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Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Aber wie geht es den Profis, die nun im Ausland auf Torejagd gehen? Sind sie aufgeblüht oder nur noch Bankdrücker. Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal.com im Rahmen von „Was macht eigentlich“ drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen an anderer Wirkungsstätte ergeht.

Arouna Kone
In der Bundesliga: 01.02.2010 - 30.06.2010

Vereine in Deutschland: Hannover 96

Einsätze:
8

Tore:
2

Erfolge:
keine
Schwerer Stand in Andalusien

Der FC Sevilla zahlte etwa 12 Millionen Euro für den Ivorer und erhoffte sich viel von dem Neuzugang. Für die Spanier absolvierte Kone in fünf Jahren aber nur 40 Liga-Spiele und erzielte ein einziges Tor.


Seine Karriere startete der Ivorer in der Heimat beim lokalen Klub Rio Sport d'Anyama. Mit nur 19 Jahren wagte Kone den Schritt nach Europa und wechselte zum belgischen Erstligisten Lierse SK. In seiner Premierensaison traf der Angreifer sechs Mal, verließ den Verein aber nach nur einem Jahr und schloss sich Roda Kerkrade in den Niederlanden an.

Hier gelang dem jungen Stürmer mit zwei sehr erfolgreichen Spielzeiten der Durchbruch. PSV Eindhoven, damals das dominierende Team in der Eredivisie, wurde auf den Ivorer aufmerksam und verpflichtete Kone für rund neun Millionen Euro. Zwei Jahre spielte der Youngster an der Seite von Jefferson Farfan, Phillip Cocu und co. und gewann zwei Meisterschaften.

2007 verließ Arouna Kone die Niederlanden und wechselte, stolze zwölf Millionen Euro teuer, zum FC Sevilla. Bei den Andalusiern kam der Angreifer jedoch kaum zum Zug und saß oft nur auf der Bank oder sogar der Tribüne. Im Winter 2010 wurde der damals 26-Jährige in die Bundesliga zu Hannover 96 verliehen. Statt Königsklasse war nun Abstiegskampf angesagt. Viel gelang dem häufig verletzen Stürmer jedoch nicht: Nur zwei Tore erzielte die Leihgabe in acht Spielen. Den Klassenerhalt konnten die Niedersachsen dennoch feiern, verzichteten aber auf eine Verpflichtung des Ivorers.

Stattdessen wurde Kone nach einer weiteren wenig erfolgreichen Saison beim FC Sevilla erneut verliehen und schloss sich Liga-Konkurrent UD Levante an. In Valencia fand der ivorische Nationalspieler zu alter Form und schoss die Spanier mit 15 Toren in die Europa League. 2012 verließ der Angreifer Levante wieder und wechselte in die Premier League zu Wigan Athletic. Auch auf der Insel weiß Kone zu überzeugen und ist mit aktuell acht Liga-Treffern Top-Torjäger seines Klubs.

Jiri Stajner
In der Bundesliga: Von 2002 bis 2010

Vereine in Deutschland: Hannover 96

Einsätze:
228

Tore:
42

Erfolge:
keine
Der zweite Frühling

2010 kehrte Stajner zu Slovan Liberec zurück. Seit nunmehr zweieinhalb Jahren kickt der Stürmer wieder in Tschechien, ist Stammkraft und gewann 2012 mit Liberec die Meisterschaft. Im Frühjahr des gleichen Jahres feierte der 36-Jährige sogar sein Comeback in der Nationalmannschaft.


Nach Engagements bei MUS Most oder SK Budejovice wechselte Stajner zur Jahrtausendwende zu Slovan Liberec. Dort machte der Stürmer mit starken Auftritten im UEFA-Cup auf sich aufmerksam und spielte sich mit vier Toren in zehn Partien in die Notizbücher mehrerer Klubs aus dem Ausland.

Den Zuschlag erhielt am Ende Bundesliga-Aufsteiger Hannover 96. Rund drei Millionen Euro ließen sich die Niedersachsen 2002 die Dienste des Tschechen kosten. Eine lohnende Investition: Mit viel Einsatz und wichtigen Toren wurde der bullige Angreifer schnell zum Publikums-Liebling.

Nach acht Jahren, 228 Bundesliga-Spielen und 42 Toren für Hannover, löste Stajner im Einvernehmen mit den „Roten“ 2010 seinen Vertrag auf und kehrte in seine Heimat zurück. Erneut heuerte der Stürmer bei Slovan Liberec an und erlebt derzeit den zweiten Frühling seiner Karriere. 2012 schoss der mittlerweile 36-Jährige den Klub aus Böhmen mit 15 Toren zur Meisterschaft und durfte in einem Freundschaftsspiel gegen Irland sogar sein Comeback in der tschechischen Nationalmannschaft feiern.

Gerhard Tremmel
In der Bundesliga: 1999 - 2001, 2002 - 2009

Vereine in Deutschland: SpVgg Unterhaching, Hannover 96, Hertha BSC, Energie Cottbus

Einsätze:
125

Tore:
0

Erfolge:
keine
Die zweite Geige

Einzig bei Red Bull Salzburg wurde Tremmel auf Anhieb Stammspieler. Zuvor in der Bundesliga und auch anschließend bei Swansea City war der Torhüter zunächst immer nur zweite Wahl.


Den Sprung in den Profi-Bereich schaffte Gerhard Tremmel bei der SpVgg Unterhaching. Aus der eigenen Jugend wurde der Torhüter 1997 in die Profi-Mannschaft der Bayern befördert und zur Jahrtausendwende Stammkraft.

Nach Unterhachings Absturz in die Regionalliga schloss sich Tremmel 2002 dem Bundesliga-Aufsteiger Hannover 96 an. Bei den Niedersachsen verdrängte der damals 24-Jährige Torwart-Urgestein Jörg Sievers, verlor seinen Stammplatz in der darauffolgenden Saison aber an Neuzugang Marc Ziegler.

2004 kehrte Tremmel Hannover den Rücken und wechselte ablösefrei zu Liga-Konkurrent Hertha BSC. Auch in der Hauptstadt der Bundesrepublik wurde der Torwart nicht glücklich, kam in zwei Jahren nur zu fünf Einsätzen und verließ Berlin 2006 Richtung Energie Cottbus.

Auch bei seiner vierten Station in der Bundesliga saß der Torhüter zunächst nur auf der Bank. Erst in der Saison 2007/2008 bekam Tremmel den Vorzug vor Tomislav Piplica und etablierte sich in Cottbus' Tor. In den folgenden zwei Spielzeiten blieb der gebürtige Münchner Stammkraft in Brandenburg und absolvierte alle Pflichtspiele seiner Mannschaft.

Nach vier Jahren trennten sich 2010 die Wege des Zweitligisten und des inzwischen 32-Jährigen. Mit der Erfahrung aus 125 Bundesliga- und 63-Zweitliga-Einsätzen wagte Tremmel den Schritt ins Ausland und ging nach Österreich zu Red Bull Salzburg. Nur ein Jahr blieb der Torhüter in der Alpen-Republik, ehe 2011 der Wechsel auf die Insel zu Swansea City folgte.

In Wales musste sich der Routinier zunächst hinter dem niederländischen Nationalspieler Michel Vorm anstellen und wärmte die Bank. In der laufenden Saison profitierte der mittlerweile 34-Jährige jedoch von einer Verletzung der etatmäßigen Nummer Eins und nutzte seine Chance: Mit einem starken Tremmel im Tor zog Swansea ins Finale des League Cup ein. Gegen den Viertligisten Bradford City feierten die Waliser einen 5:0-Sieg und holten den ersten Titel der Vereinsgeschichte. Der Grundstein für weitere Erfolge mit dem deutschen Routinier im Kasten ist gelegt: Kurz nach dem Pokal-Triumph wurde der Vertrag von Gerhard Tremmel bis 2015 verlängert.

EURE MEINUNG: Warum floppte Arouna Kone bei Sevilla, startete aber anschließend bei Levante und Wigan durch?

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