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Bevor es Arturo Vidal nach Italien zog, hatte der Chilene die Chance beim FC Bayern München zu unterschreiben. Am Dienstag kann er seine Entscheidung bestätigen.

Turin. Es war im Sommer 2011, als sich die Fans des FC Bayern München Gedanken darüber machen konnten, dass Arturo Vidal wohl schon bald in der Allianz Arena für den Rekordmeister auflaufen wird. Doch es kam alles ganz anders und so kehrt der Nationalspieler aus Chile nun am Dienstagabend mit dem Trikot von Juventus Turin nach München zurück. Dort wird ihn ein heißer Empfang der Heimfans erwarten, nachdem er statt in München in Turin landete.

Nach dem Ende der Spielzeit 2010/11 sah es sehr danach aus, dass der Chilene von Bayer Leverkusen zum FC Bayern München wechselt. Leverkusen verweigerte einen Transfer zu einem anderen Bundesligisten. Vidal hätte noch für mindestens ein Jahr bei der Werkself bleiben müssen, ehe er den Klub ablösefrei hätte verlassen können.

Leverkusen hatte ursprünglich behauptet, dass die gebotene Ablösesumme des Rekordmeisters nicht mit den Vorstellungen der Bayer-Verantwortlichen übereinstimmen würde. Doch dann änderten sich die Vorzeichen. „Bayern kann so viel bieten, wie sie wollen - sie werden Vidal nicht bekommen. Es gibt eine Schmerzgrenze, aber die gilt nur für ausländische Klubs“, erklärte Leverkusens Rudi Völler gegenüber dem kicker.

Vidal selbst wollte den Deal zum Abschluss bringen, um das Trikot der Bayern zu tragen. „Ich möchte nach München wechseln. Sofort!“, erklärte er in der Bild. „Ich möchte, dass sich die Klub auf einen Wechsel einigen!“


Arturo Vidal im Trikot von Bayer Leverkusen | Jubel gegen den FC Bayern München

„Es gibt jetzt ein offizielles Angebot aus München. Bisher wurde nur darüber gesprochen, jetzt ist es konkret. Ich wollte letztes Jahr verlängern und da war der Verein nicht interessiert. Ich will nach München. Jetzt. Ich möchte unbedingt, dass sich die Vereine einigen.“

Vidal weiter: „Ich möchte diese einmalige Chance ergreifen. Einer der besten Klubs der Welt will mich haben. Außerdem ist mein ehemaliger Trainer Jupp Heynckes nun dort. Dass ich nicht alles für Leverkusen gegeben habe, das kann niemand sagen.“

Doch dann kam Juventus Turin ins Spiel. Mit diesem Interessenten aus Italien konnte sich Bayer Leverkusen anfreunden. Der Rekordmeister aus München hatte zwar noch immer Hoffnungen auf einen Transfer, doch in diesem Rennen gerieten sie nun in die Außenseiterrolle. Und als Juve dann auch noch knapp 10,5 Millionen Euro bot, eine Summe, mit der sich Bayer abfinden konnte, war Vidal auf dem Weg nach Italien.

„Bayern hat auch großartige Spieler, aber Juventus ist Juventus“, erklärte Vidal daraufhin. „Und ich möchte auch gerne in Italien Fußball spielen, denn dieser Sport ist dort eine große Leidenschaft, genau wie in Chile.“

„Vidal hat sein Wort gebrochen“, so die Antwort von Uli Hoeneß gegenüber der Bild.

Ich will nach München wechseln. Jetzt. Ich möchte, dass sich die Klubs auf einen Wechsel einigen.

- Arturo Vidal, 15. Juni 2011

Bayern-Präsident Uli Hoeneß war verärgert. „Da wurde ein Wort gebrochen. Aber ich habe auf das Wort auch nicht viel gegeben. Da war ein südamerikanischer Spielervermittler involviert, also hatte ich keine große Hoffnung, dass Worte noch etwas zählen.“ Der Ärger aus München war durchaus verständlich, hatte Vidals Berater Fernando Felicevich immerhin noch Wochen zuvor erklärt: „Natürlich will Arturo zu Bayern, das will jeder. Wir werden alles tun, damit das klappt.“

„Vidals Worte pro Bayern sind schon wieder 14 Tage her. In der Zwischenzeit sind einige Gelder über den Tisch geflossen, das verändert die Gefechtslage“, legte Hoeneß im Bild-Interview nach, sagte aber auch: „Das war so ein Transfer, den ich immer unter 50 Prozent gesehen habe. Ich habe mir gedacht: Wenn's klappt, ist's schön, wenn's nicht klappt, ist auch gut.“

Vidal selbst begründete seine Entscheidung pro Juve indes so: „Es gab ziemlich viele Vereine, die mich wollten. Bayern war immer dabei, aber Leverkusen wollte mich nicht in Deutschland verkaufen. Mit Juve es gab also kein Problem.“

Seit Vidals Ankunft in Turin hat sich der Chilene nicht nur in der Defensive der Juve-Mannschaft etabliert, sondern sorgt auch bei den Offensivaktionen seiner Mannschaft für Aufsehen. In der Arbeit nach hinten gibt er den stahlharten Defensivspezialisten, im Umschaltspiel nach vorne kann er dann aber auch zum Taktgeber werden, ausgestattet mit einer guten Spielübersicht und mit einem gefährlichen Torabschluss.

Bei Ballbesitz zieht er auch gerne in die Mitte, sucht den Weg in den Strafraum und kann sich dabei über Andrea Pirlo an seiner linken und Stephan Lichtsteiner an seiner rechten Seite verlassen. Viele Experten sehen in Pirlo den entscheidenden Mann, der für die starke Rückkehr von Juventus Turin (in der Liga und in der Champions League) verantwortlich ist. Die starke Entwicklung der vergangenen 20 Monate wird häufig auf seine Schultern gelagert, doch auch Vidals Anteil muss erwähnt werden. Er hat während seiner Zeit gezeigt, warum er nicht auf einen Wechsel zu den Bayern hätte warten sollen.

„Bayern hatte ernsthaftes Interesse und sie machten den Schritt auf mich zu, aber Juventus zeigte ein größeres Interesse an meiner Person“, erklärte Vidal gegenüber dem Corriere dello Sport. „Auch hier habe ich großartige Mitspieler, wie beispielsweise Andrea Pirlo und Claudio Marchisio.“

Und es werden wohl genau diese beiden Spieler sein, die ihm im Champions -League-Spiel bei den Bayern zur Seite stehen. Für den 25-Jährigen ist es eine weitere Chance zu zeigen, dass er mittlerweile einer der besten Mittelfeldspieler der Welt geworden ist. Mit Juventus Turin hat er noch große Ziele vor Augen, ein weiterer Schritt zu neuen Erfolgen soll am besten schon am Dienstagabend erfolgen...

 EURE MEINUNG: Was haltet ihr von Vidals Entscheidung für Juve und gegen die Bayern?

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