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Feuer im Nordderby zwischen dem HSV und Werder Bremen

Die rivalisierenden Nordclubs können im Nordderby einen wichtigen Schritt in der Tabelle machen. Ein Spitzenspiel ist es dennoch nicht.

Hamburg. In einem der traditionsreichsten Duelle in der Bundesliga treffen am Sonntagnachmittag zwei Mannschaften aufeinander, die ihren eigenen Ansprüchen hinterherlaufen. Während es in der Vergangenheit zwischen dem Hamburger SV und dem SV Werder Bremen um Titel, Triumphe und internationale Startplätze ging, streiten die beiden Nordclubs um die Vormachtstellung im Niemandsland der Tabelle. Der „kleine HSV“ aus Hannover hat die großen Rivalen längst überholt, obwohl die Saison für die Niedersachen ebenfalls von Leistungsschwankungen geprägt ist.

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Mit hanseatischem Understatement kommt man beim HSV paradoxerweise nicht weit. Die internationalen Plätze sollen es am Ende der Saison werden, nach Möglichkeit auch mal wieder ein Titel. Hamburg und die Fans des Vereins denken groß, doch sportlich trabt man diesem Anspruch seit gut 30 Jahren hinterher. So lang liegt der Erfolg im Europapokal der Landesmeister nämlich mittlerweile zurück. Die fehlende Kontinuität in der sportlichen Leitung führte den HSV nach vielversprechenden Jahren wieder in die unteren Gefilden der Bundesliga. Nur knapp entkam der Verein dem Abstieg in die zweite Liga – es blieben der Titel der Unabsteigbaren und ein neuer Berg voller Schulden.

Den Bremern geht es nicht anders. Finanziell taumelt der Verein von der Weser am Rande des Abgrunds, sportlich verläuft die Entwicklung ebenfalls rückläufig. Der Umbruch hat bei den norddeutschen Vereinen beinahe zum Zusammenbruch geführt. Dabei beweisen die Hamburger jedoch mehr Mut zum Risiko – nur der FC Bayern investierte in dieser Saison mehr in neue Spieler. Geld, das der Verein eigentlich nicht hat. Nun treffen die beiden Vereine am Scheideweg der Liga aufeinander. Ein richtungweisendes Duell, aber lange kein Spitzenspiel mehr.

„Wir sind besser drauf als Bremen“

Darum tun flotte Sprüche der Begegnung im Vorfeld gut. Besonders Thorsten Fink, der beim FC Bayern nichts anderes gewohnt war, versprühte Optimismus gegen die Tristesse des Winters. „Wir wollen das Derby unbedingt gewinnen. Jeder muss begreifen, was dieses Spiel für die Fans und die Region bedeutet“, sagt er. Die Anhänger werden die Bedeutung des Nordderbys nicht vergessen haben, wobei die Hauptdarsteller der vergangenen Jahre längst nicht mehr auf dem Feld zu finden sind. Der Umbruch hat seine Opfer gefordert.

Nichtsdestotrotz ist ein spannendes und hitziges Spiel beider Mannschaften zu erwarten. „Bremen wird heiß sein, aber wir sind heißer“, brennt Fink auf das Derby, das er in seiner bisherigen Laufbahn als der Trainer der Rothosen nicht gewinnen konnte. Zumindest der Unterstützung der Zuschauer kann er sich hierbei sicher sein: trotz eisiger Temperaturen wurden über 54.000 Tickets verkauft.

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