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Was haben wir aus der WM-Qualifikation gelernt? Deutschland braucht Stefan Kießling nicht, Spanien braucht einen Plan B

Am fünften Spieltag der WM-Qualifkation gab es einige spannende Partien in ganz Europa. Goal.com hat ein Auge auf die Spitzenteams geworfen und setzt diese der Analyse aus.

Berlin. Die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien rückt immer näher. Die Qualifikationsspiele vom Freitag standen unter dem Vorzeichen: David gegen Goliath. Deutschland, Frankreich und die Niederlande siegten souverän. Portugal schaffte buchstäblich in letzter Minute noch ein Unentschieden gegen Israel (3:3) und Spanien spielte daheim überraschend nur 1:1-Remis gegen Finnland. Goal.com erklärt, welche Lektionen aus den Partien gezogen werden können.

Spaniens Sturmproblem hält an


Von Ben Hayward | Spanienexperte

Spanien quält sich desöfteren gegen sehr defensiv eingestellte Mannschaften. Der Schlüssel könnte sein, über die Flanken anzugreifen. Vicente del Bosque versuchte es mit Barcelonas Pedro, der in der Halbzeit den enttäuschenden Santi Carzola ersetzte. Trotz Dominanz und viel Ballbesitz blieben die Hausherren vorhersehbar und wurden immer schlechter. Im Nachhinein kann man sagen, dass Jesus Navas wohl die bessere Wahl gewesen wäre. Auch die Aufstellung von Alvaro Arbeloa als Rechtsverteidiger war nicht glücklich. Beim 1:1-Ausgleich der Finnen sah der Real-Verteidiger nicht gut aus und ließ seinen Gegenspieler unbedrängt Flanken. Zudem schaltete er sich kaum in die Offensive mit ein.

Barcelonas Martin Montoya ist eine Option für die Zukunft. Derzeit bekommt er in Barcelona noch nicht genügend Einsatzzeit. Auch Fernando Torres Antritt wäre nützlich gewesen. Zudem wäre er in der Lage gewesen, die Verteidigung der Finnen zu strecken und so Freiräume zu schaffen. Er wird wohl demnächst wieder in den Kader der „La Roja“ zurückkehren.

Deutschland braucht Kießling nicht


Von Enis Koylu

Angesichts der Treffsicherheit von Stefan Kießling in der Bundesliga und dem verletzungsbedingten Ausfall von Miroslav Klose lag eine Rückkehr des Stürmers von Bayer Leverkusen auf der Hand. Doch Joachim Löw überraschte mit einem alternativen Plan. Stattdessen setzte Löw auf Mario Götze als „falsche Neun“.

Mit seinem kurzen, dennoch stämmigen Körperbau erinnert er an Gerd Müller. Götze lieferte eine tolle Leistung gegen Kasachstan ab. Er traf einmal und bereitete ein weiteres Tor vor. Mit dem Dortmunder in der Spitze hat Löw eine Alternative und eine Lösung, falls Klose und Mario Gomez verletzungsbedingt passen müssen. Zudem hat der Bundestrainer ein System gefunden, bei dem er die vier Talente Mesut Özil, Thomas Müller, Marco Reus und Götze integrieren und gleichzeitig einsetzen kann.

Spanien muss Valbuena stoppen


Von Robin Bairner

Wenn Vicente del Bosque sich eine DVD vom 3:1-Sieg der Franzosen über Georgien vom Freitagabend anschaut wird besonders ein Spieler seine Aufmerksamkeit wecken: Mathieu Valbuena. Der Flügelflitzer erzielte selbst ein Tor und bereitete die beiden anderen Treffer vor. Außerdem legten Paul Pogba und Raphael Varane ein beeindruckendes Startelfdebüt für ihr Land ab.

Doch der Spieler von Olympique Marseille überstrahlte alle. Er absolvierte sein bestes Spiel im Trikot der „Equipe Tricolore“. Mit seinem punktgenauen Freistoss auf den Kopf von Oliver Giroud bereitete er die Führung für Frankreich vor. Zu Beginn der zweiten Halbzeit erzielte der kleine Angreifer mit einem atemberaubenden Schuss von außerhalb des Strafraums das 2:0. Zum Schluss bediente er Frank Ribery mit einem herrlichen Pass, bevor der Star des FC Bayern zum 3:1 traf. Am Dienstag kommt es zum Spitzenspiel in der Gruppe I in Paris. Durch den Ausrutscher der Spanier führt Frankreich die Tabelle mit einem Zwei-Punkte-Vorsprung an.

Van Persie trifft wie er will


Von Stefan Coerts

Robin van Persie gab seine Antwort auf dem Platz. In den letzten Wochen stand der Angreifer von Manchester United in der Kritik, da er eine Torflaute hatte und nicht nach Belieben traf, wie noch zu Beginn der Saison. Am Freitag knipste der Niederländer wieder. Zuerst ließ er eine Reihe von Großchancen aus, bevor er in der 72. Minute endlich per Volley aus kurzer Distanz einnetzte.

Van Persie braucht nur noch ein weiteres Tor für Oranje um mit dem legendären Johan Cruyff gleichzuziehen. Zudem trennen ihn noch acht Tore vom Rekordtorjäger Patrick Kluivert (40 Toren aus 79 Einsätzen).

Portugal muss das Positive sehen


Von Simon Harrison

Portugal ist dafür bekannt, Dinge nicht auf die leichte Weise zu machen. Dieses Klischee bedienten sie beim Last-Minute-Remis gegen Israel. Nur Joao Moutinho konnte die Zuschauer mit seinem Einsatz und seiner Spiellust begeistern. Ansonsten war Portugal gezwungen, sich auf sporadische Einzelaktionen und Torwartfehler zu verlassen.

Helder Postiga spielte eine schreckliche erste Halbzeit, war aber in der 72.Minute zur Stelle und sorgte für den Anschluss. Cristiano Ronaldo erzielte keinen Treffer, doch reichte seine Präsenz aus, um Israel Angst einzuflößen und sie an ihren eigenen Strafraum zu binden. Es war keine mannschaftlich geschlossene Leistung der Portugiesen. Aber auswärts gab es zumindest einen Punkt ohne großen Aufwand.

EURE MEINUNG: Welche Lehren zieht ihr aus dem vergangenen Spieltag der WM-Quali?

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