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Michel Bastos, Schalkes neuer Flügelflitzer mit der linken Klebe

Mit viel Tamtam wurde die Verpflichtung von Michel Bastos medial begleitet. Nun sind alle Formalitäten geklärt. Doch wen hat Schalke sich da eigentlich geholt?

Gelsenkirchen/Lyon. Er ist da! Schalkes Neuzugang Michel Fernandes Bastos kam am Montag mit schicker Brille, stilsicherer Jacke und einer lässigen Jeans zum Medizincheck. Diesen hat er bestanden und der Vertrag ist unterzeichnet. Der Brasilianer wechselt auf Leihbasis für eineinhalb Jahre von Olympique Lyon zum FC Schalke 04. Goal.com bringt euch den pfeilschnellen und schussgewaltigen Außenbahnspieler etwas näher.

Erst im zweiten Anlauf

Michel Bastos ist 29 Jahre alt, 179 Zentimeter groß und wurde am 2. August 1983 in Pelotas (Brasilien) geboren. Er kickte zuerst in der Jugendmannschaft von EC Pelotas, ehe er 2001 zum ersten Mal sein Glück in Europa versuchte. Der niederländische Traditionsverein Feyenoord Rotterdam lotste den damals erst 18-jährigen Bastos in die Eredivisie.

Doch das Talent konnte sich dort nicht durchsetzen. Er wurde an Excelsior Rotterdam verliehen, wo er ebenfalls nicht über eine Rolle als Einwechselspieler hinauskam. So trieb es den jungen Michel Bastos zurück in seine Heimat, er kehrte für drei Jahre nach Brasilien zurück und schnürte für Atletico Paranaense, Gremio Porto Alegre und Figueirense seine Stiefel.

Naim Beneddra - Chefredakteur Goal.com Frankreich
„Er kann als Verteidiger oder Linksaußen spielen, seiner bevorzugten Position. Seine Stärken sind die Schnelligkeit, die Schusskraft und die Präzision mit dem linken Fuß.

Schwächen offenbart er mit schwankenden Leistungen, taktischer Disziplin und der Rückwärtsbewegung im Allgemeinen.

Abseits des Rasens ist er ein ruhiger Vertreter. Seine Mitspieler mögen ihn und er hat nie für Unruhe in irgendeiner Art gesorgt.“

In Frankreich der Durchbruch

2006 verschlug es den Brasilianer erneut nach Europa. Er wechselte zum OSC Lille und schaffte dort seinen Durchbruch. So zeigte Olympique Lyon im Anschluss reges Interesse an dem linken Flügelspieler und zahlte eine beachtliche Summe von 18 Millionen Euro an Ablöse. Seither spielte er für „Les Gones“, die zum Zeitpunkt des Wechsels sieben Mal in Folge die französische Meisterschaft gewonnen hatten.

Er wurde dort zum Stammspieler und spielte für die Nationalmannschaft Brasiliens bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika – wo er wenig Glanzlichter setzen konnte. Seitdem hat er kein Spiel mehr für die „Selecao“ absolvieren dürfen.

Nach sehr zähen Verhandlungen mit Schalke 04 heuert der Brasilianer nun im Ruhrgebiet an und wird die deutsche Bundesliga kennenlernen dürfen.

En de­tail

Michel Bastos ist ein Spieler für die linke Außenbahn. Er ist nicht beidfüßig. Zudem ist sein rechter Fuß nicht mit dem zu vergleichen, was seine linke Klebe an Qualitäten mitbringt. Seine Schüsse sind gewaltig, vor allem aber sehr präzise – was ihn zu einem der besten Distanzschützen in Europa macht. Seine Pässe und Flanken kommen punktgenau, was ihn ebenfalls noch wertvoller werden lässt und einem Stoß- und Strafraumstürmer wie Klaas Jan Huntelaar entzücken dürfte.

FC SCHALKE 04

Was ihn zusätzlich auszeichnet, ist seine Geschwindigkeit mit dem Ball am Fuß. Bastos ist pfeilschnell, auch wenn er das runde Leder führt. Er ist ein kompletter Athlet und topfit am Berger Feld angekommen.

Jedoch ist auch der 29-Jährige nicht ohne Schwächen. Ihm wird oft nachgesagt, dass er als linker Verteidiger agieren kann. Sein Defensiv-Verhalten ist allerdings nicht das beste.

Das Stellungsspiel in der Rückwärtsbewegung lässt zu wünschen übrig. Das wiederum ist gleichbedeutend mit der Mischung, die auch der aktuelle S04-Linksverteidiger Christian Fuchs verkörpert: offensiv stark, defensiv schwach.

Was erwartet man von ihm?

Der FC Schalke 04 in Persona Horst Heldt hat stets betont, dass man Spieler holen möchte, die sofort weiterhelfen können. Bei Raffael hat dies noch nicht geklappt, denn der Landsmann von Michel Bastos ist noch nicht weit genug, wurde einmal eingewechselt und saß in Augsburg 90 Minuten auf der Bank.

Somit liegt der Fokus vorerst auf dem 29-Jährigen Bastos. Zeit gibt es bei den Königsblauen nicht – Erfolge und vor allem Punkte müssen her. Der Druck ist enorm, eigentlich nicht die besten Voraussetzungen, um in ein neues Land, mit neuer Kultur und mit anderem Fußball zu wechseln.

„In Lyon wurde er meist als Außenstürmer eingesetzt, oft auch auf der rechten Seite. Denn Claude Puel und Remi Garde setzten darauf, dass er dann nach innen ziehen und mit links abschließen konnte.“

- Robin Bairner, Goal.com International

Michel Bastos traut sich das offenbar zu. Und Robin Bairner, Frankreich-Experte bei der internationalen Edition von Goal.com, sieht das ähnlich: „Natürlich kann er Linksverteidiger spielen, aber das ist nicht die Position, für die er am besten geeignet ist. Ich denke, er wird sich in Deutschland prima einfügen. Es ist eine offene, offensiv ausgerichtete Liga und er ist ein Spieler, dem das liegt. Er wird die Fans begeistern und vielleicht ist ein Wechsel genau das, was er braucht, um neuen Schwung in seine Karriere zu bringen.“

Man muss festhalten, dass die Attribute, die Bastos zweifelsohne mitbringt, auf Schalke keine neuen sind. Gewisse Spieler mit einem Dampfhammer im linken Socken sind am Ernst-Kuzorra-Weg sehr bekannt …

EURE MEINUNG: Wird Michel Bastos dem FC Schalke 04 Freude bereiten?

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