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Ohne Vidal und Lichtsteiner: Kann Juventus das Unmögliche gegen den FC Bayern möglich machen?

Juve hat nur zwei Tore gegen Bayern kassiert, damit konnten sie am Ende noch glücklich sein und müssen nun ohne Arturo Vidal & Stephan Lichtsteiner in Turin gegen Bayern antreten.

Turin. So wie sich die Niederlage von Juventus Turin gegen Bayern München zutrug, gibt es nicht allzu viel Hoffnung auf eine Wende. Hinzu kommen die Ausfälle von Arturo Vidal und Stephan Lichtsteiner. Beide fehlen gelbgesperrt.

Vidals Ausfall wird die Turiner sehr schmerzen, ist er doch das Stehauf-Männchen des Teams. Ist er in dem einen Moment noch im eigenen Strafraum, ist er im nächsten schon auf des Gegners Seite und sucht den Torerfolg. Er ist unberechenbar und ein klassischer Mittelfeldspieler, ein Box-to-Box-Player. Auch wenn er weit von seiner Bestform entfernt war, so war es der Chilene, der im Hinspiel gegen die Bayern zumindest physisch noch etwas Gegenwehr bot.

Es war Vidal, der Ribery in die Hacken trat, doch auch nicht seine beste Form abrufen konnte. Lediglich zwei Schüsse auf das Tor von Manuel Neuer standen zu Buche: Der Chilene war ganz und gar nicht in Topverfassung.

Aber Juve-Coach Antonio Conte hat noch Paul Pogba in der Hinterhand, um die Bayern zu ärgern. Bereits in der Vergangenheit unterstrich der Franzose seine Klasse und sorgte dafür, dass Sir Alex Ferguson und ManUnited im Sommer 2012 frustriert auf seinen Wechsel nach Italien reagierten. Er vereint sowohl die spielerische Qualität, die mit der Vidals vergleichbar ist, ist auch das bisweilen überschäumende Temperament auf sich - seine Disziplin auf und neben dem Platz ist immer wieder ein Thema im Verein wie auch in der Nationalmannschaft.

Das Hauptproblem für Pogba wird sein, dass er nicht nur Vidal vollständig ersetzen muss, sondern auch Aufgaben von der Legende Pirlo übernehmen muss, der mit dem Pressing der Bayern nicht klarkam und aus dem Spiel genommen wurde. In der Allianz-Arena kamen nur 28 seiner 54 Passversuche an, so konnte kein vernünftiges Spiel der Gäste aufkommen.

Der Franzose muss also nicht nur Pirlo beschützen, er muss auch so spielen wie er. Die Spielmacherrolle erfüllte er am Samstag im Ligaspiel gegen Pescara durchaus gut. Wie auch immer, ob ein 20-Jähriger gleich die Rolle von Vidal und Pirlo gleichzeitig einnehmen kann, ist fraglich. Die beiden sind zwei der besten Mittelfeldspieler Europas und Pogba wird gegen Bayern zu ersten Mal in der Champions League von Beginn an auflaufen.

Juve hat ohne Frage einen Ersatz für Vidal, der zur Weltklasse reifen kann, einen Stephan Lichtsteiner können sie kaum gleichwertig ersetzen. Der Schweizer zeigt auf, wie wichtig ein gut geschulter Verteidiger im modernen Fußball ist.

Artuo Vidal fehlt im Rückspiel gelbgesperrt

Mit dem langen Ausfall von Simone Pepe fehlt Juve ein Mann auf rechts, um ein effektives 4-3-3 zu spielen. Lichtsteiner hat sich zu einem wahren Motor eben auf dieser Seite entwickelt und steuert nahezu allein den Spielaufbau von rechts. Er zeigt immer wieder, wie effektiv er ist, erzeugt Gefahr, vergisst aber nie seine Defensivaufgaben. Sein Ausfall wird den Turinern schwer zu ersetzen sein. Zusammen mit dem Ausfall von Vidal, mit dem Lichtsteiner so hervorragend zusammen spielt, ist die Personalsituation ein kolossales Problem für Juve.

Udinese's Mauricio Isla wäre ein Ersatz gewesen, spielt zwar inzwischen bei Turin, ist aber auf unbestimmte Dauer wegen einer Muskelverletzung außer Gefecht gesetzt. So muss Conte sein Vertrauen in den vielseitig einsetzbaren, aber letztlich blassen Simone Padoin setzen.

Auf der linken Seite wird wohl Kwadwo Asamoah auflaufen, der offensiver als Federico Peluso agiert, um die Bayern mehr als im Hinspiel unter Druck zu setzen. Mit Asamoah und Padoin werden die Defensivaufgaben auf den Schultern von Giorgio Chiellini und Andrea Barzagli nur mehr. Chiellini sollte damit keine Probleme haben, doch Barzagli kam im Hinspiel schon mit Mario Mandzukic nicht klar - und eine Wiederholung der Leistung in München kann man sich nicht leisten

Sicherlich gilt das für das gesamte Juve-Team. Zu viele Schlüsselspieler überzeugten in der vergangenen Woche nicht. Vucinic kehrt zurück und sollte in dem Spiel eine wichtige Stütze sein. Montenegrin zeigt die Kreativität, die im Hinspiel so gefehlt hat.

Vucinic hat bereits gesagt, Juve müsse in den Krieg ziehen. Das ist ganz sicher übertrieben, aber es besteht kein Zweifel, dass die Ausfälle von Vidal und Lichtsteiner schwer wiegen und das Team so kaum eine Chance haben, die Schlacht zu gewinnen, sollte noch ein Krieger das Spiel in Turin verpassen.

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