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Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Aber wie geht es den Profis, die nun im Ausland auf Torejagd gehen? Sind sie aufgeblüht oder nur noch Bankdrücker. Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal.com im Rahmen von „Was macht eigentlich“ drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen an anderer Wirkungsstätte ergeht.

Kasey Keller
In der Bundesliga: Von 2005 bis 2007

Vereine in Deutschland: Borussia Mönchengladbach

Einsätze:
78

Tore:
0

Erfolge:
keine Titel, aber Klassenerhalt 2005 und 2006
„The Wall“ of Gladbach
 
Als Keller aus England zur Borussia nach Mönchengladbach kam, hatte er zu Beginn zwar kleine Eingewöhnungsprobleme, doch in zwei Spielzeiten war er ein sicherer Rückhalt und sorgte für den Klassenerhalt 2005. In der Folge wurde er auch Mannschaftskapitän und von den Fans „The Wall“ getauft.

Bevor es Kasey Keller in die Bundesliga zog, lernte er bei der University of Portland sein Können und wechselte nach England, wo er unter anderem für den FC Millwall und Tottenham auflief. Aus London wechselte er schließlich zur Borussia aus Mönchengladbach.

Erst hatte er kleine Schwierigkeiten sich an die deutsche Luft zu gewöhnen, doch diese Problemchen sollten nur von kurzer Dauer sein. Mit seinen Glanztaten sicherte er, nachdem er im Januar 2005 gekommen war, in der Rückrunde 2004/05 den Klassenerhalt der Fohlen. Bei seinem ersten Auftritt im Borussentrikot blieb er ohne Gegentor, dies gelang ihm in noch sechs weiteren Partien der Rückserie. Auch in der nachfolgenden Saison trug er maßgeblich zum zehnten Rang der Köppel-Elf bei. In seiner letzten Spielzeit führte er die Borussia unter Jupp Heynckes als Kapitän aufs Feld, konnte den Abstieg als Tabellenletzter jedoch auch nicht verhindern.

Im Sommer 2007 verließ er die Bundesliga erst in Richtung Fulham und zwei Jahre später drehte er Europa ganz den Rücken zu, um in seine Heimat zurückzukehren. In der MLS lief er für die Seattle Sounders auf, lieferte starke Partien und blieb insgesamt 457 Minuten unbezwungen. Zudem feierte er den US-Open-Cup Erfolg 2009 und wiederholte dieses Kunststück ein Jahr später. Nachdem er mit dem Gold Cup-Erfolg 2007 aus der Nationalmannschaft der USA zurückgetreten war, beendete er nach dem Viertelfinalaus gegen Real Salt Lake am 3. November 2011 auch seine Vereinskarriere.

Als Borussenkapitän in der Bundesliga war er der erst zweite Mannschaftsführer eines deutschen Bundesligisten, der in den USA geboren wurde. Außerdem schrieb er zusammen mit Timo Hildebrand in der Saison 2006/07 für das Fußballmagazin RUND als Kolumnist. Hierbei reflektierte er seine Zeit in Deutschland und der Bundesliga.

Faryd Mondragon
In der Bundesliga: Von 2007 bis 2010

Vereine in Deutschland: 1. FC Köln

Einsätze:
106

Tore:
0

Erfolge:
keine Titel, aber Bundesligaaufstieg 2008 sowie Klassenerhalt 2009 und 2010
Erster Südamerikaner in der BuLi

Er war zwar nicht der erste südamerikanische Spieler in der deutschen Bundesliga, doch er war der erste Torhüter aus Südamerika. Mit seinen stolzen 41 Jahren steht er noch immer im Tor seines Heimatklubs und der Nationalmannschaft.

Der Kolumbianer mit libanesischen Wurzeln begann seine Karriere bei Deportivo Cali und landete unter anderem über die Umwege Metz und Galatasaray beim 1. FC Köln. Mit den Türken feierte er 2002 und 2006 den Landesmeistertitel und 2005 den türkischen Pokal. Zudem kam er in zahlreichen Champions League-Partien zum Einsatz.

In der Domstadt angekommen kämpfte er mit Stefan Wessels um das Trikot mit der Nummer eins auf dem Rücken, wobei der Südamerikaner siegte und als Stammkeeper in die Zweitligasaison 2007/08, an deren Ende die Rückkehr in die Bundesliga zu Buche stand und Mondragon 2008/09 der erste südamerikanische Keeper der ersten deutschen Liga wurde. Zudem war er nach dem Karriereende von Jens Lehman in der Spielzeit 2010/11 der älteste aktive Spieler auf Bundesligarasen.

Im Dezember 2010 löste er seinen Vertrag auf und wechselte zu Philadelphia Union in die nordamerikanische Profiliga MLS. Hier führte er eine junge Mannschaft als Kapitän an und brachte sie durch seine Erfahrungen bis in das Conference-Play-Off-Halbfinale, wo Philadelphia jedoch an Houston scheiterte. Im Januar 2012 unterschrieb er bei seinem Jugendklub Cali und lässt seitdem seine Karriere in seiner Heimat ausklingen. Dies hinderte ihn aber nicht daran, im vergangenen September gegen Uruguay nochmals das Nationaltrikot überzustreifen.

David Odonkor
In der Bundesliga: Von 1998 bis 2006 (Profi ab 2002)

Vereine in Deutschland: Borussia Dortmund

Einsätze:
75

Tore:
2

Erfolge:
Deutscher Meister und Uefa-Cup-Finalist 2002
Ein Briefträger in der Bundesliga

David Odonkor wechselte in die Jugend von Borussia Dortmund und begann neben seiner Karriere eine Ausbildung als Briefträger bei der deutschen Post, die er jedoch zugunsten seiner fußballerischen Laufbahn nicht vollendete.

David Odonkor wechselte als B-Junior in die Jugend von Borussia Dortmund. Der junge Spieler durchlief alle folgenden Nachwuchsmannschaften und debütierte schließlich in der Saison 2001/02 für die erste Mannschaft der Schwarz-Gelben. Gleich in seinem ersten Jahr durfte er die Meisterschale in die Höhe recken, wenn er auch nur eingewechselt wurde.

In der Folgezeit etablierte sie der schnelle Offensivmann immer mehr und brillierte vor allem in der Saison 2005/06, als er als flinker rechter Außenstürmer hinter Schalkes Lincoln die meisten Großchancen nach Flanken vorbereitete. Seine starke Leistung blieb auch dem damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann nicht verborgen, der ihn überraschend in das Aufgebot zur Heim-WM 2006 berief. Nachdem er alle Jugendnationalmannschaften durchlief, debütierte er am 30. Mai im Testspiel gegen Japan schließlich auch in der DFB-Elf.

Während des sogenannten Sommermärchens stach er im Vorrundenspiel gegen Polen vor allem auf seiner rechten Außenseite hervor. Der frisch eingewechselte Odonkor bereitete damals das entscheidende 1:0 von Oliver Neuville vor und trug maßgeblich zum Weiterkommen bei.

Nach der Weltmeisterschaft 2006 wechselte er für 6,5 Millionen Euro in die spanische Primera Division zu Betis Sevilla. Nach der Europameisterschaft 2008 zeigte die Kurve von Odonkor immer weiter nach unten. In der darauffolgenden Spielzeit 2008/09 stieg Sevilla in die Segunda ab. 2011 feierten die Spanier zwar den Wiederaufstieg, doch da spielte der Deutsche schon lange keine Rolle mehr.

Nach einer langwidrigen Verletzung und der anschließenden Reha, war er im Sommer 2011 eine Zeit lang vereinslos. Nach einem Probetraining bei den Glasgow Rangers durfte er sich durchaus Hoffnungen auf ein Engagement machen, doch aufgrund seiner wackligen Fitness sahen die Schotten von einer Verpflichtung ab. Im September 2011 holte Alemannia Aachen den laufstarken Stürmer in die Zweite Bundesliga, doch wegen des Abstiegs verließ er die Westdeutschen im Sommer des vergangenen Jahres auch schon wieder.

David Odonkor spielt derzeit beim Fußball Club Hoverla-Zakarpattya Uschhorod in der Ukraine. Das als Fahrstuhlmannschaft bekannte Team spielt in der ersten ukrainischen Liga und besteht zumeist aus einheimischen Profis. Neben Odonkor verdient unter anderem auch Jordi Lopez, früher beim FC Barcelona und Real Madrid unter Vertrag, sein Geld bei Uschhorod. Vor wenigen Tagen äußerte sich der Deutsche flehend in der Bild zu seiner momentanen Situation: „Ich muss hier so schnell wie möglich weg! Ich will zurück nach Deutschland. Das geht nicht! Hier läuft nichts nach Plan, und meine Familie muss sich wohlfühlen. Ich bin offen für jedes Angebot aus Deutschland.“
  
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