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Seit Juli 2011 ist Heynckes mittlerweile im Amt und genießt ein hohes Ansehen. Wieso soll er am Ende der Saison ersetzt werden?

Kommentar
Von Fabio Porta

In den letzten Monaten kursierte der Name Pep Guardiola in Verbindung mit dem FC Bayern immer wieder in den Medien. Der ehemalige Trainer des FC Barcelona soll den deutschen Rekordmeister zum Erfolg führen und dabei so attraktiv wie die Katalanen spielen lassen. Guardiola hält sich noch zurück und zollt seinem Kollegen Respekt. Die Sehnsucht nach einem Titel, insbesondere dem Champions-League-Titel, ist riesig.

Deswegen wurden auch seit Ottmar Hitzfeld regelmäßig die Trainer gewechselt, van Gaal überlebte mit fast zwei Jahren noch am längsten. Aber wie soll sich eine Einheit bilden, wenn der Trainer keine zwei Jahre auf der Bank überlebt? Hitzfeld ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich Geduld eben auszahlen kann - mit dem Titel in der Königsklasse. Auch er benötigte Zeit, um seine Handschrift erkennen zu lassen.

Heynckes ist nun mittendrin, seine Ideen den Spielern so zu vermitteln, dass diese richtig umgesetzt werden. Der Prozess ist deutlich zu erkennen, dazu bekam Heynckes mit Dante, Javi Martinez und Mario Mandzukic Spieler, die der Mannschaft gut tun, sowohl auf als auch neben dem Feld. Schon in der letzten Saison schaffte man den Einzug in das Finale der Königsklasse, auf nationaler Ebene war man mit dem BVB nicht auf einer Stufe. Das Team entwickelt sich, die Spielweise ist zielstrebiger. Dazu hat Heynckes mit erfahrenen Leuten wie Lahm und Schweinsteiger bereits jetzt schon eine Menge durchlebt und viele Ereignisse mitgenommen. Es wurde reagiert, sodass Heynckes mit dem Feinschliff beginnen kann. Bayern spielt mit einer klareren, schnelleren und effektiveren Linie. Wohin dies führt, bleibt abzuwarten.  Der Prozess ist aber noch nicht abgeschlossen.



Keine Frage, Guardiola wäre ein Traum. Nicht nur für den FC Bayern, sondern auch für die Bundesliga. Derzeit legt Pep noch eine Pause ein. Vereine wie PSG, Chelsea, AC Mailand oder aber auch Manchester United buhlen um die Dienste des Erfolgstrainers. Wie seine Vorstellung vom perfekten Fußball aussieht, sah man am FC Barcelona. Genau das erhoffen sich nicht nur die Fans des FC Bayern. Aber ist das wirklich so „einfach“? Hat Bayern ähnliche Spielertypen wie die Katalanen? Kann Guardiola genauso offensiv spielen lassen? Die Antwort ist ziemlich offensichtlich. Der FC Barcelona hat einen einzigartigen Spielstil, den keine Vereinsmannschaft imitieren kann, da sollte man realistisch bleiben.

Guardiola hatte bei den Katalanen dazu eine Weltklasse-Abwehr, es war also kein Problem, mal eben sechs oder sieben Spieler für die offensive abzustellen. Das ist bei Bayern schlichtweg nicht möglich. Offensiv hat der Rekordmeister sicher das Potenzial, doch insgesamt ist der FC Barcelona zu weit entfernt. Die Fähigkeiten von Guardiola sind unbestritten, trotzdem konnte er sich noch bei keinem anderen Verein empfehlen.

Die Frage ist also: Warum muss man immer wieder den Trainer austauschen, obwohl es schon etliche Beispiele dafür gibt, dass kurzfristiger Erfolg sehr selten ist? Der FC Barcelona spielte auch nicht von heute auf morgen herausragenden Fußball, Juventus Turin benötigte auch mehrere Jahre, um zu einer Einheit zu wachsen.

Klar, Hoeneß träumt von einem absoluten Star-Trainer an der Säbener Straße, zusammen mit Sammer wäre das mit Sicherheit ein interessantes Gespann. Aber das muss zur neuen Saison noch nicht sein. Die Mannschaft soll mehr zusammenwachsen, und das mit Jupp Heynckes. Er hat in seinem Alter noch einmal alles aus sich herausgeholt und investiert und kann sich eigentlich nur selbst belohnen. Die Bayern sind auf einem guten Weg, doch mit einem neuen Trainer zur neuen Saison beginnt alles wieder von vorne, und sobald der Erfolg nicht da ist, kommt ein Neuer.

EURE MEINUNG: Jupp oder Pep?

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