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2009 wurde in Schweden die 20. U-21-Europameisterschaft ausgetragen. Im Finale setzte sich die deutsche Auswahl durch. Wer war dabei und was ist heute aus ihnen geworden?

Hamburg. Der große Traum eines jeden Fußballers endet wohl häufig in der Vorstellung einmal sein Können auf der großen Bühne zu präsentieren, einmal für seine Nationalmannschaft aufzulaufen und das Trikot seiner Auswahl mit stolz vor einem großen Publikum zu präsentieren. Nicht für wenige endet dieser Traum bereits als Jugendlicher, etwa dann, wenn sich andere Talente durchsetzen und bereits in den Nachwuchsmannschaften großer Bundesligisten regelmäßig zum Einsatz kommen. Für die, die es geschafft haben, ergibt sich dann die Chance, ihren Traum weiterzuträumen.

Im Sommer 2009 waren es vor allem die deutschen Talente, die für Aufsehen sorgten. Erstmals gelang es einer deutschen U-21-Nationalmannschaft den Europameisterschaftstitel zu gewinnen. Unter Trainer Horst Hrubesch triumphierten die deutschen Junioren bei der Endrunde in Schweden und sicherten sich mit einem sensationellen 4:0-Finalsieg gegen England den Titelgewinn. Das Endspiel in Malmö war gleichzeitig auch der Startschuss für eine goldene Generation, denn nur vier Jahre später kommen sieben, der im Finale eingesetzten, Spieler auch unter Bundestrainer Joachim Löw regelmäßig zum Einsatz.

Schalke-Duo auch bei Löw gefragt

Zusammen mit einer starken Defensive war 2009 ein gewisser Manuel Neuer der sichere Rückhalt für seine Mannschaft. Damals noch beim FC Schalke 04 unter Vertrag steht Neuer mittlerweile nicht nur beim FC Bayern München zwischen den Pfosten, sondern auch bei der A-Nationalmannschaft. Deutschlands Nummer eins ist aus der ersten Elf nur noch schwer wegzudenken, das gilt auch für seinen damaligen Teamkollegen Benedikt Höwedes. Der Abwehrchef der U-21-Europameister gehört regelmäßig zum Kader und ist mit seinen Führungsqualitäten und seiner Flexibilität stets dicht dran an der ersten Elf.

Als große Turnier-Entdeckung galt vor knapp vier Jahren auch ein gewisser Jerome Boateng. Damals noch beim Hamburger SV aktiv, fand er über Manchester City den Weg zurück in die Bundesliga und ist dort mittlerweile beim FC Bayern München am Ball. Auch in den Planungen von Bundestrainer Joachim Löw spielt er eine gewichtige Rolle.

Schmelzer sticht Aogo aus

Auch das BVB-Duo Marcel Schmelzer und Mats Hummels hat den Sprung in die A-Nationalmannschaft problemlos gemeistert. Schmelzer gilt auf der Linksverteidigerposition als erste Wahl, auch weil Löw bisher echte Alternativen fehlen. Eine solche wäre vielleicht Dennis Aogo, der ebenfalls 2009 in Schweden dabei war. Doch der Hamburger hatte in den vergangenen Monaten mit einem großen Tief zu kämpfen und spielt sich aktuell auf der linken Mittelfeldposition, die er beim HSV bekleidet, wieder in den Fokus. Hummels, der aufgrund von vielen Verletzungen und mangelnder Spielpraxis erst im U-21-Finale 2009 in die Startelf rutschte, zeigte dort gleich eine Leistung auf höchstem Niveau. Bei Borussia Dortmund reifte Hummels zum Abwehrchef und genießt auch in der A-Nationalmannschaft höchste Anerkennung.



Beck, Ebert, Marin und Wagner: Die Gescheiterten

Anders sieht es hingegen bei Andreas Beck aus. Der Hoffenheimer hielt 2009 die rechte Abwehrseite dicht und erzielte den 1:0-Siegtreffer im Halbfinale gegen Italien. Mit der TSG 1899 Hoffenheim mischte er die Bundesliga auf, schaffte sogar den Sprung in die A-Nationalmannschaft. Doch diese Zeiten sind längst vorbei - mit Hoffenheim kämpft Beck in dieser Saison gegen den drohenden Abstieg und von der Nationalmannschaft ist der 26-Jährigen soweit entfernt, wie noch nie in seiner Karriere - auch weil sich andere Kandidaten längst auf dieser Position durch- und festgesetzt haben. Sein Pendant von 2009, Linksverteidiger Sebastian Boenisch, hat sich für die polnische Elf entschieden und spielt(e) in den Planungen von Joachim Löw keine Rolle mehr.

Daniel Schwaab, Gonzalo Castro, Daniel Adlung, Dennis Grote, Ashkan Dejagah (hat sich entschieden für den Iran zu spielen), Marko Marin, Änis Ben-Hatira, Fabian Johnson, Patrick Ebert, Sandro Wagner, Chinedu Ede sowie die beiden Torhüter Tobias Sippel und Florian Fromlowitz standen 2009 ebenfalls im Kader von Trainer Horst Hrubesch.

Den Sprung in die A-Nationalmannschaften schafften sie, mit Ausnahme von Marko Marin, aber nicht. Der ehemalige Bremer, der aktuell in England beim FC Chelsea unter Vertrag steht, wartet nach seinem letzten Nationalmannschaftseinsatz vom 17. November 2010 noch immer auf ein Comeback.

Ein weiteres Beispiel ist Sandro Wagner, der nach zwei Kurzeinsätzen beim Turnier 2009 erst im Finale seine Sternstunde hatte und gar mit einem Doppelpack beim 4:0-Finalsieg erfolgreich war, kämpft aktuell mit Zweitligist Hertha BSC um den Bundesliga-Aufstieg - die Nationalmannschaft ist kein Thema. Ganz anders stehen die Vorzeichen bei Gonzalo Castro. Der Leverkusener wechselte in dieser Saison von der Defensive ins Bayer-Mittelfeld, wurde deutlich torgefährlicher und hat sich die Tür zur A-Nationalmannschaft selbst wieder, mit viel Kampf und Einsatz, aufgemacht.

Özil & Khedira die „königlichen“ U-21-Männer

Der große Traum, sein Können auf der großen Fußball-Bühne zu präsentieren, der ist für ganz andere Spieler in Erfüllung gegangen. Sami Khedira, damals Kapitän der Mannschaft, und Ballzauberer Mesut Özil spielen mittlerweile nicht nur gemeinsam bei Real Madrid eine gewichtige Rolle, sondern auch in den Planungen von Bundestrainer Joachim Löw. Über die Bundesliga schafften sie den Sprung zu einem europäischen Top-Klub, setzten sich dort durch und behaupteten sich gegen die große Konkurrenz.

Das Vorzeigeduo der U-21-Europameister von 2009 begeistert seit Jahren ganz Fußball-Deutschland. Und es sind vielleicht vor allem diese beiden Spieler, die zahlreichen anderen Talenten Mut machen, ihren Traum weiterzuträumen und irgendwann vielleicht auch einmal bei einer Welt- oder Europameisterschaft das Trikot ihrer Auswahl zu tragen - am Ende vielleicht gekrönt mit einem großen Triumph, an dem Özil, Khedira und Co. aber auch noch arbeiten...

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