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Südafrika und seine leidige Hautfarbendiskussion

Immer wieder wird in Südafrika über Schwarz und Weiß geredet. Auch in diesen Tagen entflammte wieder eine Diskussion um die Mentalität der farbigen Bevölkerung.

Johannesburg. In Südafrika läuft die Afrikameisterschaft und erneut steht das Gastgeberland nicht so gut da. Nun flammt in dem afrikanischen Land eine Diskussion um weiße und schwarze Spieler auf. Mal wieder.

Dean Furman wird Heilsbringer

Rückblick. Die Weltmeisterschaft 2010 ist uns alle noch in guter Erinnerung. Es war laut, sehr laut. Die Vuvuzelas in den Stadien waren selbst am heimischen Fernseher nicht zu überhören. Doch das Ausscheiden nach der Vorrunde trübte die Stimmung. Als erster WM-Gastgeber schafften sie damals nicht den Sprung in die K.O.-Runde. Angesichts der Gruppengegner Mexiko, Frankreich und Uruguay vielleicht nicht so überraschend, doch die Gründe waren auch damals schnell gefunden.

Gegenwart. Die Afrikameisterschaft in Südafrika läuft. Der Gastgeber ist automatisch qualifiziert, was wohl auch besser zu sein scheint, nachdem sie zweimal in Serie nicht teilgenommen hatten. Und auch in diesem Jahr begann es nicht gut. Im ersten Spiel gegen die erstmals qualifizierte kapverdische Nationalmannschaft erkämpften sie nur ein torloses Remis. Das Spiel der Mannschaft gefiel den Fans nicht und schnell wurden Diskussionen laut, die dunkelhäutigen Spieler seien nicht diszipliniert, engagiert genug, denn als Dean Furman ins Spiel kam, räumte er vor der Abwehr auf. Er brachte neues Leben in das Spiel und führte sie ins Viertelfinale. „Problem“ war, beziehungsweise ist, Dean Furman ist weiß.

Diskussion ist nur ein Alibi

In jenem Land, das von den Schrecken des Rassismus und der Apartheid jahrelang beherrscht wurde, flammen immer wieder Diskussionen um die Hautfarbe auf. Unverständlich, denn mit Steven Pienaar hatten sie einen Musterprofi vor ihren Augen. Doch die Diskussion ist nur ein Alibi. Didier Drogba, Emmanuel Adebayor, Didier Ya Konan oder John Obi Mikel sind alle dunkelhäutige Spieler. Ob sie gut oder schlecht sind, liegt nicht an der Hautfarbe, es liegt an Talent und Ausbildung. Schaut man sich den Kader Südafrikas an, sieht man eine Auswahl, die zu einem großen Teil aus einheimischen Spielern besteht. Die wenigsten kicken in Europa. Doch dies ist der Unterschied. Von der Konkurrenz verdient zumindest durchschnittlich der halbe Kader sein Geld auf europäischem Boden.

Den Weg nach Europa schafft man nur mit Talent und Disziplin. In Südafrika spielen viele farbige Jungs Fußball. Nicht schlimm. Eigentlich, denn in den Traditionssportarten Rugby oder Kricket sind sie nicht gern gesehen, sodass die meisten am runden Leder hängen bleiben. Hier macht sich das Land nur selbst das Leben schwer, denn der eine oder andere mittelmäßige Fußballer wäre vielleicht ein guter Kricketspieler oder umgekehrt. Anstatt auf ihre Spieler zu schimpfen, sollten die Fans den Verband anregen, Verbesserungen in der Nachwuchsarbeit zu betreiben.

Nachwuchs muss besser gefördert werden

In der Nationalmannschaft der ambitionierten Elfenbeinküste spielen alle in Europa, doch sie schaffen es nicht einfach so. Es ist im Fußball nicht so, dass die Spieler mal in London an die Klubtüren klopfen und automatisch einen Vertrag über Jahre hinweg bekommen. Sie mussten sich den Weg hart erarbeiten und konnten früh genug in die Jugendakademien gehen. In Südafrika müssen die Akademien gebaut bzw. ausgebaut werden. Investieren sie in die Nachwuchsförderung, so können talentierte Spieler besser ausgebildet werden und erfolgreich für ihr Land spielen.

Dabei spielt es auch keine Rolle, ob sie nun weiß oder schwarz sind, denn unangepasst, scheinbar undisziplinierte Spieler gibt es überall. Die Wurzel der Diskussion muss gefunden und gezogen werden. Die Ausbildung der talentieren jungen Kicker muss auf die Agenda und dabei spielt die Hautfarbe keine Rolle.

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