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Bisweilen wirkt es, als sei gegen Jupp Heynckes' Team kein Kraut gewachsen, dabei haben die Pleiten gegen Leverkusen und BATE gezeigt, dass auch der FCB schlagbar ist.

München. Nächstes Wochenende, nächster Sieg von Bayern München. Das 3:2 gegen Fortuna Düsseldorf am Samstag war der zehnte Erfolg in ebenso vielen Spielen im Jahr 2013. Die Jagd auf das Triple geht also vielversprechend weiter.

In der Tat, über vier Monate ist es her, dass die „Roten“ ihre letzte Niederlage hinnehmen mussten. Es war ein 1:2 daheim gegen ein Bayer Leverkusen, das an jenem Nachmittag mit Bernd Leno einen echten Teufelskerl zwischen den Pfosten stehen hatte.

Obwohl die „Werkself“ heftigstem Druck der Bayern ausgesetzt waren, hatte sie am Ende den knappen Sieg verdient. Genauso war es bei der zweiten Niederlage dieser Saison, als die Bayern sensationell in Minsk mit 1:3 gegen BATE Borisov das Nachsehen hatten.

Beide Mannschaften hatten gegen die Schützlinge von Jupp Heynckes einen klar erkennbaren Matchplan. Sie zogen sich am Anfang extrem weit zurück, um den bemerkenswerten Anfangsdruck, den der FCB in dieser Saison entfacht, aufzusaugen. Mittelfeldspieler und selbst die Flügelstürmer mussten sich bis weit in die eigene Hälfte zurückziehen und eine Mauer bilden, die für die Bayern nicht zu überwinden war.

Ebbt die Anfangsoffensive ab und Bayern liegt noch nicht in Front, ist eine spürbare Unzufriedenheit bei den Spielern zu erkennen. Sie diktieren zwar weiter das Geschehen und lassen sich in der gegnerischen Hälfte häuslich nieder, doch das Aufbauspiel ist hektischer und weniger gut strukturiert.

Dann geht es für die Gegner darum, den richtigen Moment zu finden. Drängen die Bayern mit aller Macht auf das Tor, schieben sich nicht nur alle Mittelfeldspieler nach vorne, sondern auch die beiden Außenverteidiger. Sowohl Bayer als auch BATE waren in der Lage, dies perfekt auszunutzen und die Münchener auszukontern.


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Liegst Du vorne, kriegen die Bayern Probleme. Nur in zwei Fällen haben sie einen Rückstand in dieser Spielzeit noch in einen Sieg gedreht. Führte der Gegner zur Halbzeit, gewann der FCB nicht mehr. Und hätte Thomas Müller am Samstag gegen Düsseldorf nicht schlitzohrig zugeschlagen, dann wäre der Aufsteiger womöglich mit mehr als „nur“ einer guten Leistung im Gepäck zurückgefahren.

Die Strategie des Verschanzens und der überfallartigen Angriffe hat Lucien Favre perfektioniert. Der Coach der Gladbacher führte seine Fohlen im Vorjahr zu einem 3:1-Triumph daheim und einem 1:0-Erfolg in der Allianz-Arena.

SO KANN ES GEHEN
Bayerns acht Niederlagen 2012
Gegner Wettbewerb HZ Ende Datum
B04 (H) Bundesliga 0-1 1-2 28. Okt
BATE (A) UCL 1-0 3-1 2. Okt
BVB (N) Pokal 1-3 2-5 12. May
Madrid (A) UCL 2-1 2-1 25. Apr
BVB (A) Bundesliga 0-0 1-0 11. Apr
B04 (A) Bundesliga 0-0 2-0 3. Mär
Basel (A) UCL 0-0 1-0 22. Feb
G'bach (A) Bundesliga 2-0 3-1 20. Jan
Die großen Abstände zwischen den angreifenden Spielern und den Innenverteidigern sind der wunde Punkt der Bayern. Kreuzende Stürmer mit dem richtigen Timing sind es, die dem FCB Kopfschmerzen bereiten.

Natürlich, um die beste Mannschaft dieser Saison zu besiegen bedarf es auch des Glücks auf der eigenen Seite. Leverkusen freute sich über Jerome Boatengs Eigentor und zwei bayerische Aluminiumtreffern. Und auch bei BATE hatten die Münchener Pech mit einem Lattenschuss.

Was sich außerdem durch die wenigen Spiele zieht, in denen die Bayern nicht gut aussehen, ist das Fehlen von Schlüsselspielern. Als Bastian Schweinsteiger passen musste, bildeten Luiz Gustavo und Javi Martinez ein wenig inspiriertes Duo im zentralen Mittelfeld. Kein Wunder, verfügen beide doch über wenig Erfahrung auf europäischem Topniveau.

Im Duell mit Leverkusen mussten Arjen Robben und Franck Ribery passen. Dafür musste der gerade wiedergenesene David Alaba auf dem linken Flügel aushelfen und hatte dort sichtbar so seine Probleme.

Während Gladbachs Methoden auch in dieser Saison mit einem Punktgewinn in München Früchte trugen (1:1), gibt es ein weiteres Team, das in der jüngeren Vergangenheit eine phänomenale Bilanz gegen den Rekordmeister hat: Borussia Dortmund.

Jürgen Klopps Mannschaft fuhr fünf Erfolge in Serie gegen den Rivalen von der Isar ein. Ausschlaggebend war dafür die Hoheit im Mittelfeld, und das gipfelte im famosen 5:2 im Pokalfinale 2011.

Doch Bayern lernte aus diesen Niederlagen und schlug den BVB mit seinen eigenen Waffen. So war es im Supercup vor Saisonbeginn, als das Match nach elf Minuten praktisch entschieden war und vor wenigen Tagen im DFB-Pokal-Viertelfinale beim 1:0 daheim.

Wobei Klopp mit der taktischen Weiterentwicklung des Kontrahenten nach diesem Vergleich eher wenig anfangen konnten: „Im Moment hat das ja ein bisschen was davon, wie das die Chinesen in der Wirtschaft und der Industrie machen. Gucken, was die anderen machen, und es dann abkupfern. Und mit mehr Geld und anderen Spielern den gleichen Weg einschlagen. Und schon wird man wieder besser für den Moment.“

Die Verpflichtungen des letzten Sommers waren der Schlüssel zum aktuellen Erfolg. Dantes humorlose Vorstelliungen haben die Abwehr stabilisiert und Claudio Pizarro, Mario Mandzukic und Xherdan Shaqiri haben dem Kader an den nötigen Stellen die richtige Tiefe verpasst. Dazu kommt Javi Martinez, der für mehr Robustheit und besseres Passspiel als Gustavo steht.

Einfach gesagt: Bayern mit langsamem Spiel und der Einigelung am eigenen Sechzehner zu besiegen, wird nicht funktionieren. Das gelingt höchstens einem FC Barcelona in Bestform. Der einzige Weg ist, clever zu sein und sie zu überrumpeln.

Die Münchener verfügen über die Qualität, die Balance und die Vielseitigkeit, jeden Gegner auf der Welt zu besiegen. Um sie in die Schranken zu weisen braucht es dagegen viel Grips und eine gehörige Portion Glück.

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