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Wohin mit Nuri Sahin? Borussia Dortmunds Luxus-Problem mit dem verlorenen Sohn

Wohin mit Nuri Sahin? Borussia Dortmunds Luxus-Problem mit dem verlorenen Sohn

Nuri Sahin, Michael Zorc, Hans-Joachim Watzke

Ein paar Tage ist es nun her, dass Borussia Dortmund die Rückkehr von Nuri Sahin während einer Pressekonferenz bestätigte. Wir fragen uns: Ist überhaupt Platz für ihn im BVB-Team?

Dortmund. Vor gut zwei Wochen gab Borussia Dortmund die Rückkehr des Ur-Dortmunders Nuri Sahin bekannt. Der türkische Nationalspieler spielte seit der Jugend im Verein und führte die Mannschaft von Jürgen Klopp 2011 zur ersten Meisterschaft seit neun Jahren. Anschließend verließ er den Verein auf eigenen Wunsch, aber unter Tränen, in Richtung Real Madrid. Dennoch ließen beide Parteien immer eine Tür für eine Rückkehr offen. Dies ist nun geschehen.

Eineinhalb Jahre im spanisch-englischen Exil

Zwischen dem Abschied und der Wiederkehr liegen gut eineinhalb Jahre. Eineinhalb Jahre, die für Sahin alles andere als nach Plan verliefen: Nach einer Verletzung, die er sich schon in Dortmund zuzog, konnte er nie richtig Fuß fassen bei den „Königlichen“ von Real Madrid. Daraufhin ließ er sich im Sommer zum FC Liverpool nach England ausleihen, doch auch da war sein Gastspiel nicht von Erfolg gekrönt. Auch deshalb wuchs in Sahin der Wunsch zu „seinem“ Verein zurückzukehren.

Die Verantwortlichen des deutschen Meisters ließen sich nicht lange bitten und liehen Sahin, nachdem Real Verhandlungsbereitschaft signalisierte, nun für eineinhalb Jahre aus. Auch eine Kaufoption hat der BVB heraushandeln können. „Ich bin froh wieder zu Hause zu sein“, erklärte Nuri Sahin bei seiner Vorstellung. Und auch Michael Zorc, Sportdirektor beim BVB, war froh über die Rückkehr: „Der verlorene Sohn ist zurück und wir freuen uns sehr.“ Doch wohin mit Sahin?

GROßKREUTZ HAKT DEN TITEL AB

Gündogan in starker Form

Die Frage stellen sich momentan viele Fans und Experten, schließlich kommt der Mittelfeldspieler mit fehlender Spielpraxis zurück nach Dortmund. Dass weiß aber auch Sahin: „Ich habe lange nicht gespielt und muss mich nun herankämpfen. Die Jungs haben schließlich herausragende Qualitäten. Ich weiß aber auch, was ich kann“, erklärte Sahin.

Doch einfach wird es sicherlich nicht für ihn einen Platz in der Elf von Jürgen Klopp zu bekommen. Ilkay Gündogan füllt die offensive Position der Doppel-Sechs sehr gut aus und präsentiert sich seit einiger Zeit in überragender Form. Vor allem zum Rückrundenauftakt gegen Werder Bremen (5:0) zeigte der deutsche Nationalspieler, wie wichtig er für die Mannschaft ist, und mit seinem überragenden Passspiel war an mehreren Toren maßgeblich beteiligt.

Auch Youngster Moritz Leitner machte zuletzt einen Sprung nach vorne und wusste durchaus zu überzeugen, wird wohl aber in den nächsten Wochen etwas hinten anstehen müssen. Mit Nuri, wie Sahin in Dortmund nur genannt wird, stößt nun also ein dritter offensiv ausgerichteter Spieler hinzu, der sich für diese Position im Mittelfeld empfehlen will.

Kehl und Bender streiten sich um einen Platz

Sebastian Kehl und Sven Bender hingegen verkörpern den defensiveren Part auf der Doppelsechs. Die beiden werden den Platz wohl von Spiel zu Spiel unter sich ausmachen, wer in der Startformation steht. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass sich gleich drei Hochbegabte um den freien Platz daneben streiten. Auf den ersten Blick ist diese Situation schwieriger als sie wirklich ist. Mit dem Abgang von Ivan Perisic ist nun auch wieder ein Back-up für die offensive Dreierreihe gesucht. Diesen wird wohl am ehesten Moritz Leitner ausfüllen, der vor allem im Trainingslager häufig auf der „Zehn“ spielte und dort durchaus zu überzeugen wusste. Auch Ilkay Gündogan kann diese Position ausfüllen.

Hinzu kommt, dass die Saison für den BVB noch sehr lang ist. Schließlich ist der Double-Gewinner auch im neuen Jahr in allen drei Wettbewerben noch gut vertreten - übrigens zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte! Mit den Aufgaben in der Champions League, Bundesliga und im DFB-Pokal ist Dortmund stark gefordert, und bei den vielen englischen Wochen wird Coach Klopp gewiss das eine oder andere Mal rotieren. Jeder Spieler darf sich also sicher sein, auf seine Einsätze zu kommen, auch Sahin.

Er war längere Zeit weg, doch niemals so richtig raus. „Ich war kaum in Madrid, da habe ich gemerkt, dass ich nur in Dortmund zu Hause bin“, sagte der türkische Nationalspieler, der den Kontakt zum BVB nie abreißen ließ. Auch nicht zu seinen neuen, alten Mannschaftskollegen. „Wir haben zwei bis dreimal Playstation online gespielt, telefoniert und SMS geschrieben. Es wird mit nicht schwerfallen in der Mannschaft“, erklärte Sahin.

DIE BVB-AUSWAHL IN DER ZENTRALE
Spieler

Kehl
Bender
Gündogan
Sahin
Leitner
Alter

32
23
22
24
20

Einsätze

19
13
24
12
19


Tore

0
0
1
3
0

Assists

1
0
2
3
2

Dass Sahin bereits wieder zu Hause ist, ließen auch die Eindrücke aus dem Spiel gegen Werder Bremen erahnen, als er bei seiner Einwechslung in der 84. mit Standing-Ovations und minutenlangen Sprechchören empfangen wurde. Genervt war hingegen Jürgen Klopp von der Frage, warum Nuri Sahin nicht in der Startelf des deutschen Meisters stehen würde.

Dies verdeutlicht, dass auch ein Nuri Sahin, Liebling der Fans, nichts geschenkt bekommen wird. Auch er muss sich alles erarbeiten und wird das auch tun.

Dennoch ist Fakt, dass der BVB-Kader sich in der Spitze verbreitert hat. Das Mittelfeld, das bereits zuvor sehr gut besetzt war, erhält durch Nuri Sahin weitere Verstärkung auf sehr hohem Niveau. Zwar wird er in den nächsten Wochen wohl noch ein wenig brauchen, bis er sein Startelf-Comeback bei Borussia Dortmund feiern darf, doch qualitativ können sich die Fans sicherlich auf einen der besten „Sechser“ der Bundesliga freuen.

Das hat Sahin nicht zuletzt in der ersten Meistersaison unter Jürgen Klopp unter Beweis gestellt hat. Damals war er zum besten Spieler der Saison gekürt worden.

Egal wer also im Mittelfeld spielen wird, Borussia Dortmund wird „brutale Qualität“ auf den Platz bringen. Das weiß auch Klopp. „Uns quillt die offensive Qualität aus den Ohren“, sagte der Kult-Trainer bereits vor der Verpflichtung Sahins.

Diese Qualität wurde mit der Rückkehr des verlorenen Sohnes nun noch einmal verstärkt.

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