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Der Portugiese pulverisiert Rekord um Rekord bei Real Madrid, doch ein Teil von ihm wird trotz seines Erfolges im Bernabeu für immer in Manchester sein.

Madrid. Als die Kugeln bei der Auslosung der letzten 16 der Champions League im Dezember im Topf hin- und hersausten, wollte niemand ein Duell zwischen Manchester United und Real Madrid lieber sehen als Cristiano Ronaldo.

Es ist die attraktivste Paarung des Achtelfinals – und dazu eine, die Ronaldo wieder mit dem Klub zusammenbringt, bei dem er den Status einer Ikone erreichte während seiner sechs Jahre im Old Trafford, nachdem er als pickliger Teenager 2003 für 17,5 Millionen Euro dorthin gewechselt war.

Ronaldo verlor seine Liebe zu United nie, auch nicht, als er 2009 für 94 Millionen in die spanische Hauptstadt ging – dem Wechsel ins Bernabeu konnte er jedoch schlicht nicht widerstehen. Der portugiesische Angreifer erfüllte sich einen Traum, als er sich dem weißen Trikot verschrieb, doch bei allem sportlichen Erfolg mit den Königlichen ist ein guter Teil von ihm immer noch im Nordwesten Englands zuhause.

„Ja, ManUnited war eine sehr gute Schule für mich“, sagte der 28-Jährige in einem Interview im Vorfeld des Hinspiels am Mittwoch. „Ich habe dort alles gewonnen. Es war ein fantastischer Teil meines Lebens“

„Und vielleicht war es die Zeit, die ich im Fußball am meisten genossen habe, weil ich so jung war.  Bei Manchester United zu sein, einem der größten Vereine der Welt, und das mit 18. Es war ein Traum!“

„Und mit all den Spielern zu spielen, die ich nur aus dem Fernsehen kannte: Vielleicht ist das der Grund, warum ich das Gefühl habe, dass ich dort den größten Spaß hatte.“

Einige seiner damaligen Mitspieler sind noch immer seine besten Freunde: Sowohl Patrice Evra als auch Rio Ferdinand berichteten zuletzt, dass sie noch immer regelmäßig SMS mit dem ehemaligen Teamgefährten austauschen. Doch diese Nachrichten sind versiegt in den letzten Wochen, wo sich die Spieler auf das Duell fokussieren, doch wenn sie sich nun treffen, wird es herzliche Umarmungen vor und nach dem Spiel geben.

Sogar Dienstagnacht, weniger als 24 Stunden vor einem der größten Spiele seiner Karriere, ließ Ronaldo seine fast 16 Millionen Twitter-Follower wissen, wie sehr er sich darauf freue, seinen alten Komplizen Wayne Rooney wiederzusehen.

Gleichzeitig blieb Ronaldos Beziehung zu United-Coach Sir Alex Ferguson immer eng; CR7 sieht den Schotten in seiner Entwicklung sowohl menschlich als auch sportlich als eine Art Vaterfigur.

Ferguson hat dadurch – und durch seine meisterhafte Führung – das Beste aus dem Außenstürmer herausgeholt und regelmäßig mit ihm gewettet, wie viele Tore Ronaldo erzielen würde. Nachdem Ronaldo in den ersten zwei Jahren seiner United Karriere zweifach verlor, gab es für ihn keinen Blick zurück.

In vielerlei Hinsicht ist Ferguson noch immer seine Bezugsperson in puncto Sicherheit und Unterstützung, die er in Madrid vermisst, wo ihn die Fans seltsam zögerlich ins Herz schlossen und er von seiner „Traurigkeit“ beim Klub sprach.

Die speist sich auch aus der Überzeugung, dass er dort bisher nicht die volle Unterstützung erhielt – weder von den Mächtigen im Klub, den Fans, noch von seinen Teamkollegen – und dass er sicher nicht so geliebt wird wie beispielsweise Lionel Messi in Barcelona.

Es scheint, als ob nun Real Madrid endlich Schritte einleitet, Ronaldo zu einen neuen Vertrag zu bewegen – sein aktueller läuft 2015 aus – und ihn für die sensationelle Form zu belohnen, die ihn in 179 Spielen 182 Tore für den Verein erzielen ließ.

Ferguson und Ronaldo telefonieren noch immer regelmäßig miteinander und schreiben sich SMS, und der Schotte ist sicher, dass Ronaldo seine Zukunft Real Madrid verschreiben wird, da er der Überzeugung ist, dass man „Hunderte Millionen“ aufwenden müsse, um den Absolventen der Sporting-Schule erneut zu verpflichten.

United stünde in der Schlange sicher ganz vorn, sollte Ronaldo je wieder auf dem Markt sein – und die Annahme liegt nahe, dass Ronaldo einer Rückkehr in der Zukunft sicher nicht abgeneigt wäre. Sieht man die Vereinsschulden von über 400 Millionen Euro, ist das praktisch unmöglich, doch United würde jeden Penny umdrehen, wenn dies in den Bereich des Möglichen rücken würde.

Uniteds Rivalen Manchester City und die Katar-finanzierten Franzosen von Paris Saint-Germain haben die Situation von Ronaldo geprüft und könnten sich leisten, ihn zum höchstbezahlten Spieler der Welt zu machen – dabei ginge es um Summen jenseits von 460.000 Euro in der Woche.

Trotzdem beharrt Ronaldo darauf, dass jegliche zukünftigen Entscheidungen nicht am Geld hängen, sondern dass er auf sein Herz hören würde – genau wie damals, als er Manchester gegen Madrid eintauschte.

Ronaldo sieht sich noch immer als United-Fan, schaut seinen alten Teamkollegen regelmäßig im Fernsehen zu, während sie in Richtung Premier-League-Titel marschieren.

Er wird ihnen gegenüber keine Gnade walten lassen, wenn am Mittwochabend der Anpfiff ertönt, aber Cristiano Ronaldo hat seine Verbindungen nach Manchester nie abreißen lassen, nachdem er dort neun Titel gewann. Er wird in den nächsten Wochen vielleicht darüber nachdenken, dass es keinen besseren Ort zum Fußballspielen als das Old Trafford gibt.


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