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Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Aber wie geht es den Profis, die nun im Ausland auf Torejagd gehen? Sind sie aufgeblüht oder nur noch Bankdrücker. Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal.com im Rahmen von „Was macht eigentlich“ drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen an anderer Wirkungsstätte ergeht.

Dimitar Berbatov
In der Bundesliga: Von 2001 bis 2006

Vereine in Deutschland: Bayer 04 Leverkusen

Einsätze:
154

Tore:
69

Erfolge:
Deutscher Vizemeister 2002, DFB-Pokalfinalist 2002, Champions-League-Finalist 2002
Ein echter Knipser

Dimitar Berbatov reifte zum der Torjäger bei der Werkself. Sein Motto: Tore am Fließband. Der Bulgare konnte als klassischer Strafraumstürmer bezeichnet werden. Egal ob per Kopf oder mit dem Fuß - seine Abschlüsse fanden oft den Weg ins gegnerische Tor.


Bereits im Alter von 17 Jahren unterschrieb Dimitar Berbatov seinen ersten Profivertrag beim bulgarischen Rekordmeister ZSKA Sofia. In seinem ersten Profijahr erzielte er in 27 Spielen 14 Tore, in der Hinrunde der Spielzeit 2000/01 gar neun Treffer in elf Partien. Dies weckte Begehrlichkeiten. 

Bayer Leverkusen verpflichtete den Angreifer in der Winterpause. Bei der Werkself kam er erst in der zweiten Mannschaft zum Einsatz und durfte in die Bundesliga hineinschnuppern. Ab der Saison 2001/2002 gehörte Berbatov zum Leverkusener Profi-Kader und war Ersatzmann für Stürmer-Oldie Ulf Kirsten. Zwei Spielzeiten später erreichte er Topniveau. Mit 20 Treffen gehörte er zu den Toptorjägern Bundesliga und eine Saison drauf wurde er Vize-Torschützenkönig (21 Tore) hinter Miroslav Klose (25 Treffer).

Der Bulgare träumte von einem Engagement in der Premier League. Aufgrund einer Ausstiegsklausel in seinem Vertrag, die eine festgeschriebene Ablösesumme von 16,5 Millionen Euro enthielt, wechselte er im Sommer 2006 auf die Insel zu Tottenham Hotspur. Bereits im ersten Heimspiel erzielte Berbatow seinen ersten Treffer für die Spurs. Bei den Londonern brillierte der Angreifer als Torschütze und Vorlagengeber. Aufgrund seiner Spielanlage weckte er das Interesse anderer Spitzenklubs.

Sir Alex Ferguson legte 38 Millionen Euro für den Rekordtorschützen der bulgarischen Nationalmannschaft auf den Tisch und lotste ihn zu Manchester United. Mit den „Red Devils“ wurde er zweimal Meister und stand zweimal im Finale der Königsklasse. In der Saison 2010/11 wurde er mit 21 Toren wurde er Torschützenkönig der Premier League.

In der Folgezeit fand er sich des Öfteren auf der Bank wieder und kam nur sporadisch zu Einsatz. Daher wechselte er im Sommer zum FC Fulham, wo der Knipser allmählich zu alter Stärke findet. In 26 Partien erzielte er 13 Treffer. Vor einer Woche schnürte er einen Doppelpack beim 3:2-Sieg über die Queens Park Rangers.

Hugo Almeida
In der Bundesliga: Von 2006 bis 2010

Vereine in Deutschland: Werder Bremen

Einsätze:
117

Tore:
41

Erfolge:
DFB-Pokalsieger 2009, Ligapokalsieger 2007, Vizemeister 2008, DFB-Pokalfinalist 2010, UEFA-Cup-Finalist 2009
Torjäger mit Ladehemmungen

Der 1,91m-Mann bringt die besten körperlichen Voraussetzungen für einen Mittelstürmer mit. Dennoch stand er aufgrund seiner Chancenauswertung und seinen teils längeren Durststrecken ohne Tor in der Kritik. Auch sein Temperament konnte der Portugiese nicht immer im Zaun halten, sodass er Rotsperren absitzen musste. Hatte er jedoch einen Lauf, netzte er unerbittlich ein.


Hugo Almeida war zu Beginn seiner Karriere ein Wandervogel. 2003 wechselte er zum FC Porto, wo er sich nicht durchsetzen konnte und prompt daraufhin an União Leiria und Boavista Porto verliehen wurde.  In der Saison 2005/06 absolvierte einige Partien für den FC Porto, bevor er im darauf folgenden Sommer von Werder Bremen an die Weser ausgeliehen wurde.

Erstmals in seiner Karriere wurde der Portugiese „sesshaft“. In der ersten Spielzeit bei den „Grünen“ war er der Back-up für Miroslav Klose und Ivan Klasnic. In der Folgespielzeit bildete Almeida mit Boubacar Sanogo oder Markus Rosenberg die Bremer Sturmspitze. Jedoch fiel er immer wieder aufgrund von Verletzungen und Sperren aus. Der Linksfuß überzeugte besonders mit seiner Schusskraft. In der Saison 2008/09 erzielte er am 13. Spieltag gegen den 1. FC Köln aus 22 Metern ein Tor mit 124 km/ h.

Doch den ganz großen Sprung zum Toptorjäger schaffte der Portugiese nicht. Eine seiner großen Schwächen ist allerdings die Chancenverwertung. Trotz seiner Statur und seiner Durchsetzungskraft ließ er zu viele Großchancen ungenutzt.

Im Winter 2011 verpflichtet der türkische Erstligist Besiktas Istanbul den Angreifer. Doch auch bei den Schwarz-Weißen blieb er seiner Linie treu und schoss pro Saison um die zehn Tore. In diesem Kalenderjahr wartet der 1,91-Hüne noch auf ein Erfolgserlebnis. Seit geraumer Zeit plagen den 28-Jährigen Wadenprobleme. Am vergangenen Wochenende zog Almeida beim Auswärtsspiel gegen Mersin Idman Yuru erneut einen Muskelriss in der linken Wade zu und fällt damit voraussichtlich für den Rest der Saison aus. Bei den Türken hat den Angreifer noch Vertrag bis 2014.

Zvjezdan Misimovic
In der Bundesliga: Von 2002 bis 2010

Vereine in Deutschland: FC Bayern, München, VfL Bochum, 1.FC Nürnberg, VfL Wolfsburg

Einsätze:
157

Tore:
37

Erfolge:
Deutscher Meister 2003 und 2009, Vizemeister 2004, Bundesliga-Aufsteiger 2006
Der Regisseur im Mittelfeld

Zvjezdan Misimovic galt als technisch beschlagen, dribbel- und schussstark. Auf der 10er-Positon fühlte er sich zu Hause. Der Bosnier war der Denker und Lenker im Mittelfeld. Zwar wurde ihm Lauffaulheit und fehlende Konstanz vorgeworfen, dennoch war er der Mann für den entscheidenden Ball in die Spitze.


Der Spielmacher ist unter anderem in der Jugend des FC Bayern München groß geworden. Er schaffte auch den Sprung zu den Amateuren, doch konnte sich trotz Talentes nicht bei den Profis des Rekordmeisters etablieren. Misimovic kam lediglich zu drei Kurzeinsätzen im Trikot der Bayern. 

Auf Anraten von Hermann Gerland wechselt „Zwetschge“ 2004 zum VfL Bochum. Am Saisonende musste er mit dem Ruhrgebietsklub den Gang in die zweite Liga antreten. Durch den Abstieg wurde der Kader umgebaut und verjüngt, sodass der Bosnier zum Stammspieler wurde. Mit seinen elf Tore und sechs Vorlagen avancierte er zu den tragenden Säulen des direkten Wiederaufstiegs. Nach einem Jahr verließ er Bochum in Richtung Nürnberg, wo nur ein kurzes Intermezzo hatte. Beim Club war er Toptorschütze mit zehn Treffern, konnte den Abstieg jedoch nicht abwenden.

Felix Magath lotste den bosnischen Nationalspieler zum VfL Wolfsburg, wo ihm ein erheblichen Anteil am Gewinn der Meisterschaft zu fiel. Im „magischen Dreieck“ mit Grafite und Edin Dzeko schaffte Misimovic die Sensation. In der Meistersaison bereitete er 20 Treffer vor (Ligaspitzenwert) und erzielte selbst sieben Buden. Auch in Folgesaison konnte der Mittelfeldspieler überzeugen und war mit 15 Torvorlagen der zweitbeste Torvorbereiter der Liga. Als die Niedersachsen dann Diego für seine Position verpflichteten, drohte Misimovic ein Platz auf der Reservebank. So wechselte er am letzten Tag der Sommertransferperiode 2010 für etwa acht Millionen Euro vom VfL Wolfsburg zu Galatasaray Istanbul.

Nach nicht einmal drei Monaten hatte der Bosnier sich allerdings mit dem Trainer Gheorghe Hagi überworfen und wurde suspendiert. Er verließ die Türken im März 2011 und ging nach Russland zu Dynamo Moskau. Bei russischen Erstligisten absolvierte er eine hervorragende erste Debütsaison. Doch zum Ende der vergangenen Spielzeit ließen die Leistungen des Spielmachers nach, sodass er oftmals nicht einmal mehr im Kader stand.

Im Januar wechselte Misimovic zum chinesischen Erstligisten Guizhou Renhe, bei dem er einen Dreijahresvertrag bis Ende Dezember 2015 unterschrieb. Bereits beim ersten Spiel für seinen neuen Verein glückte ihm sein erster Treffer. Insgesamt befindet sich der Bosnier wieder auf einem aufsteigenden Ast. In drei Partien erzielte er zwei Tore und bereitete zwei Weitere vor. Beim letzten 2:1-Heimsieg Ende März glänzte er sowohl als Torschütze als auch als Vorbereiter.

EURE MEINUNG: Berbatov, Hugo Almeida, Misimovic - Wer hat Euch in der Bundesliga am meisten überzeugt?

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