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Der Niederländer wurde gegen Real Madrid wieder zur Pause ausgewechselt. Man muss feststellen: Der alte Sneijder wird wohl nie mehr zurückkehren.

KOMMENTAR
Von Enis Koylu

Wesley Sneijders schwacher Auftritt gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Real Madrid war für seine Hoffnung, noch einmal zu den Besten Europas zu gehören, definitiv ein Sargnagel.

Der Niederländer war schon auf dem absteigenden Ast, als er bei Inter aussortiert wurde und konnte, wie es Goal.com bereits im Januar vorhersagte, auch mit dem Wechsel in die türkische Süper Lig nicht mehr zu alter Form finden.

From Hero to Zero

Sein Abstieg bei Inter kam überraschend. Nachdem er das Team 2010 zum historischen Triple führte, verlor er aufgrund von einer Serie nicht erfolgreicher Trainer und mehreren Verletzungen seinen Stammplatz, beispielhaft untermauert von der Forderung des Vereins, er müsse Gehaltskürzungen hinnehmen.
DIE ABWÄRTSSPIRALE
 GEGEN BESIKTAS

Nach 57 Minuten eingewechselt, wirkte Sneijder noch nicht in Form.

 GEGEN SCHALKE (H)
Ihm misslang es, bei seinem Champions-League-Comeback zu überzeugen und er musste zur Pause raus.
 GEGEN ESKISEHIRSPOR
Er mühte sich vergebens, Einfluss auf das Spiel zu nehmen und wirkte wie ein Fremdkörper.
 GEGEN GENCLERBIRLIGI

Schien seine Rolle nicht zu verstehen und wurde schon nach 58 Minuten ersetzt.

 GEGEN REAL MADRID

Er hatte kaum Einfluss, konnte sein Team nicht mit Kreativität unterstützen – musste zur Pause raus.



Sneijder Wechsel zu Galatasaray eröffnete ihm auch die Möglichkeit, sich wieder in der Champions League zu präsentieren und alle Kritiker zu widerlegen. Leider gelang es dem Niederländer jedoch nicht, das Gesamtpaket von 25,5 Millionen Euro, das Istanbul für ihn stemmte, zu rechtfertigen.

Während Didier Drogba, der andere große Name, der im Winter seinen Weg in die Turk Telekom Arena fand, lediglich fünf Minuten benötigte, um dem gelb-roten Trikot seinen Stempel aufzudrücken, waren Sneijders Auftritte sehr schwach.

In zwei von drei Champions-League-Partien wurde er zur Halbzeit ausgewechselt – nur auf Schalke durfte er länger spielen. Da Sneijder auf eine Position beschränkt ist, hatte sein Team einen unglaublichen Mangel an Breite, was zwangsläufig zum Niedergang führte.

Auch in der Liga schwach

In den Liga-Spielen war der Niederländer auch nicht viel besser. Viele Spiele wirkte er wie ein Fremdkörper, erzielte nur zwei Tore, gegen Orduspor und Kayserispor – typisch durchschnittliche Mannschaften, die Galatasaray ohnehin besiegt hätte.

Der Tiefpunkt war sein Auftritt im Bernabeu. Beim Spiel im alten Zuhause gegen seinen ehemaligen Trainer, Jose Mourinho, auf der weltweit größten Bühne war Sneijder quasi abwesend, Trainer Fatih Terim musste anschließend Ausflüchte machen.

„Sneijder wurde zur Halbzeit ausgewechselt“, kommentierte dieser nach dem Spiel. „Nicht weil er verletzt war, sondern weil er so hart gearbeitet und auch dementsprechend müde war.“

Die Wahrheit ist, dass Sneijder sich den gleichen Probleme gegenübersieht, die er schon nach dem Weggang Mourinhos erdulden musste. Sein Einsatz erfordert eine taktische Neuausrichtung und der sich daraus ergebende Mangel an Breite brachte Madrid einen Vorteil.

Unnötige Verpflichtung

Seine Verpflichtung war unnötig und entsprang der rücksichtslosen Ambition von Präsident Unal Aysal, der aus Galatasaray offenbar eher eine globale Marke denn eine geschlossene Mannschaft machen möchte.

Als Sneijder für Istanbul unterschrieb, glaubte er, nicht mehr unter den weltweit fünf besten Spielern zu sein. Tatsächlich ist er wohl nicht einmal mehr in den Top 100.

Gala wird zurückkommen. Die Chancen, dass sie sich die Meisterschaft ein weiteres Mal sichern, stehen gut. Sneijder aber scheint nicht der Mann zu sein, der den Klub auf eine neue Welle des Erfolges führt, erst recht nicht angesichts der Heldentaten von Spielern wie Burak Yilmaz und Selcuk Inan.

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