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Gladbachs Plan vor dem Duell mit Fortuna Düsseldorf: Revanche für das Pokal-Aus nehmen

Pünktlich vor dem Nachbarschaftsduell am Rhein ist die Stimmung zwischen Gladbach und der Fortuna ziemlich angespannt: Es geht um 50.000 Euro und die Revanche für das Pokalspiel.

Düsseldorf. Nein, sagt Max Eberl, für zusätzliche Brisanz sorge diese Sache nicht. Der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach versucht, vor dem Derby gegen Fortuna Düsseldorf (Samstag, 15.30 Uhr) den Ball flach zu halten. Dabei kommt jene Posse, die vor dem Spiel öffentlich gemacht wurde zum richtigen Zeitpunkt für die Heißsporne unter den Anhängern beider Klubs: Gladbach will 50.000 Euro von Düsseldorf, weil der Aufsteiger diesen Betrag nach der Verpflichtung von Tobias Levels nicht überwiesen hat. Und zwar zu unrecht, sagt der Klub vom Niederrhein. Völlig zurecht, meinen die Düsseldorfer.

Zoff um Levels

Die Vorgeschichte geht so: Im Sommer 2011 lieh Fortuna, damals noch in Liga zwei beheimatet, den Abwehrspieler für eine Saison aus. 50000 Euro kostete das Leihgeschäft, vereinbart wurde, dass der gleiche Betrag fällig wird, wenn Levels eine zweite Saison geliehen wird. Weil Fortuna den Spieler im Sommer 2012 für eine unbekannte Summe aber kaufte, weigert sich der Klub, die 50.000 Euro zu bezahlen. Das Düsseldorfer Landgericht wird den Fall im April klären.

EBERL: „DAS GELD STEHT UNS ZU“
Vor dem direkten Aufeinandertreffen am Samstag ist es das Thema, das die Schlagzeilen – vor allem jene der Boulevardpresse – beherrscht. Dabei ist das Spiel schon allein durch die sportlichen Lagen der beiden Mannschaften von großer Bedeutung. Fortuna hat sich durch die 2:3-Niederlage am vergangenen Wochenende unfreiwillig im Abstiegskampf zurückgemeldet, die Borussia hat beim 0:0 in Hoffenheim gezeigt, dass die erneute Qualifikation für den Europapokal eine knifflige Angelegenheit werden wird.

Beide Teams müssen am Samstag also auch zeigen, dass sie mit Druck umgehen können – der auf Seiten der Gastgeber ein wenig größer ist. Immerhin schieden die Mannen von Lucien Favre nach dem 0:0 im Bundesliga-Hinspiel in der 2. Runde des DFB-Pokals bei der Fortuna aus. Der Ex-Gladbacher Nando Rafael hatte am 31. Oktober mit seinem Tor zum 1:0 in der Verlängerung der Fortuna den Sieg gebracht. Diese Niederlage wurmt Trainer Favre bis heute, das gab er zuletzt vor dem Achtelfinale, das ohne Gladbacher Beteiligung stattfand, im Dezember zu Protokoll.

Nun sagt er über den Aufsteiger: „Fortuna ist eine sehr organisierte Mannschaft, die schwer zu spielen ist. Sie steht kompakt, wir müssen Geduld haben, um eine Lücke im Defensivverbund zu finden.“ Favre erinnert an die Konterstärke des Gegners und an überraschende Erfolge wie das 1:1 beim Meister Dortmund, macht aber dennoch klar: „Wir wollen punkten.“

Favre fordert schnörkelloses Spiel nach vorn

Auf zwei wichtige Akteure muss der Coach bei der Umsetzung seines Plans verzichten. Innenverteidiger Martin Stranzl ist nach nach einer Grippe noch nicht wieder bei 100 Prozent, Mittelfeldspieler Alexander Ring fällt wegen seiner Kapselverletzung weiter aus. Als mögliche Ausrede lässt Favre das nicht gelten: „Wir müssen schnell und direkt spielen, um klare Torchancen zu kreieren.“



Sein Pendant auf Düsseldorfer Seite erklärte, seine Mannschaft müsse gegenüber dem Augsburg-Spiel „zulegen“: „Wir müssen von Beginn an wachsam sein“, so Trainer Norbert Meier, der seine Elf trotz des Erfolgs in der letzten Begegnung in der Außenseiterrolle sieht: „Dass die Gladbacher als Favorit ins Spiel gehen, brauche ich nicht extra zu erwähnen.“ Die Ausfälle von Rafael, Andriy Voronin, Jens Langeneke und Ronny Garbuschewski verbessern die Ausgangslage jedenfalls nicht.

In der Woche vor dem Spiel hatte es eine Debatte darüber gegeben, ob das Aufeinandertreffen nun ein Derby ist oder nicht; immerhin liegen nur 40 Kilometer zwischen den beiden Städten. Einige Gladbacher Profis sind der Meinung, nur Spiele gegen den 1. FC Köln seien Duelle zweier echter Erzrivalen. Torhüter Marc-André ter Stegen etwa sagte: „Düsseldorf ist nicht das gleiche wie Köln.“

Vielleicht wollte er die Emotionen vor dem Spiel nicht weiter anheizen. Für genügend Brisanz ist ohnehin gesorgt.

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