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Tito Vilanovas Team schlug Malaga am Sonntag mit 3:1 und holt damit 55 von 57 Punkten in La Liga. Real Madrids Punkterekord ist in Gefahr.

KOMMENTAR
Von Ben Hayward

Barcelona. Es war eine erstaunliche Leistung. Jose Mourinhos Real Madrid verlor nur zwei Meisterschaftsspiele in der letzten Saison und holte mit 32 Siegen und einem historischen Punktestand von 100 Zählern die spanische Meisterschaft. Noch kein Team hatte es zuvor geschafft, auf einen dreizähligen Punktestand zu kommen. Doch nur acht Monate später sieht es nicht nur so aus, als würde der FC Barcelona diesen Rekord einstellen – wahrscheinlich werden sie ihn sogar brechen.

Mit einer weiteren professionellen Darbietung schlug Tito Vilanovas Team am Sonntag den FC Malaga mit 3:1. Damit hat Barcelona nach 19 Spieltagen einen gesunden Elf-Punkte-Vorsprung auf den zweitplatzierten Atletico Madrid und 18 Punkte Vorsprung auf Mourinhos Truppe. Nach der Hälfte der Saison hat Barca bisher 18 Spiele gewonnen, einmal unentschieden gespielt und keine Niederlage kassiert. Insgesamt hat Barcelona nur zwei von 57 möglichen Punkten liegen gelassen – nämlich beim 2:2-Unentschieden im eigenen Stadion gegen Real Madrid, im vergangenen Oktober.

Mit 55 Punkten nach 19 Spielen liegt Barca gut im Rennen, die Topmarke von Real Madrid und den in der vergangenen Saison aufgestellten Rekord zu brechen. Somit könnte auch der eigene Rekord von 99 Punkten, der in der Saison 2010/11 unter Trainer Pep Guardiola aufgestellt wurde, geknackt werden. Da Tito aktuell sein Trainerdebüt gibt, wäre dies eine noch beeindruckendere Leistung.

IN ZAHLEN
Barcelonas Dominanz in La Liga
1 Titos team hat nur ein Spiel in der Primera Division nicht gewonnen: Daheim gegen Real Madrid gab es ein 2:2.
10 Vilanovas Schützlingen gelang es zum ersten Mal, die ersten zehn Auswärtsspiele der Saison zu gewinnen.
11 Barcas Vorsprung auf den ersten Verfolger beträgt nach 19 Spieltagen elf Punkte.
18 Die Anzahl der Punkte, die Erzrivale Real hinter Barca zurück liegt.
55 Anzahl der gesammelten Punkte. Möglich waren 57.
110 Soviel Punkte wäre es am Ende, wenn die Rückrunde genauso gut verliefen. Es wären zehn Punkte mehr, als Madrid im Vorjahr hatte.

Madrid ist, zugegebenermaßen, derzeit unter den eigenen Erwartungen. Noch nie in der Geschichte hat der Hauptstadtklub nach Ablauf der halben Saison so einen großen Rückstand auf Barcelona gehabt. Die 37 erreichten Punkte sind leider nichts gegen die 44 von Atletico Madrid, die mit diesem Punktestand in den meisten europäischen Ligen derzeit den ersten Platz belegen würden.

Mourinho war sich sicher, dass sein Team an den Erfolg der letzten Saison anknüpfen würde, doch der Portugiese sieht, wie sehr sich seine Truppe aktuell abmüht, begleitet durch Probleme auf und neben dem Platz. Nach Guardiolas Abschied schien nicht nur die Rivalität auf Augenhöhe mit Barca zu schwinden, sondern auch die Intensität von Mous Team.

Die Leistungen des amtierenden Champions sind abgefallen, während die Rivalen mit mehr Selbstvertrauen zeigen, dass sie nicht – wie vom Hauptstadtklub behauptet – mit einem vorhersehbaren Spielmuster auftreten.

Das Gegenteil trifft auf Barca zu. Gegnerische Mannschaften scheinen Angst vor den Katalanen zu haben. Einige Spieler wirken auf dem Platz so, als hätten sie das Spiel in ihren Gedanken bereits vor dem ersten Ballkontakt verloren. Andere  Teams scheinen gegen Barcelona erst aufzuwachen, wenn es zu spät ist, wie beispielsweise Deportivo La Coruna oder Mallorca, die einen großen Kampf boten, bevor sie schließlich in torreichen Spielen verloren.

Auch am Sonntag bot Malaga gegen Titos Team eine gute Vorstellung, verschenkte die beiden ersten Gegentore allerdings auch mit einer schrecklichen Defensive. Wenn es ein Team gibt, das diese Art von Hilfe nicht nötig hat, dann ist es Barcelona.

Die größte Ehre sollte Tito Villanova gezollt werden. Der katalanische Coach hat es nach dem Abschied von Guardiola geschafft, einen nahtlosen Übergang im Spiel seiner Mannschaft aufrechtzuerhalten. Eine angebliche Krise in der Verteidigung hat der neue Chef sofort dementiert und seine Spieler daran erinnert, wie sehr sie sich verbessern können. Nachdem er einige taktischer Änderungen vorgenommen hatte, sah der neue Trainer, wie Barca aufblühte. Evolution, nicht Revolution.

Ist Titos Mannschaft damit stärker als Peps?

Es ist noch zu früh, um das zu beurteilen. Vilanovas Team fiel in der spanischen Supercopa gegen Madrid auseinander, als die erste Trophäe der Saison vergeben wurde, spielte im eigenen Stadion „nur“ Unentschieden gegen Real Madrid und verlor überraschenderweise bei Celtic Glasgow in der Champions League. Im Gegensatz dazu war der Rest einfach superb.

Harte Tests erwarten die Katalanen auch in der Copa del Rey (mit einem möglichen Halbfinale gegen Real), in der Champions League und in der Primera Division. Zeit, Titel und die Leistungen in den wirklich größten Spielen werden es erweisen, wie dieses Barcateam neben dem großen Team von Guardiola gesehen werden wird, doch die Liga mit einem Rekordpunktewert zu gewinnen wäre sicher ein guter Anfang. Sie sind zwar erst auf dem halben Weg, doch so weit, so fantastisch bis hierher...

EURE MEINUNG: Welches Barca-Team ist besser? Das Barcelona Vilanovas oder das von Guardiola?

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