thumbnail Hallo,

Acht Millionen Euro zahlte Borussia Mönchengladbach für Granit Xhaka, gelohnt hat sich die Investition bislang nicht. Trotzdem: Der Schweizer kann noch ganz wichtig werden.

Mönchengladbach. Was nicht nur dem Normalbürger in diesen Tagen und Wochen so sehr fehlt, sondern auch Granit Xhaka, ist der „Sonnenschein“. Den, so verkündete der 20 Jahre alte Schweizer jüngst während der Reise mit der Nationalmannschaft, habe er während seines Engagements für den FC Basel zwei Jahre lang gehabt. Und nun? „Ich spiele nicht so oft, wie ich mir das vorstelle“, sagt Xhaka. Und: „Dass die Durststrecke so lange geht, ist schwierig für mich.“

Für Xhaka hat sich die Anzahl der ganz persönlichen Sonnenstunden im vergangenen Sommer verringert. Damals wechselte der 1,85 Meter große Mittelfeldspieler von Basel zu Borussia Mönchengladbach, das nach einer sensationellen Runde von der Teilnahme an der Champions League träumte.

Dass der Bundesligist in der letzten Qualifikations-Runde scheiterte, war die erste schlechte Nachricht für Xhaka, der vom großen Fußball geträumt hatte und der Möglichkeit, sich regelmäßig auf der höchsten europäischen Bühne präsentieren zu können.

Xhaka hört nicht auf Favre

Aber auch nach jenem Ausscheiden gegen Dynamo Kiew lief es für den Jungstar nicht besser. Als defensiver Mittelfeldmann spielte Xhaka oft zu risikoreich, verlor den Ball immer wieder in der Vorwärtsbewegung und brachte seine Mitspieler damit in große Nöte. Es machte den Anschein, als befolge der Schweizer partout die Anweisungen von Trainer Lucien Favre nicht.

Dass Xhaka meist erst nach dem Schlusspfiff in der Interview-Zone zur Höchstform auflief, dort von allen Gladbachern am deutlichsten Kritik an den Auftritten übte und in einem Interview mit dem Tagesanzeiger im Oktober gar die Zurückhaltung der Bosse, was die Ziele angeht, kritisierte, konnte den Gladbacher ebenfalls nicht gefallen.



Bis zum 0:4 bei Werder Bremen Ende Oktober, als Xhaka seine schlechteste Saisonleistung ablieferte, hatte Favre noch Geduld mit seiner jungen Neuverpflichtung. Dann strafte er ihn ab. Xhaka musste auf die Bank, mittlerweile hat ihm mit Thorben Marx ein Spieler den Rang abgelaufen, der zwischenzeitlich so weit entfernt von einem Stammplatz war wie die Schweiz vom Gewinn des WM-Titels. Beim 1:1 gegen Bremen im vorletzten Spiel stand Xhaka zwar überraschend von Beginn an auf dem Platz, empfahl sich aber nicht für größere Aufgaben; gegen Hannover durfte wieder Marx ran.

Der 31-Jährige aber ist der richtige Mann für die aktuelle Situation. Spektakulären Fußball wie in der vergangenen Saison, als Marco Reus noch zauberte und Dante die Abwehr zusammenhielt, kann Gladbach derzeit nicht spielen. Also braucht es Leute wie Marx, der zwar kein eleganter Techniker, aber ein harter Kämpfer ist, die für die nötige Stabilität sorgen.

Dennoch – das stellte Sportdirektor Max Eberl jüngst unmissverständlich klar – haben sie mit Xhaka weiter Geduld, ein Wechsel in der kommenden Transferperiode ist kein Thema. „Ich bin mir sicher, dass Granit auch nächste Saison Borusse ist. Wir haben weiter großes Vertrauen in ihn und sind überzeugt, dass er sich mittelfristig bei uns auch durchsetzen wird“, sagte Eberl dem Express.



„Er muss sich der Herausforderung stellen"

Und weiter: „Granit ist natürlich nicht ganz zufrieden, aber er ist erst 20 Jahre alt und muss reifen. Er muss sich der Herausforderung stellen und sich hier durchbeißen. Dann wird er auch zu einem Bundesliga-Stammspieler.“

In Gladbach wissen sie, dass ein technisch versierter Kicker wie Xhaka noch gut zu gebrauchen sein könnte – nämlich dann, wenn Favre es schafft, aus seiner Mannschaft wieder eine so sicher und schnell agierende Einheit wie in der vergangenen Saison zu formen, möglicherweise mit dem ein oder anderen Neuzugang im Sommer.

Xhaka selbst sollte sich allerdings nicht darauf ausruhen, dass sich vermutlich wieder besser Zeiten und mehr Sonnenschein einstellen. Der Mittelfeldmann muss realisieren, dass er mit 20 Jahren seinen Leistungszenit noch nicht erreicht hat und sich weiter verbessern muss.

Allein es bleibt der Zweifel, dass Xhaka, der Selbstbewusste, zu dieser Einsicht kommt.

EURE MEINUNG: Was muss Xhaka besser machen?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig