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Keine Gedanken an Pep! Das Rezept des FC Bayern für eine erfolgreiche Rückrunde

Die Weichen für die kommende Saison wurden beim FC Bayern bereits gestellt. Was im Moment aber einzig und allein zählen darf, ist das Tagesgeschäft.

München. Die Zukunft und wahrscheinlich auch die nächste Erfolgswelle des FC Bayern sind gesichert. Die Ankündigung, dass Pep Guardiola den deutschen Rekordmeister in der kommenden Saison betreuen wird, hat das jedenfalls ziemlich wahrscheinlich werden lassen. Allerdings gibt es aktuell noch einige, viel wichtigere Baustellen.

Nach dem Rekordstart unter dem aktuellen Trainer Jupp Heynckes thronen die Münchener aktuell mit einem Neun-Punkte-Vorsprung an der Spitze der Bundesliga. Der Start ins neue Jahr gelang vor Wochenfrist mit dem 2:0 gegen Greuther Fürth ebenfalls.

Aber all das kommt Fans und Experten ziemlich bekannt vor. Denn im letzten Jahr ging der FCB ebenfalls mit einem komfortablen Vorsprung in die zweite Saisonhälfte, um sich dann noch von Borussia Dortmund abfangen zu lassen. Zu allem Überfluss verloren die Bayern auch das Pokalfinale gegen den BVB und unterlagen Chelsea im Duell um die Krone in der Champions League.

Gerade jetzt, da Heynckes am Ende der Saison vermutlich seine Laufbahn beenden wird, will der Spitzenreiter etwas Ähnliches auf jeden Fall vermeiden. In der Vergangenheit hat es Beispiele dafür gegeben, wie die Leistungen einer Mannschaft nachließen, als frühzeitig klar war, dass der Trainer am Saisonende geht. Zum Beispiel bei Manchester United 2002, als Sir Alex Ferguson ursprünglich aufhören wollte. Und auch Guardiola kennt das: Denn bei Barca wurden die Resultate im Vorjahr schlechter, als klar war, dass er seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängerte.


Heynckes hat ein glänzendes Gespür für gefährliche Situationen und so stellte er vor einigen Tagen bereits klar, dass die Spieler den Hype um ihren künftigen Coach aus Katalonien doch bitte ignorieren sollte. Die Sportpsychologin Rhona Cohen hält das für die einzig richtige Vorgehensweise.

„Veränderungen sind stets kompliziert. Dadurch kommt immer ein wenig Unruhe auf und alles muss sich zunächst wieder einspielen. Wenn es sich um eine ähnliche Führungskraft handelt, dann kann der Übergang fließend sein. Haben sie allerdings unterschiedliche Stile, dann nimmt der Wechsel auch mehr Zeit in Anspruch“, erklärte sie Goal.com.

Und weiter: „Wenn Du für den Besten gearbeitet hast, dann ist es einfach, sich zurückzulehnen und sich vorzumachen, dass es vermutlich nicht wieder so wir, wie in den 'guten, alten Tagen'. Doch in einem Team geht es niemals nur um den Trainer. Wir sprechen hier von einer homogenen Mannschaft, die gerade den besten Start überhaupt hingelegt hat.“

ES WIRD HART
Bayerns nächste sechs Wochen
Gegner Wettbewerb Datum
Stuttgart (A) Bundesliga 27.01.2013
Mainz (A) Bundesliga 02.02.2013
Schalke (A) Bundesliga 09.02.2013
Arsenal (A) UCL 19.02.2013
Bremen (H) Bundesliga 23.02.2013
BVB (H) DFB-Pokal 26.02.2013
Arsenal (H) UCL 13.03.2013
„Was sie sich vor Augen führen müssen, ist Folgendes: Der Wechsel des Fahrers bedeutet nicht, dass man abbremsen muss. Ein neuer Fahrer mag vielleicht anders lenken, aber zusammen können sie auch weiterhin das Gaspedal durchdrücken“, bemühte die Engländerin einen Vergleich aus dem Motorsport.

Was bei den Spielern im Hinterkopf zudem eine Rolle spielen könnte ist der Fakt, dass Guardiolas Barcelona einen ganz besondere Fußball spielte. Kein Wunder, dass bereits zahlreiche potenzielle Neuzugänge gehandelt wurde.

Spieler wie Arjen Robben und Mario Gomez passen auf den ersten Blick nicht zu Peps Philosophie. Doch Cohen meint, dass alle eine Chance haben - falls sie die richtige Reaktion zeigen: „Man kann es ganz gut mit den aktuellen Wetter-Verhältnissen vergleichen. Einige Spieler werden weglaufen und versuchen sich unterzustellen und zu verstecken. Andere gehen dagegen hinaus und nutzen eine neue Chance. Die Spieler mögen sich Sorgen machen, dass sich wesentliche Pfeiler verändern, doch ein Wechsel bedeutet eben auch immer das Annehmen neuer Arbeitsweisen.“

„Am besten kämpft man nicht gegen Veränderungen an, dabei verschwendet man nur eine Menge Energie. Ihre aktuellen Fähigkeiten müssen sie in einen neuen Spielstil integrieren und am Ende kann ein neues, noch stärkeres Team stehen“, sagte Cohen. „Das Einzige, auf das man im Fußball und im Sport im Allgemeinen zählen kann, ist die Veränderung! Und das macht dieses Spiel auch so faszinierend für uns.“

Trotz des positiven Resultats am vergangenen Wochenende, waren die Bayern noch weit von ihrer Form der Hinserie entfernt. Nun geht es für sie nach Stuttgart. Eine unangenehme Aufgabe, auch wenn es im Hinspiel eine 6:1-Gala der Roten gab. Eine ähnliche Leistung könnte alle Zweifler beruhigen.

Denn nach der Enttäuschung des Vorjahrs wäre es umso bitterer, falls Jupp Heynckes keinen triumphalen Abschied bekäme.

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