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Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Aber wie geht es den Profis, die nun im Ausland auf Torejagd gehen? Sind sie aufgeblüht oder nur noch Bankdrücker. Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal.com im Rahmen von „Was macht eigentlich“ drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen an anderer Wirkungsstätte ergeht.

Paolo Guerrero
In der Bundesliga: Von 2002 bis 2012

Vereine in Deutschland: Bayern München und Hamburger SV

Einsätze:
161

Tore:
47

Erfolge:
Double-Sieger 2005 und 2006, UI-Cup 2007
Rekordstrafe beim HSV

Trotz seiner vielen Treffer, darunter auch sehr wichtige in Pokal oder Europa, ist er vielen Fans als jener Spieler in Erinnerung, der die Rekordstrafe des HSV bekam. Nach einem Becherwurf auf einen eigenen Fan sprach der Verein eine Geldstrafe zwischen 50.000 und 100.000 Euro aus. Rekord beim HSV!

Der Peruaner Guerrero spielte zuerst in seiner Geburtsstadt Lima bei Allianza. Kurz nach der Jahrtausendwende zog es ihn zum FC Bayern München, dort erst als er in der Regionalliga im Einsatz war, überzeugte er von Anfang an, zumindest in der zweiten Mannschaft. Er stieg mit ihr auf und wurde in der Saison 2003/04 Torschützenkönig der Regionalliga Süd.

In der gleichen Saison durfte er auch das erste Mal in der Bundesliga auflaufen. Dort gelang es ihm nicht, sich als Stammspieler zu etablieren, doch als Joker stach er heraus. In sechs Kurzeinsätzen gelangen ihm fünf Treffer und verschiedene wichtige Tore in Pokal und Champions League. Im Sommer 2006 zog es ihn letztlich an die Elbe nach Hamburg, wo sich Guerrero durchsetzen und Stammkraft werden konnte.

Verletzungen warfen ihn jedoch immer wieder zurück, so auch in der Saison 2009/10. Als der Stürmer wieder in der eigenen Arena spielen konnte, soll ihn ein Fan beschimpft haben, wonach Guerrero ihn dann eine gefüllte Trinkflasche entgegen geworfen hat. Seine Strafe, die zwischen 50.000 und 100.000 Euro gelegen haben soll, bedeutet Rekord beim HSV.

Im Sommer 2012 zog es ihn zurück in südamerikanische Gefilde zu Corinthians aus Sao Paulo. Bei der Klub-WM im vergangenen Dezember schoss er den Copa Libertadores-Sieger mit seinen Toren im Halbfinale und Finale zum Titel in Japan.

Ze Roberto
In der Bundesliga: Von 1998 bis 2006 und von 2007 bis 2011

Vereine in Deutschland: Bayer Leverkusen, Bayern München und Hamburger SV

Einsätze:
336

Tore:
38

Erfolge:
Doublesieger 2003, 2005, 2006 und 2008; Ligapokal 2004 und 2007 und T-Home Cup-Sieger 2009
Rekordbrasilianer in der Liga

Ze Roberto ist der in der Bundesliga am meisten eingesetzte Brasilianer und wäre Claudio Pizarro nicht mehr in der Belletage des deutschen Fußballs aktiv, wäre er auch jener ausländische Profi mit den meisten Erstligaeinsätzen. Er liegt hinter seinem ehemaligen Weggefährten von Bayern München auf Platz zwei.

Ze Roberto kam 1994 nach Europa und wechselte in seiner Karriere immer wieder zwischen Südamerika und den europäischen Ligen hin und her. Erst als der defensive Mittelfeldspieler 1998 nach Deutschland kam, blieb er ohne Unterbrechungen bis 2006 in der Bundesliga.

Zuerst zog es den Brasilianer zu Bayer Leverkusen. Dort war er 2002 Mitglied der Vizekusen-Mannschaft, als man sowohl in der Liga als auch im Pokal und in der Champions League jeweils Zweiter wurde. Die ersten Titel in Deutschland feierte er nach seinem Wechsel zu Bayern München. Zusammen mit Michael Ballack zog es ihn 2002 in den Süden der Republik.

Wegen Streitereien im Vertragspoker wechselte der Brasilianer offiziell zum uruguayischen Verein Nacional Montevideo, wurde doch nach Brasilien zum FC Santos verliehen, um letztlich 2007 ebenfalls leihweise wieder zu Bayern zurückzukehren. Zwei Jahre später erlebte der Verein ein Deja-Vu im Vertragspoker und der Spieler ging wieder. Diesmal von der Isar an die Elbe, wo 2011 erneut kein neuer Vertrag zustande kam. Nach einem Jahr in den Emiraten spielt er seit dem vergangenen Jahr wieder in seiner Heimat bei Gremio Porto Alegre, wurde dort dritter in der Meisterschaft und ein wichtiger Spieler. Auf seine alten Teamkollegen aus dem Norden Deutschlands traf er im Dezember bei der offiziellen Einweihung des neuen Stadions von Gremio.

Thomas Broich
In der Bundesliga: Von 2004 bis 2006 und von 2008 bis 2010

Vereine in Deutschland (Bundesliga): Borussia Mönchengladbach, 1. FC Köln und 1. FC Nürnberg

Einsätze:
87

Tore:
4

Erfolge:
Bundesligaaufstieg mit Köln 2007/08
Mozart in der Bundesliga

Zusammen mit Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski galt er als eine große Hoffnung für den deutschen Fußball und die WM 2006 im eigenen Land. Ähnlich wie Sebastian Deisler kam Broich nicht mit der Profi-Welt klar, auch wenn es nicht so dramatisch endete wie bei Deisler, ist seine Geschichte die eines ständigen Auf und Abs.

Die Geschichte von Thomas Broich ist die eines verheißungsvollen Talents, das mit der großen Welt des Profifußballs nicht zurecht kam. Mit Anfang 20 schaffte er den Sprung in den Profikader von Borussia Mönchengladbach. Damals zählte Mozart mit Blick auf die Weltmeisterschaft 2006 zu den Hoffnungsträgern in Deutschland. Seinen Spitznamen bekam er im Übrigen von seinen ehemaligen Teamkollegen bei Wacker Burghausen wegen seiner Vorliebe für klassische Literatur und Musik verpasst.

Verletzungen und auch persönliche Querelen mit Trainern ließen ihn nicht glücklich werden. Immer wieder scheiterte er im Profibereich. Das Schicksal von Sebastian Deisler ließ ihn auch über ein frühzeitiges Karriereende nachdenken, doch er machte weiter. Schon 2009 hätte der Mittelfeldspieler zu Adelaide United nach Australien wechseln können, doch der damalige Club-Coach und Broich-Fan Michael Oenning überredete ihn zu einem Wechsel nach Franken.

Erst ein Jahr später stieg er ins Flugzeug nach Down Under, um bei Brisbane Roar sprichwörtlich richtig einzuschlagen. Auf Anhieb wurde er australischer Meister und wiederholte das Kunststück im vergangenen Jahr. In seiner Premierensaison wurde er nicht nur Meister, sondern auch in die Mannschaft des Jahres gewählt und bester Vorbereiter. In der Spielzeit 2011/12 schaffte Broich erneut den Sprung in die Mannschaft des Jahres und wurde Bester Spieler der Saison und Bester ausländischer Spieler der Saison.

Im September verlängerte er seinen Vertrag in Queensland langfristig bis 2017 und bestätigte damit wohl seinen Entschluss, den er im Mai 2012 bei Goal.com verkündete: „In Europa will ich keinen Fußball mehr spielen.“

EURE MEINUNG: Zeigt das Beispiel Broich, wie knallhart der Profialltag im Fußball ist und würdet ihr so einen Weg einschlagen?

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