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Kevin de Bruyne hat sich in der Bundesliga auf Anhieb einen Namen gemacht. Dabei spielte der Bremer zuvor lediglich in der belgischen Jupiler League. Nun sind alle scharf auf ihn!

Bremen. Es war eine aufregende erste Hinrunde in der Bundesliga für Kevin de Bruyne. Die Leihgabe des FC Chelsea gehörte im Dress von Werder Bremen zu den Entdeckungen der abgelaufenen Halbserie und es passt ins Bild, dass mittlerweile gleich mehrere Klubs die Fühler nach dem Belgier ausgestreckt haben. Neben den Bremern, die de Bruyne zunächst bis zum Saisonende ausgeliehen haben, hat bereits der VfL Wolfsburg seinen Hut in den Ring geworfen und angeblich will auch Schalke 04 mitbieten. Unter Vertrag steht er ab Sommer indes (noch) bis 2017 beim FC Chelsea.

Auf Anhieb ein Stammplatz

Erst wenige Tage vor dem Saisonstart gelang es Werders damaligem Manager Klaus Allofs, de Bruynes Ausleihe unter Dach und Fach zu bringen. Trotz der kurzen Vorbereitung bei seinem neuen Arbeitgeber stand der 21-Jährige beim Auftakt in Dortmund in der Startelf. Damals bot ihn Thomas Schaaf noch überraschend in der Spitze auf. Anschließend erkämpfte er sich einen Stammplatz im zentralen Mittelfeld und stand in bei allen Spielen der Hanseaten in der Anfangself.

Das war nicht unbedingt zu erwarten, denn er hatte bis dato seine Profi-Erfahrung hauptsächlich in der international nicht erstklassigen belgischen Jupiler League gesammelt. „Wir freuen uns, dass wir Kevin für uns gewonnen haben. Er konnte in den letzten Jahren schon viele starke Leistungen nachweisen und soll unser Spiel weiter bereichern“, verkündete Schaaf Anfang August und tatsächlich bereicherte de Bruyne das Bremer Spiel.

KEVIN DE BRUYNE | Werder, offensives Mittelfeld, 21

SPIELERAKTE
Vertrag bei Chelsea bis 2017
Geschätzter Marktwert 8 Mio €
Länderspiele 8 (1 Treffer)
Größter Erfolg Meister 2010/11 mit Genk
Starker Fuß Rechts
Nebenposition rechtes Mittelfeld

Er pendelte im neuen 4-5-1 der Schaaf-Elf zwischen offensivem und zentralem Mittelfeld und war sich dabei für keinen Weg zu schade. Regelmäßig gehörte er ligaweit zu den Spielern mit dem höchsten Laufpensum. Seine Effektivität litt darunter nicht, denn er bringt es auf vier Tore und fünf Assists. Seine große Stärke ist die Spieleröffnung. De Bruyne verfügt über eine sehr gute Übersicht und beherrscht im Passspiel die gesamte Klaviatur: kurze Pässe, Bälle in die Tiefe und präzise Diagonalzuspiele. Dazu gesellen sich starke Standards, ein harter und platzierter Distanzschuss und ein annehmbares Kopfballspiel.

Luft nach oben hat das Mittelfeljuwel noch in der Rückwärtsbewegung. Gerade im Defensivzweikampf fehlt es ihm an Cleverness und er leistete sich einige plumpe Fouls. Insgesamt hat sich das Zusammenspiel mit seinen Nebenleiuten Zlatko Junuzovic und Aaron Hunt im Laufe der Hinrunde allerdings merklich verbessert.

Allofs schwärmt von einem „sehr guten Spieler“

Nachdem Klaus Allofs, nun in Diensten des VfL Wolfsburg, bereits öffentlich seinen Hut in den Ring geworfen hatte („Wenn sein Vertrag mit Werder Bremen am Saisonende ausläuft und die Möglichkeit besteht, ihn zu holen, dann werden wir das natürlich angehen. Ich halte ihn für einen sehr guten Spieler.“), stellte auch Thomas Schaaf klar, dass er de Bruyne unbedingt noch mindestens ein Jahr in seinen Reihen haben wolle: „Ich wäre doch bescheuert, wenn ich so einen Spieler nicht behalten wollte. Alle sind sich doch einig, dass wir ein großes Talent dazugewonnen haben.“
PAVLOVIC OFFIZIELL EIN BREMER

Doch für Werder wird es ein harter Kampf, soviel ist sicher. Vorgesehen ist, dass der Rechtsfuß im Sommer zu Chelsea zurückkehrt und dort die Vorbereitung auf die Spielzeit 2013/14 absolviert. Erst dann soll entschieden werden, ob er an der „Stamford Bridge“ bleiben darf.

Eine Tendenz ist noch überhaupt nicht absehbar. Schließlich herrscht im Starensemble der Londoner gerade im Mittelfeld eine enorme Fluktuation und auch auf dem Trainerposten ist Kontinuität Fehlanzeige.

Ein Schnäppchen wird de Bruyne gewiss nicht. Acht Millionen Euro überwiesen die „Blues“ vor gut einem Jahr für ihn an den KRC Genk und deutlich gesunken ist sein Marktwert seitdem gewiss nicht. Im Gegenteil, sollte auch der FC Schalke noch mitmischen, wird es für Werder noch schwieriger.

Bei S04 gibt es in der Offensivzentrale mit dem Abgang Lewis Holtby viele Fragezeichen, und angeblich ist de Bruyne eine mögliche Antwort darauf.

Was Werder bleibt, ist das Wuchern mit dem Pfund des Wohlfühlfaktors. „Auf der einen Seite profitieren wir natürlich von seiner Qualität, auf der anderen Seite geben wir ihm hier aber auch die Möglichkeit, sein Potenzial voll auszuschöpfen, sich zu entwickeln, sich ausbilden zu lassen. Kevin geht hier einen sehr gut Weg. Ich bin der Meinung, diesen Weg sollte er hier weitergehen, bevor er dann zu Chelsea zurückkehrt oder andere Dinge macht“, erklärte Thomas Schaaf vor wenigen Tagen und deutete damit an, dass Werder eine erneute Ausleihe anstrebt.

KEVIN DE BRUYNE | Daten 2012/13
    Einsätze   
Treffer Assists  Passquote
Torschussbeteiligungen
 17 4  5 77% 85

Und nachdem es Mitte der Hinrunde viele Schlagzeilen darum gegeben hatte, dass er in Bremen unglücklich sei, hat sich dies mittlerweile auch erledigt. „Es ist möglich, dass ich bleibe. Der Spielstil in Deutschland und England ist sehr ähnlich – und beide Ligen werden stärker, allerdings weiß ich noch nicht, was Chelsea mit mir vorhat“, so de Bruyne im Trainingslager in Belek. Gefragt, ob er sich einen Verbleib bei Werder vorstellen könne, meinte er: „Warum nicht? Am Allerwichtigsten ist für mich, dass ich spiele. Ich will nicht auf der Bank sitzen.“ Ein gewichtiger Faktor ist für ihn nach eigenen Angaben dabei die Teilnahme am Europapokal.

Dass er heiß begehrt ist, freut den Nationalspieler (acht Einsätze für die „Roten Teufel“): „Es ist immer gut, wenn auch andere Teams dich wollen. Das bedeutet, dass du gut spielst, einen guten Job machst. Wenn man in Vergessenheit gerät, heißt das doch, dass man nicht gut war.“

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