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Der Premier-League-Spitzenreiter muss einen Weg finden, Cristiano Ronaldo auszuschalten. Konzentriert sich United aber zu stark auf den Portugiesen, kann das nach hinten losgehen.
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Das soll nicht suggerieren, die Mourinho-Elf sei ein „One-Man-Team“, keineswegs! Aber Real hat in dieser Saison 76 Prozent der Matches gewonnen, in denen der portugiesische Angreifer traf. Dagegen gingen die „Blancos“ nur in 28 Prozent der Begegnungen als Sieger vom Platz, in denen Ronaldo nicht erfolgreich war.
Von diesen 14 Partien, in denen er neutralisiert wurde, siegte Madrid in vier Fällen und das gegen Kontrahenten, die im Schnitt an Position 11,5 von La Liga standen. Stoppe Ronaldo, und du stoppst Real!
| SO KÖNNTEN SIE SPIELEN |
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| Gegen Gareth Bale und Marouane Fellaini ließ Sir Alex Phil Jones vor der Abwehr spielen und die beiden gegnerischen Stars bearbeiten |
Gegen beide Spieler bot Ferguson den jungen Phil Jones als defensivsten Mittelfeldspieler auf. Seine Aufgabe war es, die Läufe der Gegner zu unterbinden, sie in Ballbesitz zu doppeln und bei hohen Bällen die Duelle in der Luft zu gewinnen - es gelang, und United hatte die gegnerischen Stars im Griff.
Die Begegnung mit Bale ist mit Blick auf Ronaldo sicher die aufschlussreichere. An der „White Hart Lane“ verbrachte Jones eine Menge Zeit auf dem rechten Flügel. Er unterstütze Außenverteidiger Rafael und hielt Bale vom eigenen Tor weg. Ein Großteil seiner Klärungen, Ballgewinne, Grätschen und Kopfballduelle fanden an der Außenlinie statt, also in „Bales Bereich“.
Bale hatte kaum Luft zum Atmen, ständig standen ihm Jones und Rafael auf den Füßen, sodass er kaum in seine geliebten Eins-gegen-Eins-Situationen kam. Der Waliser wirkte zunehmend frustriert und agierte ineffektiv.
Jones, der noch angeschlagen ist, könnte einen ähnlichen Job auch gegen Ronaldo verrichten. Allerdings ist der Portugiese eine weitaus größere Bedrohung durch die Mitte und auf dem rechten Flügel - und Mourinho wird seinem wichtigsten Spieler gewiss alle Freiheiten auf dem Platz geben, damit er sich seinen Bewachern entziehen kann.
Sir Alex könnte zudem auf Antonio Valencia im rechten Mittelfeld setzen. Der pfeilschnelle Ecuadorianer ist mittlerweile ein besserer Verteidiger als Angreifer. Beispielhaft dafür war seine überragende Vorstellung gegen Leighton Baines am Sonntag: Evertons gefürchteter Linksverteidiger spielte 50 Prozent weniger Pässe als es sein Saisondurchschnitt ist, und er kam auch nur halb so oft zum Flanken.
Valencias Aufgabe wäre gegen Real zweigeteilt: Zum einen könnte er Jones etwas entlasten, und zum anderen könnte er es Rafael erlauben, den Vorwärtsgang einzulegen. Er bringt außerdem eine hohe Geschwindigkeit für die angepeilten Konterangriffe mit. Gerade da ist sein Speed Gold wert. Gegen Everton blieb er zum Beispiel bei Eckbällen der „Toffees“ weit vorne, um auf den Gegenangriff zu lauern.
| BALLBESITZ ALS SCHLÜSSEL FÜR UNITED |
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| Ø PÄSSE PRO SPIEL & ERFOLGSQUOTE |
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| CARRICK | 75,2 | 88,4% | |
| CLEVERLEY | 56,4 | 90,8% | |
| SCHOLES | 56 | 92% | |
| ANDERSON | 42,7 | 86,8% | |
| KAGAWA | 40 | 90,4% | |
| JONES | 33,3 | 80,9% | |
Wenn Jones Rafael absichert und Valencia Fabio Coentrao oder Marcelo beschäftigt, dann kann der Brasilianer (zwei Tore und drei Assists in 20 Startelfeinsätzen) Zeit und Raum finden, um Robin van Persie zu füttern.
Ohne Valencia auf dem Feld bestünde für die Gäste zudem die Gefahr, dass Jones zu weit von seinem Mitelfeldpartner Michael Carrick weggezogen wird. Das wiederum bedeutete viel Raum in der Zentrale, den Mesut Özil in der Regel auszunutzen weiß.
Für Madrid besteht der Schlüssel zum Sieg darin, Carrick das Leben schwer zu machen. Uniteds Spiel in Ballbesitz ist auf den 31-Jährigen ausgerichtet. Er spielt pro Match die meisten Pässe. Zum Vergleich: Während er es auf 76,3 Zuspiele pro Begegnung bringt, kommt Jones nur auf deren 28,6.
Uniteds Hintermannschaft ist fußballerisch nicht herausragend. Die wahrscheinliche Startformation Rafael, Rio Ferdinand, Nemanja Vidic und Patrice Evra spielt im Schnitt in dieser Saison 43,9 Pässe. Sie unter Druck zu setzen könnte für Madrid ein probates Mittel sein, um Ballgewinne zu erzielen. Mit hohem Pressing hat Real zudem bereits gegen Barcelona gute Erfahrungen gesammelt.
Gegen die Katalanen hatten die vier Real-Angriffsspieler weit vorne gestört und Xavi Alonso den Passweg zu Xavi zugestellt. Barcelona hatte so Probleme, den bewährten ersten Pass nach vorne zu spielen. Geht diese Taktik erneut auf und Carrick wird isoliert, könnte das für die „Red Devils“ erhebliche Probleme im Spiel nach vorne bedeuten.
Umso wichtiger ist es für Manchester, dass auf der linken Seite ein disziplinierter Mittelfeldspieler steht, der Carrick unterstützt (Wayne Rooney wird sich ohnehin immer wieder in der Zentrale herumtreiben). Die wahrscheinlichsten Kandidaten sind Tom Cleverley und Shinji Kagawa.
Cleverley wäre die defensivere Variante. Alle 36 Minuten packt der junge Engländer im Schnitt die Grätsche aus. Er gewinnt regelmäßig Bälle und ist mit 53 Pässen pro Partie nach Carrick die Nummer zwei beim englischen Rekordchampion.
Cleverley machte das Mittelfeld zweifelsohne kompakter, allerdings wird er vermutlich nicht den Flügel beackern und versuchen hinter Alvaro Arbeloa an die Grundlinie zu gelangen. Der Spanier hätte so also Luft, ins Mittelfeld vorzustoßen oder sich in der Mitte um Robin van Persie zu kümmern (genau das tat er früher in der Saison mit ManCitys Sergio Agüero). Arbeloa hätte es zudem einfacher, Patrice Evras Vorstöße zu unterbinden. Seine größte Schwäche bleibt indes der Gang nach vorne und seine Effektivität im letzten Drittel des Spielfelds.
Kagawa ist ein ähnlich guter und vor allem präziser Passspieler wie Cleverley. Allerdings sorgt er für deutlich mehr Torgefahr. Er könnte Arbeloa auf dem Flügel binden und Evra müsste sich allein um seinen Gegenspieler Angel di Maria sorgen.
Die Passivität der Madrider Außenverteidiger wurde vor allem von Borussia Dortmund in der Gruppenphase aufgedeckt. Jürgen Klopps Mannen pressten dabei nicht so hoch wie gewöhnlich, stellten aber das zentrale Mittelfeld geschickt zu. Den Außenverteidigern gelang es nicht, für Entlastung zu sorgen und so lag die Spieleröffnung in den Händen der zentralen Abwehrspieler. Alonso musste sich weit in die eigenen Hälfte fallen lassen, um sich den Ball zu holen, sah sich dann aber nur wenigen Anspielstationen gegenüber.
Es werden zahllose Faktoren am Mittwochabend im „Bernabeu“ eine Rolle spielen. Und auf jede taktische Aktion (Manndeckung von Jones gegen Ronaldo) gibt es eine Reaktion (das Risiko, dass Carrick isoliert wird). Sowohl Sir Alex als auch Jose Mourinho müssen sich für viele kleinere Übel entscheiden.
Folge Ewan Roberts auf
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