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Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Aber wie geht es den Profis, die nun im Ausland auf Torejagd gehen? Sind sie aufgeblüht oder nur noch Bankdrücker. Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal.com im Rahmen von „Was macht eigentlich“ drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen an anderer Wirkungsstätte ergeht.

Tomas Rosicky
In der Bundesliga: Von 2001 bis 2006

Vereine in Deutschland: Borussia Dortmund

Einsätze:
186

Tore:
24

Erfolge: 
Deutscher Meister 2002, Uefa-Cup-Finalist 2002
Der „kleine Mozart“
 
Alle großen europäischen Klubs hatten Rosicky auf dem Zettel. Schlussendlich bekam der BVB den Zuschlag und setzte sich vor allem gegen die Bayern durch, die lange Zeit mit in der Verlosung waren. Bei der Borussia glänzte er als Spielmacher und verhalf dem Verein an die Spitze Deutschlands zurückzukommen.

In seiner Heimat Tschechien galt er als Ausnahmetalent. Mit 17 Jahren begann er seine Profilaufbahn bei seinem Heimat Klub Sparta Prag. Zwischen 1999 und 2001 gewann er mit Sparta dreimal nacheinander die tschechische Meisterschaft. Durch seine Auftritte in der Champions League spielte er sich auf die Wunschlisten der Topklubs. Neben de BVB und dem Rekordmeister waren auch Arsenal London, FC Liverpool, Inter Mailand und Real Madrid am „Wunder-Baby“ interessiert.  

Der Ruhgebietsklub zeigte das größte Interesse und griff tief in die Tasche. Der damals 20-Jährige war dem BVB 25 Millionen Mark (!) wert. Die immense Ablösesumme war damals Rekord in der Bundesliga. Kein Verein hatte bis dahin eine so horrende Summe für einen Spieler gezahlt. Doch der neue Zehner der Dortmunder brach unter dem Druck der Ablöse nicht zusammen - ganz im Gegenteil.

Seine Übersicht und seine traumhaften Pässe waren es, die die Westfalen wieder um die Meisterschaft spielen ließen,  Höhepunkt war dabei der Titel 2002. In der Folge begann die finanzielle und sportliche Talfahrt der Dortmunder. Aufgrund vieler Verletzungen fiel Rosicky immer wieder aus. Die Qualifikation für die Königsklasse misslang und der Verein war gezwungen, sein „Tafelsilber“ zu verkaufen. Arsenal nutzte die Gunst der Stunde und verpflichtete den Tschechen 2006.

Bei den „Gunners“ konnte er hin und wieder seine Qualitäten aufglänzen lassen, doch blieb ihm das Verletzungspech treu. Immer wieder warfen ihn diverse Blessuren zurück. Der EM-Teilnehmer 2012 konnte sich in London nie richtig festspielen. Meist ist der heute 32-Jährige nur Ersatzspieler und steht nur aufgrund von Rotation oder Verletzungsausfällen in der Startelf. In dieser Saison kommt er gerade einmal auf eine Handvoll Einsätze. Zwar hat der Mittelfeldspieler noch eineinhalb Jahre Vertrag bei den „Gunners“, doch wäre ein vorzeitiger Wechsel durchaus denkbar. Vielleicht kehrt er in die Bundesliga zurück!?

Marko Pantelic
In der Bundesliga: Von 2006 bis 2009

Vereine in Deutschland: Hertha BSC

Einsätze:
139

Tore:
56

Erfolge:
keine
Stürmer mit fehlendem Timing

Trotz seiner Fähigkeiten als Angreifer und Vollstrecker galt er als schwieriger Charakter. Kam gerne verspätet aus dem Urlaub und fehlte unentschuldigt beim Training. Der Verein verhängte Strafen und seine Antworten waren Tore.

Der Serbe stammt aus der Jugend von Roter Stern Belgrad. Im Alter von 18 Jahren wechselte er nach Griechenland zu Iraklis Saloniki. Er galt als großes Talent und in der darauf folgenden Saison von Paris St.Germain verpflichtet. Pantelic konnte sich jedoch nicht durchsetzen und wechselte jährlich seine Klubs. Seine weiteren Stationen waren SK Sturm Graz, FC Yverdon, Lausanne-Sport, FK Obilic, FK Sartid Smederovo.

Erst 2003 wurde er „sesshaft“ bei seinem Heimatverein. In drei Jahren bei Roter Stern erzielte er 26 Tore in 44 Partien. Die Berliner Hertha wurde auf ihn aufmerksam. 2005 lieh man ihn erst mal für eine Spielzeit aus. Der Angreifer wusste zu überzeugen. Hinter  Marcelinho war er der zweitbeste Torjäger (11 Tore) der Hauptstädter. Daraufhin zog die Hertha ihre Kaufoption für den Serben und sicherte sich seine Dienste.

In den nächsten beiden Saisons war Pantelic mit 14 und 13 Treffern jeweils der Toptorjäger der Berliner, die sich im Mittelfeld der Bundesliga niedergelassen hatten. Unter Lucien Favre blühte die Hertha auf und beendete die Saison auf dem vierten Tabellenplatz. Pantelic fiel meist nur durch einen offen ausgetragenenen Konflikt mit dem Schweizer auf. Einen neuen Vertrag unterschrieb der Serbe nicht, sodass er nach der Saison zu Ajax Amsterdam wechselte.

Bei den Niederländern stand der Stürmer im Schatten von Luiz Suarez. Dennoch gehörte er zu Stammpersonal und erzielte in 25 Spielen 16 Tore. Sein Vertag dort war jedoch auf ein Jahr befristet und so nahm Pantelic ein Angebot von Olympiakos Piräus an. Der WM-Teilnehmer von 2010 wurde zweimal nacheinander griechischer Meister und ist damit Dauergast in der Champions League. Doch den heute 34-Jährige spielt nur noch die zweite Geige. Meist muss er auf der Bank Platz nehmen und kommt als Joker zum Einsatz. Am Ende der Saison läuft sein Vertrag bei Piräus aus. Sein weiterer Verbleib steht in den Sternen.

Dede
In der Bundesliga: Von 1998 bis 2011

Vereine in Deutschland: Borussia Dortmund

Einsätze:
391

Tore:
12

Erfolge:
Deutscher Meister 2002 und 2011, Uefa-Cup-Finalist 2002, DFB-Pokalfinalist 2008
Ein Dortmunder Junge

Dede war ein Sympathieträger beim BVB. In seiner Person vereinigten sich technische brasilianische Raffinesse und hart arbeitende deutsche Tugend. Der Linksverteidiger erlebte die Fast-Insolvenz des Vereins und den erneuten Aufstieg der Schwarz-Gelben.

Zur Bundesligasaison 1998/99 übernahm Michael Zorc die Stelle des Sportdirektors beim BVB. Einer seiner ersten Transfers: Leonardo de Déus Santos, kurz Dede. Im zarten Alter von 20 Jahren wagte er den Schritt aus seiner Heimat, wo er seit 1996 Profi bei Atletico Mineiro war. Die Dortmunder überwiesen umgerechnet 3,3 Millionen Euro nach Brasilien. Von seinen brasilianischen Landsleuten wurde er „der Deutsche“ genannt, da er es verstand, richtig zu malochen und zu grätschen.

Unter Michael Skibbe, der zwischen 1998 und 2000 BVB-Trainer war, avancierte er schnell zur festen Größe auf der linken Außenbahn. Zu Beginn seiner Zeit in Dortmund lief es nicht sehr gut im Verein. Nach fetten Jahren spielte man in der Saison 1999/2000 lange Zeit gegen den Abstieg. Erst als Trainerlegende Udo Lattek und Matthias Sammer als Feuerwehrmänner einsprangen, konnte man das Schlimmste abwenden. Bei 0:3-Sieg gegen Hertha BSC am letzten Spieltag erzielte Dede einen Treffer und bereitete einen Weiteren vor - Randnotiz: sein erstes Tor für die Schwarz-Gelben.

Mit Sammer und durch Einsatz von finanzieller Mittel konnte den Schwarz-Gelben neues Leben eingehaucht werden. Dede gehörte neben Evanilson, Ewerthon und Marcio Amoroso zum brasilianischen Quartett beim BVB. Der erste Höhepunkt war die Meisterschaft 2002. In der Folge geriet der Verein in eine finanzielle Schieflage und Ligakonkurrent Bayern München meldete Interesse an Dede an. Doch der Techniker blieb seinem BVB treu.

Lange Zeit war er auf der Linksverteidiger-Position gesetzt. Mit Amtseintritt von Jürgen Klopp und einer Portion Verletzungspech verlor er den seinen Stammplatz an Marcel Schmelzer. 2011 wurde er nochmals Meister mit dem Westfalen, jedoch wurde sein auslaufender Vertrag nicht verlängert. Wurde die Meisterfeier zu einer tränenreichen Abschiedsfeier des Brasilianers mit nicht aufhören wollenden „Ole Dede, Ole Dede“-Rufen. Im Sommer wechselte er dann in die Türkei zu Eskisehirspor, wo er auf seinen Trainervater Skibbe traf. Dort hat er noch einen Vertrag bis Ende Juni 2014. Möglicherweise wechselt er im Sommer in die Heimat, wo er seine Karriere immer ausklingen lassen wollte.  

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