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Schalke 04 und die Wochen der Wahrheit

Mit düsterer Miene und sichtlich enttäuscht darf man sich die Fans des FC Schalke 04 derzeit vorstellen. Auch den Verantwortlichen ist nicht mehr zum Lachen zumute.

Gelsenkirchen. Einer der Krisenherde der Bundesliga ist im Ruhrgebiet zu finden. Beim FC Schalke 04 läuft zurzeit nicht wirklich viel rund. Es hakt an allen Ecken und Enden. In den nächsten Wochen entscheidet sich, ob die Königsblauen aus dem Jammertal herauskommen oder gar aus den internationalen Plätzen fliegen - Schalke 04 steht vor den Wochen der Wahrheit.

Saisonziel bald durchs Fernglas oder Teleskop?

Nüchtern betrachtet hat S04 einen Kader, der die Plätze zwei bis vier erreichen kann. Bei einem Ausrutscher vielleicht auch mal Platz fünf oder sechs. Nun droht man sogar diese Ränge für die kommende Saison zu verspielen und die Europa League logischerweise ebenfalls. Vom Saisonziel „Champions League“ hat man sich zumindest in der Außendarstellung vorerst verabschiedet.

Der Champions-League-Achtelfinalist wird seinen Ansprüchen nicht gerecht. Und das schlägt den Fans auf den Magen. Man misst sich derzeit mit Mannschaften wie dem SC Freiburg oder dem 1. FSV Mainz 05 – das ist der Stand der Dinge. Aufsteiger Eintracht Frankfurt, auch ein Team, dessen Substanz weitaus geringer ist, als das der Schalker, behauptet sich auf Rang vier – da wo man mindestens am Ende dieser Spielzeit landen möchte. Die Gründe für diese Situation sind vielschichtig.

Hinten pfui, vorne aber auch

Schalke 04 kassiert zu viele Gegentore, vor allem aber zu einfach. Ex-Trainer Huub Stevens, der bekanntlich und grundsätzlich ein scharfes Auge auf das Defensiv-Verhalten legt, konnte dieses nicht stabilisieren. Neu-Coach Jens Keller gelang dies auch nicht, obwohl man im Trainingslager in Katar daran arbeitete. Das wäre nicht allzu dramatisch, wenn man am Ende ein Tor mehr als der Gegner schießt. Doch auch dies ist ein Problem der Schalker Mannschaft. Im Angriff hat man Pech und Unvermögen. Topstürmer Klaas Jan Huntelaar ist seit Monaten in einem Formtief. Wird aber auch nicht oft und gut genug in Szene gesetzt.

Zuletzt ganz bitter: Gegen den Tabellenletzten und Vorletzten schoss man nur ein mageres Törchen und holte nur einen Punkt.

An Stellschrauben drehen

So kann es für den Revierklub selbstredend nicht weiter gehen. Das wird und muss Jens Keller in den Griff bekommen, will er seinen Job als Cheftrainer des S04 behalten. Im Besonderen gilt es die Wackel-Abwehr dichtzumachen und dafür zu sorgen, dass in der Offensive mehr getroffen wird. Sein eigenes Schicksal als Schalke-Trainer dürfte trotz aller Dementis auch davon abhängen, wie der Erfolg der nächsten Wochen aussieht. Der 42-Jährige wird von den Verantwortlichen in der Öffentlichkeit als unantastbar hingestellt und bekommt quasi einen Freifahrtsschein bis zum Saisonende.

Dieses wird sich kaum aufrechterhalten können, wenn der Weg in der Tabelle weiter nach unten führt. Auch Manager Horst Heldt wird mit unbequemen Fragen konfrontiert. Was wird passieren, wenn Keller weiterhin der Erfolg ausbleibt? Bleibt er dann trotzdem bis zum Ende der Saison oder wird der Sportvorstand ihn doch beurlauben? Geht die Talfahrt in den nächsten Wochen weiter, dann wird der Trainer kaum noch zu halten sein. Es ranken sich bereits hartnäckig die Gerüchte um ein Interesse an Champions-League-Sieger Roberto di Matteo und Ur-Schalker Michael Büskens.

Maulwurf-Affäre?

Egoismus, Neid und Missgunst sollen sich ebenfalls, wie medial berichtet wird, in die Mannschaft eingeschlichen haben. Man zieht offenbar nicht mehr an einem Strang. Somit könnte die Situation auf Schalke immer prekärer werden. Mitspieler von Ibrahim Afellay sollen Interna an die Presse gegeben haben, diese lassen den Niederländer in keinem guten Licht dastehen. Es gibt angeblich Risse im Team und scheinbar nicht nur einen Maulwurf.

Schalke 04 befindet sich in einer großen Schieflage und kommt der Revierklub nicht aus dieser Krise, werden wohl Konsequenzen folgen müssen. Wie diese letztlich aussehen werden, bleibt zunächst abzuwarten. Eines dürfte jedoch sicher sein: Sollte sich der sportliche Erfolg wieder auf dem Berger Feld blicken lassen, dann wird auch die Stimmung besser. Am Wochenende geht es zum einsamen Tabellenführer FC Bayern München. Eine schwere Aufgabe, aus der man allerdings auch viel neue und vor allem positive Kräfte ziehen kann.

EURE MEINUNG: Wie kommt Schalke aus der Krise?

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