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Deutschland: Endlich ein Test mit Erkenntnissen und Unterhaltungswert

Die Freundschaftskicks des DFB-Teams brachten in den vergangenen Jahren wenige Erkenntnisse und viel Unzufriedenheit. In Frankreich war das auf einmal ganz anders.

Paris. Mit den Testspielen der deutschen Nationalmannschaft war es in den letzten Jahren eine ganz spezielle Sache. Da gab es auf der einen Seite die Spiele gegen kleinere Nationen, die den Zuschauern als Möglichkeit zum Ausprobieren verkauft wurden – und dann doch wie beim 3:3 gegen die Ukraine, dem 3:5 in der Schweiz oder einem 1:2 gegen Australien nicht viel mehr als ein enttäuschendes Ergebnis lieferten.

Das Schlimmste befürchtet

Und es gab die Duelle gegen die „großen“ Fußball-Nationen, die allerdings oft entweder, wie beim grausamen 0:0 in Holland, nicht besonders unterhaltsam und manchmal auch vom Resultat her, wie beim 1:3 gegen Argentinien, ausbaufähig waren. Vor dem Duell in Paris gegen Frankreich musste man im Vorfeld nach einigen Absagen wichtiger Spieler schon wieder mit dem Schlimmsten, dem Belanglosen, dem Überflüssigen rechnen, doch der 2:1-Sieg am Mittwoch lieferte überraschenderweise Erkenntnisse, ein gutes Spiel und ein starkes Resultat.

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Auch Frankreich spielt mit

Meist ist die Anzahl der Wechsel ein verlässlicher Indikator für die Qualität des Duells: Bundestrainer Joachim Löw tauschte nur drei Spieler aus – obwohl sechs Wechsel möglich gewesen wäre. Das unterstrich die Bedeutung der Partie aus seiner Sicht. Und weil die Franzosen auch daran interessiert waren, den Zuschauern mit offensiven Aktionen etwas zu bieten, wurde es ein ansehnliches, temporeiches Match. Ganz im Gegenteil zum 0:0 in Amsterdam, als die Niederländer nach einer 0:3-Testspielniederlage gegen Deutschland im Duell zuvor und einer verpatzten EM nur darauf aus waren, keinen Fehler zu machen und das torlose Unentschieden als Erfolg zu verkaufen.

Zuckerpass

Es wurde ein echtes Fußballspiel im „Stade de France“ und es brachte echte Erkenntnisse für den Bundestrainer. Und die waren überwiegend positiv: Mesut Özil ist an einem sehr guten Tag – und den hatte er am Mittwoch – der überragende Spielgestalter in der DFB-Offensive. Der Pass zum 2:1-Siegtreffer war „allein schon das Eintrittsgeld wert“, wie es Journalisten gerne formulieren. Eine Augenweide, ein Zuckerpass, ein Geistesblitz. Zum kreativen Regenbogen, den Özil an den Nachthimmel zauberte, passte Thomas Müller an diesem Abend perfekt. Der Münchener rannte, kämpfte und stocherte im Angriff jedem Ball hinterher und war auf seine spezielle Art unverzichtbar.

Als Alternative angeboten

Im Mittelfeld zeigte Ilkay Gündogan eine starke Leistung und war als Anspielpunkt und Ballverteiler immer bereit, Verantwortung zu übernehmen. Der Dortmunder spielte überraschend unaufgeregt und hat sich als echte Alternative angeboten. In der Abwehr griffen Per Mertesacker und Mats Hummels in den Zweikämpfen vor allem in der ersten Halbzeit mehrmals gut ein. Keine neue Erkenntnis, aber eine Bestätigung: Das Duo hat seine Stärken in den direkten Duellen. Wie es aussieht, wenn sie gegen einen schnellen Mann gefordert sind, der die freien Räume sucht, bleibt abzuwarten.

Nicht alle zufrieden

Aber nicht alle deutschen Nationalspieler dürften mit ihrem Auftritt zufrieden gewesen sein: Mit dem schnellen Franck Ribery hatte sein Bayern-Teamkollege Philipp Lahm auf der rechten Abwehrseite große Probleme. Der deutsche Kapitän konnte Ribery meist nicht stoppen und spielte wie schon bei der EM unterdurchschnittlich. Dass man von Benedikt Höwedes als linkem Aushilfs-Verteidiger nicht allzu viel erwarten durfte, war schon vorher klar. Der Wille, sich auch in der Offensive einzuschalten war da, leider fehlt ihm der gute linke Fuß, um auch mal einen Ball gefährlich vors Tor zu bringen. Und Mario Gomez konnte sich als einziger Stürmer weder in den direkten Duellen gegen den kantigen Mamadou Sakho noch als Anspielstation im Kombinationsspiel der DFB-Elf auszeichnen.

Da beide Mannschaften am Mittwoch ernst gemacht haben, sind das Informationen, die für den Bundestrainer einen echten Wert haben. Manche Erkenntnisse, wie bei Ilkay Gündogan, dürften für Joachim Löw neu, manche, wie bei Mario Gomez, schon bekannt sein. Aber es waren immerhin Erkenntnisse für den Coach. Und für die Zuschauer ein unterhaltsamer Abend.  

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