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Wieso haben wir je an dir gezweifelt, Jose? - Cristiano Ronaldo und Jose Mourinho demütigen den FC Barcelona

Der portugiesische Trainer von Real Madrid könnte mit diesem großen Sieg wohl einige seiner Kritiker zum Schweigen gebracht haben, die ihm seinen baldigen Abgang voraussagten.

KOMMENTAR
Von Ben Hayward

Es ist nie klug, Jose Mourinho vorzeitig abzuschreiben. Der Portugiese hat in dieser Saison, seiner dritten Spielzeit bei den Madrilenen, eine Kontroverse nach der anderen über sich ergehen lassen. Zudem gab es schwere Auswärtsaufgaben zu lösen – heute in der Copa del Rey gegen den FC Barcelona und auch in der Champions League gegen Manchester United, um dort weiterzukommen. Und viele hatten dem 50-Jährigen schon zum Abschied zugewunken.

Sehr verfrüht.

Man kann Mourinho viele Dinge vorwerfen. Da wären seine Eskapaden abseits des Platzes zu berücksichtigen, die teils hässlich und unappetitlich waren, seit er 2010 bei Madrid seinen Vertrag unterzeichnete. Aber wenn es darum geht, Fußballspiele zu gewinnen, dann weiß der Mann genau, was er tut.

SO SEHEN SIEGER AUS!
AUS DEM LIVE-TICKER
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13'
ELFER REAL! Pique gegen Ronaldo im Strafraum, der fällt und Elfer! TOOOOOOOOOOOOOOR - Ronaldo machts selbst und trifft!
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57'
TOOOOOOOOOOOOOOOOR nach Konter durch RONALDO! Konter Real, di Maria verlädt Puyol, zieht ab, Pinto wehrt ab und da ist dann CR7 - drin! Erstklassig effizient gespielt!
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68'
TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOR - und wieder macht es Varane. Das war es hier, ich lege mich fest! Nach der Ecke springt Varane am höchsten - und das ist der dritte Treffer!
All das dauerte seine Zeit. Nach seinem berühmten Triumph mit Inter über Barca im Jahr 2010 auf dem Weg zur Champions-League-Trophäe und der Übernahme im Bernabeu gab es für Mourinho eine 0:5-Klatsche im Camp Nou bei seinem ersten Clasico. Es war die schlimmste Niederlage seiner Karriere. Der Verlust, sagte er, „war einfach zu verdauen.“ Aber es muss schwer gewesen sein, das zu schlucken – gerade für einen geborenen Gewinner, wie er einer ist.

Mourinho erster Clasico Sieg - und immer noch das einzige Mal, dass sein Madrid-Team ohne ein Gegentor gegen Barca spielte - kam im Finale der Copa del Rey am 20. April 2011, als Cristiano Ronaldo in der Nachspielzeit das Siegtor köpfte und seinem Team den ersten Pokal unter dem neuen Coach sicherte. Es wirkt jetzt schwer zu glauben, dass Ronaldo seinen ersten Treffer gegen Barca nur vier Tage zuvor beim 1:1 im Bernabeu Stadion markierte.

Ronaldo, so wurde behauptet, war nicht der Mann für die großen Spiele. Jetzt ist er es. Wenn Mourinho der Führer auf der Bank für dieses Team von Real Madrid ist, so ist Ronaldo der unangefochtene Anführer auf dem Spielfeld. Der 28-Jährige drehte sich Gerard Pique von innen nach außen, um den Elfer zu holen, versenkte den Strafstoß selbst in aller Ruhe und markierte noch einen zweiten Treffer nach einem Konter in der zweiten Hälfte.

Er hat jetzt 12 Clasico-Tore auf dem Konto und ist nur fünf Treffer hinter Lionel Messi, der am Dienstag von Ronaldo in den Schatten gestellt wurde und dem außer zwei Minimalchancen nichts gelingen wollte.

Es wird für Barcelona-Fans besorgniserregend. Die Blaugrana zeigte insgesamt eine schlechte Leistung beim AC Milan in der letzten Woche. Zu Hause wurde eine Reaktion darauf erwartet, dies aber nie wirklich umgesetzt – nicht zuletzt dank der disziplinierten Defensive der Gäste aus Madrid.

Mourinho hat nie eine Saison ohne eine Trophäe beendet – und das seit seiner ersten vollen Saison in Porto in der Saison 2002-03. Und sein Team wird nun als Favorit ins Finale gehen – egal, ob der Gegner im Finale der Copa del Rey Atletico oder Sevilla heißen wird.

Und auf diese Weise ist die Champions League wieder in Reichweite. Sir Alex Ferguson war in der Menge, um das Spiel vor der Partie gegen Manchester United im Old Trafford zu beobachten. Und es wird ihm nicht gefallen haben, was er gesehen hat. United, wie Barcelona vorher auch, hatte das erste Spiel gegen Real mit 1:1 beendet. Bei Real Madrid. Identische Ausgangslagen. Aber nach diesem verwegenen Show von Mourinhos Männern bedeutet das 1:1 bei Madrid recht wenig.

Für Barcelona, werden weiterhin die Sorgen wachsen. Messi war seltsamerweise wieder sehr zurückhaltend, während Carles Puyol beim zweiten Tor von Angel Di Maria bösartig vernascht wurde und die gesamte Verteidigung nun löchriger denn je geworden ist. Dass der etatmäßige Trainer weiterhin fehlen wird, ist dabei wenig hilfreich.

Für Madrid jedoch war es eine unvergessliche Nacht. Mourinho schaffte es seine Kritiker wieder zum Schweigen zu bringen. Und was hinter den Kulissen im Bernabeu Stadion geschieht, wird die noch dumm dastehen lassen, die Jose Mourinho vor den bevorstehenden Spielen schon abschreiben wollten.

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