thumbnail Hallo,

Beim 4:1 gegen Kasachstan setzte das DFB-Team offensiv Akzente und brillierte über weite Strecken. Vollends zufrieden war das Publikum in Nürnberg allerdings anscheinend nicht.

Nürnberg. Exakt zwei Jahre war das letzte Heimspiel gegen Kasachstan am gestrigen Dienstag her. Damals, im März 2011, schlug Deutschland den drittklassigen Gegner mit 4:0 in Kaiserslautern und träumte in Richtung EM 2012. Spielerisch war das in Nürnberg gezeigte Feuerwerk sicher nicht weniger wert, die Ansprüche des Publikums scheinen trotzdem gewachsen zu sein. Denn hundertprozentig zufrieden schienen die DFB-Fans mit dem 4:1 gegen Kasachstan nicht zu sein.

„Besser kann man nicht spielen“

Es erinnerte an vergangene Glanztage von der WM 2010 gegen Australien, England oder Argentinien, wie das DFB-Team zu Beginn kombinierte. „Wir hatten sehr schöne Ballpassagen dabei. Das Tempo war sehr hoch - gegen eine so tiefstehende Abwehr muss man sich erst einmal so viele Tormöglichkeiten erspielen. Das geht fast nicht besser“, befand der damalige Torschützenkönig Thomas Müller in der Mixed Zone.

So zufrieden Müller mit dem eigenen Spiel auch war, so unzufrieden war er mit dem Publikum. „Manche Reaktionen des Publikums kann ich nicht verstehen. Ich weiß nicht, was der Deutschland-Fan erwartet, wenn er ins Stadion geht. Erwartet er, dass wir jedes Spiel 8:0 gewinnen?“, trotzte der Münchner und fügte wiederholend an: „Besser als in der ersten Halbzeit kann man glaub ich nicht spielen.“ Sprach es und zog sichtlich genervt davon.

Zufriedenheit bei Dortmund-Stars

Einen weit gelasseneren Eindruck machte derweil Dortmunds Erfolgsduo Mario Götze und Marco Reus, was sicher auch daran gelegen haben dürfte, dass die beiden drei der vier Tore erzielten, während Müller eher blass blieb. „Wer die Tore im Endeffekt schießt, das ist zweitrangig. Wichtig ist nur, dass wir das umsetzen, was uns der Trainer an die Hand gibt. Wir sind glücklich darüber, die Pflichtaufgabe erfüllt zu haben. Unser Ziel waren sechs Punkte, das haben wir erreicht“, stellte Marco Reus den Teamgedanken heraus. Auch die Diskussion ums System stellt sich für den Neu-Dortmunder nicht: „Egal, wie wir vorne spielen: Wir haben so viel Qualität, dass jeder überall spielen kann. Mario hat das heute wieder sehr gut gemacht. Er hat dafür gesorgt, dass Thomas, Mesut und ich sehr viele Räume haben.“

Für Götze selbst war das Spiel „nicht so einfach“. Trotzdem habe man sehr, sehr gut gespielt, betonte der Offensivallrounder, der befand, dass es nach dem 3:0 noch schwieriger gewesen sei. Götze, der nach einer Vorlage von Lahm zum 2:0 traf, agierte wieder als Stoßspitze. „Im Endeffekt können wir zufrieden sein, aber es hätte auch 6:1 ausgehen können“, sagte der Dortmunder.



Kein Spaziergang in Brasilien

Ein Thema ließ sich aber selbst durch Torwartpatzer, Galafußball und Nürnberger Frost nicht abschütteln: die Titelchancen am Zuckerhut 2014. Oliver Bierhoff hatte am Sonntag auf der Pressekonferenz in Herzogenaurach gesagt, dass der WM-Titel „fast ein Ding der Unmöglichkeit ist“. Erneut auf das Thema angesprochen, bekräftigte der Team-Manager: „Es wird einfach schwer. Wir müssen alle wissen, dass es kein Spaziergang und keine Selbstverständlichkeit wird.“ Kein Spaziergang wie in Nürnberg.


EURE MEINUNG: Sind die Ansprüche der DFB-Fans zu groß?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig