitzenklub Panathinaikos Athen. Am Saisonende wurde er mit 18 Treffern Torschützenkönig in Griechenland. Dies markierte seinen Karrieredurchbruch.

Im Sommer 2006 wechselte der Grieche in die Bundesliga zum VfL Bochum. Bereits in der ersten Spielzeit schlug er wie eine Bombe ein. Gekas wurde mit 20 Treffern Torschützenkönig - in seiner Debütsaison in Deutschland. Nach Stefan Kuntz (22 Tore 1986) und Thomas Christiansen (21 Tore 2003) war der Angreifer erst der dritte VfL-Spieler, der sich die Torjägerkanone sichern konnte.

Der EM-Teilnehmer von 2008 wechselte darauf zu Bayer Leverkusen. In 29 Partien traf er elf Mal. Allerdings war er nicht unumstritten, mitunter galt er als zu wenig mannschaftsdienlich. Nach der Verpflichtung von Patrick Helmes geriet Gekas ins Hintertreffen. Im Winter 2009 wurde er an den FC Portsmouth verliehen, wo er lediglich nur zu einem Einsatz kam. Zurück in Leverkusen fand er sich mit seiner Rolle als Nummer drei erst einmal ab.

Zur Rückrunde wurde der Torschützenkönig der WM-Qualifikation Europa 2009/10 (10 Tore in 10 Spielen) an die Berliner Hertha ausgeliehen. Der Knipser sollte den Hauptstadtklub vor dem Abstieg bewahren, was allerdings misslang. Formell hatte er nun noch Vertrag bei der Werkself, doch im Sommer ging er zu Eintracht Frankfurt. In der Hinrunde der Saison 2010/11 erzielte Gekas in 17 Bundesliga-Spielen 14 Tore und war damit bester Torschütze. Am Saisonende stand dennoch der Abstieg. Der Grieche spielte die Hinrunde noch bei der Eintracht, bevor er im Winter zum türkischen Erstligisten Samsonspor wechselte. Im letzten Saisonspiel um den Klassenerhalt fehlte Gekas aufgrund einer Bänderdehnung - Samsunspor hielt die Klasse nicht. Damit stieg er zum dritten Mal in Folge mit einem Verein ab.

Dann hatte der Ex-Bundesliga-Torschützenkönig ein kurzes Intermezzo in Spanien, wo er in der Primera Division für UD Levante stürmte. Nach nur vier Einsätzen in der Liga – ohne Torerfolg – löste Gekas seinen Vertrag im Einverständnis mit dem Verein im November 2012 vorzeitig auf.

Seit Jahresbeginn spielt er wieder in der Türkei beim abstiegsbedrohten Erstligisten Akhisar Belediyespor. In zehn Partien netzte er achtfach ein. Erst am Wochenende war Gekas der „goldene Torschütze“ beim 1:0-Auswärtserfolg gegen Europa-League-Anwärter Kasimpasa SK. Mit dem Sieg nährt er die Hoffnung auf den Klassenerhalt. Derzeit steht sein Verein auf Tabellenplatz 16 bei noch fünf ausstehenden Spieltagen. Vielleicht kann der Grieche seinen persönlichen Fluch brechen und den Abstieg noch abwenden.  

EURE MEINUNG: Gekas, Zidan, Petric - welcher Torjäger konnte in der Bundesliga überzeugen?

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